Seit der Aufdeckung der NSU
befassen sich Medien und Politik wieder verstärkt mit Neonazis. Der
Rassismus und Nationalismus der Mehrheit bleibt dabei weitestgehend
unberührt.
Von Patrick Gensing, zuerst veröffentlicht bei Zeit-Online
Die NPD ist gefährlich; nicht politisch,
sie spielt in den meisten Bundesländern keine Rolle, dafür als legaler
Arm einer gewalttätigen völkischen Bewegung, die sich über die Partei
mit Geld versorgen kann. Diese Gefahr darf nicht kleingeredet werden, es
braucht fundierte und unaufgeregte Berichterstattung über die NPD und
die rechtsextreme Bewegung. Daher ist der Ansatz der ZEIT-ONLINE-Serie,
unter der Überschrift Neue deutsche Nazis genau hinzuschauen – und zwar kontinuierlich – richtig.
Damit ist es aber nicht getan. Christian Bangel schrieb,
Neonazis seien “uns näher, als wir denken. Mit wachsendem Erfolg buhlen
sie um die Mitte der Gesellschaft. Wissenschaftler warnen schon länger
davor, dass rassistische und autoritäre Ideen dort auf wachsendes
Wohlwollen stoßen”.
Keine Zukunft für Nazis! Rassistische Verhältnisse angreifen!
Am 2. Juni 2012 wollen Nazis aus dem gesamten Bundesgebiet unter dem
Motto “Tag der deutschen Zukunft – Unser Signal gegen Überfremdung”
durch die Hamburger Innenstadt marschieren.
Nach dem die Faschist_innen bei ihrem letzten Aufmarschversuch am 1.
Mai 2008 auf massiven und breiten Widerstand in Hamburg gestoßen sind,
wagen sie nun nach über vier Jahren einen erneuten Anlauf. Dass ein
solcher Versuch nicht ohne unsere Gegenwehr verläuft, versteht sich von
selbst: Wir werden den Nazis entschlossen entgegentreten und ihre
völkische Propaganda mit allen Mitteln und auf allen Ebenen angreifen.
Die Debatte um das Gedicht wirft zum wiederholten Male die Frage
auf, wann Kritik an Israel wirklich nur Kritik ist und wann
antisemitisches Ressentiment? Diese Frage diskutiert nicht nur das
Feuilleton, dies ist auch seit Längerem ein wichtiges Thema für die
Jugend-, Sozial, und Bildungsarbeit. Daher bietet die Amadeu Antonio
Stiftung auch in diesem Jahr für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren
dazu Fortbildungs- und Sensibilisierungsworkshops an.
In Debatten um Kritik an Israel wird immer wieder von
antisemitischer Israelkritik geredet. Dieser Begriff ist irreführend.
Das Wort Kritik leitet sich vom griechischen Wort krínein ab, meint
(unter-)scheiden, beurteilen. Im Antisemitismus wird jedoch nicht
unterschieden oder beurteilt. Das Urteil steht stets schon vor Prüfung
der Sachlage fest: Die Schuldigen sind immer „die Juden“ oder eben
Israel, als imaginierter „kollektiver Jude“. Entweder eine Äußerung ist
kritisch oder antisemitisch – beides geht nicht.
Aber äußert Grass in seinem Gedicht Kritik an Israel oder hat er
antisemitische Ressentiments zu Papier gebracht? Um das zu beurteilen,
sollen erst einmal Kriterien zur Unterscheidung vorgestellt werden.
Wahlschlappe
für die Rechtsextremisten im hohen Norden – nur in drei
Wahlkreisen kamen sie überhaupt über die Ein-Prozent-Marke.
Die NPD in Schleswig-Holstein hat bei den Landtagswahlen
insgesamt 9821 Stimmen bekommen. Das entspricht einem Anteil von 0,73
Prozent. Das sind noch einmal 0,2 Prozent weniger als bei den Wahlen
2009 und bei rückläufiger Wahlbeteiligung ein Minus von über 5000
Stimmen. In sechs von 35 Wahlkreisen gelang es, die Ein-Prozent-Marke zu
erreichen beziehungsweise zu überspringen. Den meisten Zuspruch bekam
die Partei in Neumünster (1,2 Prozent), Kiel-Ost (1,1), Steinburg-Ost
(1,1), Lübeck-Ost (1,0) sowie in Lauenburg-Nord und -Süd (jeweils 1,1).
Damit geht die NPD zum zweiten Mal hintereinander im nördlichsten
Bundesland bei der Wahlkampfkostenerstattung leer aus.
Aus dem Kreis Stormarn wurden in der Endphase des Wahlkampfes Fälle
bekannt, bei denen Wahlkampfhelfer der NPD, die offenbar aus dem
benachbarten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern kamen, Vertreter der
Linkspartei attackierten, bedrohten und beleidigten. Dabei waren die
Neonazis nach Augenzeugenberichten mit abgeklebten Nummernschildern an
ihren Autos unterwegs.
Redeverbot für Udo Pastörs
Zu dem einen Tag vor der Wahl von der NPD vorgesehenen erneuten
Auftritt in Neumünster kam es dann doch nicht, weil der
Landesvorsitzende Jens Lütke ihn am späten Freitagabend wieder absagte.
Er begründete dies mit dem Auflagenkatalog der Stadt, die der Partei nur
eine stationäre Kundgebung, jedoch keine Marschstrecke zugestehen
wollte.
Die NPD kündigt an, mit einer Fortsetzungsfeststellungsklage die
Rechtmäßigkeit der von der Versammlungsbehörde erlassenen Auflagen
prüfen zu lassen und sie lässt schon mal wissen, dass sie auf jeden Fall
noch einmal in Neumünster demonstrieren wolle, und das mit ihrem
stellvertretenden Bundesvorsitzenden Udo Pastörs, der nach seiner
Ingewahrsamnahme am 1. Mai in der mittelholsteinischen Stadt von
Neumünsters Ordnungsbehörde mit einem Redeverbot belegt wurde.
Bisher Unbekannte haben in der Nacht
von
Mittwoch (4. April) auf Donnerstag einen Brandanschlag auf die Dönerstube
verübt. Nach einem ersten Versuch in der Nacht auf Dienstag
wurde das Feuer dieses Mal mit Strohballen verstärkt. Die
Eingangstür
der Dönerstube wurde stark beschädigt und muss ausgetauscht
werden.
Glücklicherweise ist das Feuer von Anwohnern aus der Zingelstraße
schnell bemerkt worden. Diese haben umgehend Sahin und seine Familie
gewarnt und die Polizei und die Feuerwehr benachrichtigt.
Die Ermittlungen der Kripo in Heide dauern an, die Brandstifter sind
aber noch unbekannt. Sahin und seine Familie leben jetzt in der Angst,
dass sich dieser Angriff wiederholen könnte.
Wir wissen nicht, ob dieser Anschlag rassistisch motiviert ist, wir
wissen aber, dass wir mit solchen Gewalttaten in Meldorf nicht leben
wollen und können.
Am Ostermontag fand eine Mahnwache gegen die Brandanschläge
statt. Die Polizei ermittelt nun gegen die Veranstalter der Mahnwache wegen Verstoßes gegen das
Versammlungsgesetz ...
Polizei kann bei Hakenkreuz-Schmierereien kein politisches Motiv feststellen
Die
St.-Jürgen-Kirche und das Rathaus in Heide waren mit Hakenkreuzen beschmiert worden.
Doch die Polizei hat die Täter offenbar schon gefasst.
"Durch
einen Zeugenhinweis konnten zwei Tatverdächtige ermittelt werden, die
für diese Straftaten infrage kommen", teilte ein Sprecher der
Bezirkskriminalinspektion Itzehoe mit. Danach handelt es sich um einen
25- und einen 18-Jährigen aus dem Bereich Heide.
Nach Ermittlungen
des Staatsschutzkommissariats Itzehoe sind beide Verdächtige bislang
nicht einschlägig in Erscheinung getreten. Der 25-Jährige habe ein
Geständnis abgelegt. Als Motiv für die Schmierereien gab er allgemeine
Unzufriedenheit an. Eine politische Motivation wurde bei den
Ermittlungen nicht festgestellt.
In der Nacht zu Montag (dem 2. April) wurden in
Heide mehrere Gebäude mit schwarzer und roter Farbe beschmiert. Es
wurden verfassungsfeindliche Symbole aufgesprüht. Auch Texte wie "unser
Reich" waren zu lesen. Die Stadt Heide hatte für die Ergreifung der
Täter eine Belohnung ausgesetzt.
Quelle: Dithmarscher Landeszeitung vom 6. April 2012
Fehmarn sehen – und morden
Der
»Nationalsozialistische Untergrund« konnte sich auf ein Netzwerk von
Komplizen stützen. Die Zahl der involvierten Neonazis lässt das Versagen
der Behörden umso drastischer erscheinen.
von Andreas Speit
Ausführlich soll Carsten S. bei den Ermittlern aussagen. Freiwillig
hatte sich der in der HIV-Prävention tätige Sozialpädagoge aber nicht
gestellt. Vergangene Woche holte ihn seine neonazistische Vergangenheit
in Thüringen ein, die nicht so recht zu seinem gegenwärtigen Leben als
bekennender Homosexueller in Nordrhein-Westfalen passen will. Um sechs
Uhr stürmte am Mittwochmorgen eine Spezialeinheit der GSG 9 die Wohnung
von Carsten S. in Düsseldorf-Oberblik und brachte ihn mit dem
Hubschrauber nach Karlsruhe zum Bundesgerichtshof. Der Vorwurf des
Bundesanwalts: Vor etwa zehn Jahren soll der heute 31jährige für das
Neonazitrio Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe eine Waffe mit
Munition gekauft haben.
Mit der Festnahme von Carsten S. sitzen mittlerweile fünf mutmaßliche
Unterstützer des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) in
Untersuchungshaft. Bei weiteren Neonazis fanden Durchsuchungen statt.
Eine Reihe von Kadern der NPD, »Freien Kameradschaften« und Teile der
Blood-and-Honour-Szene scheinen das Trio über 13 Jahre in der
Illegalität unterstützt zu haben. Zehn Morde konnten die drei so
verüben. In dieser Zeit mieteten sie insgesamt 64 Fahrzeuge, darunter
einige Wohnmobile, etwa um Urlaub auf Fehmarn zu machen – oder gezielt
Menschen zu ermorden. Dem neuesten Ermittlungsstand zufolge werden ihnen
auch zwei Sprengstoffanschläge und neun Raubüberfälle angelastet.
„Was sich in Deutschland abspielt, ist unerträglich. Dreizehn Jahre lang
konnten drei Thüringer Nazis ungestört durch die Republik reisen,
Banken überfallen, Sprengstoff-Attentate verüben und Menschen ermorden.
Ihre Opfer waren Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü,
Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet
Kubaşık, Halit Yozgat und die Polizistin Michèle Kiesewetter. Die Morde
der Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) wurden nur
durch einen Zufallsfund nach dem Tod der beiden Nazis Böhnhardt und
Mundlos im November 2011 aufgedeckt. Seitdem erfährt die Öffentlichkeit
stückchenweise grauenhafte Details über die gezielte Hinrichtung von
Migranten in ihren Geschäften, eine Nagelbombe in Köln-Mülheim und
andere Anschläge eines Netzwerkes, von dem bisher nicht einmal abzusehen
ist, wer ihm außer Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt noch
angehört. Das ganze Ausmaß des Terrors ist noch nicht ersichtlich –
möglicherweise steckt die Gruppe auch hinter einer Serie von
Brandanschlägen in Völklingen und einem antisemitischen Bombenanschlag
in Düsseldorf-Wehrhahn.“
Das Netzwerk der mutmaßlichen Terroristen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt
und Beate Zschäpe und deren Umfeld reicht bis nach Schleswig-Holstein.
Darauf deuten Recherchen des Schleswig-Holstein Magazins und der NDR 1
Welle Nord hin. Die rechtsextreme Szene im Land mit ihren ehemals
führenden Köpfen Peter Borchert, Christian Worch und Thomas "Steiner"
Wulff hatte demnach einen engen Draht zu den Kameradschaften in
Thüringen und anderen ostdeutschen Bundesländern.
Rechtsextremismus-Experten fordern deshalb intensivere Ermittlungen in
Schleswig-Holstein.
Kontakte in Thüringen und Worms
Die besagten Kontakte fanden hauptsächlich auf dem Fest der Völker in
Thüringen statt, wo zum Beispiel der mögliche Hintermann des
"Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU), Thomas G., und der
Lauenburger Neonazi Thomas Wulff aufgetreten sind. Bilder, die dem
Schleswig-Holstein Magazin vorliegen, belegen die Auftritte. Außerdem
gibt es Aufnahmen von Thomas Wulff zusammen mit Uwe Mundlos auf einer
Veranstaltung in Worms 1996.
Experte: "Neonazi-Bands sorgen für europaweiten Austausch"
Rechtsextreme Musik ist nach Ansicht von Kennern der
Neonazi-Szene ein wichtiges Bindeglied zwischen den verschiedenen
Gruppen und Akteuren. Die Musik werde auch genutzt, um neue Mitglieder
und Sympathisanten zu werben, sagte Stefan Heerdegen von der "Mobilen
Beratung gegen Rechtsextremismus" in Erfurt dem Schleswig-Holstein
Magazin. In diesem Zusammenhang spielen die rechtsextremen Vereinigungen
"Blood & Honour" und "Combat 18" eine Rolle. Sie waren bis 2003 in
Schleswig-Holstein präsent. "Blood & Honour" ist ein Netzwerk
neonazistischer Musikgruppen, "Combat 18" gilt als "bewaffneter Arm"
dieses Netzwerkes. "Die richtig harten Neonazi-Bands sind mehr oder
weniger in diesem Netzwerk organisiert. Das sorgt für Auftritte, für
Austausch europaweit und ist eben insofern ein ganz wichtig Verknüpfung
innerhalb der Neonazi-Szene.", so Extremismus-Experte Heerdegen.
Gruppe aus dem Norden Vorbild für Neonazi-Terrortrio?
2003 wurde in Schleswig-Holstein die Gruppe "Combat 18 Pinneberg"
durch die Sicherheitsbehörden zerschlagen, nachdem bei einer Razzia in
Pinneberg, Husum, Neumünster, Rendsburg und Kiel Waffen gefunden worden
waren. Mitglied der Gruppe war auch der Neonazi Peter Borchert aus
Neumünster. Im Schleswig-Holstein Magazin sagte der
Rechtsextremismus-Experte Volkmar Wölk, dass das Zwickauer Terrortrio
sich möglicherweise die Gruppe "Combat 18" als Vorbild genommen habe.
Peter Borchert sei damals der führende Kopf der Gruppe in Deutschland
gewesen. Dies müsse Anlass sein, auch in diese Richtung zu ermitteln, so
Wölk.
Die Behörden in Schleswig-Holstein wollen sich dazu gegenwärtig nicht
äußern. Sie verweisen auf die Bundesanwaltschaft. Die teilte mit, dass
der Fall von "Combat 18" in Schleswig-Holstein nicht im Fokus aktueller
Ermittlungen steht.
Der aktuelle Jahresreport „Deutsche Zustände“
untersucht gesellschaftliche Vorurteile gegenüber Minderheiten und
Randgruppen im Hinblick auf politische Einstellungen und soziale Lage.
In Berlin haben die Bielefelder Wissenschaftler jetzt die 10. Folge
ihrer Langzeitstudie vorgestellt.
Das
Forscherteam um Wilhelm Heitmeyer zieht ein Fazit: Die Spaltung der
Gesellschaft hat sich im Laufe von zehn Jahren verstärkt. Zahlreiche
Menschen haben Vorbehalte gegenüber sozial Schwachen und Minderheiten. (Quelle: Blick nach Rechts vom 13.12.2011)
In der Dithmarscher Gemeinde Hemme will die NPD angeblich ein
Gebäude kaufen. Vielen im Ort macht das Sorgen. Das Haus steht schon
seit Jahren zum Verkauf. Eine Zeit lang beherbergte es ein Bordell.
Jetzt kleben NPD-Plakate in den Fenstern.
Der Eigentümer - der sich selbst Geistheiler nennt - verweist auf den
Entwurf eines Kaufvertrags mit einem angeblichen NPD-Mitglied. Die NPD
plant laut Eigentümer dort ein Schulungszentrum. Der Vorsitzende des
NPD-Bezirksverbandes Westküste, Ingo Stawitz, sagte, dass seine Partei
Interesse an dem Gebäude habe. Es gebe auch Sponsoren für die
Finanzierung.
Allerdings halten Kenner der Szene es für unwahrscheinlich, dass ein
Kauf der Immobilie in Hemme von Rechtsextremisten bevorsteht. Die NPD
selbst habe kein Geld. Dass es zahlungskräftige Sponsoren gebe,
bezweifeln die Experten.
Eger: "Rechtsextreme wollen Preis in die Höhe treiben"
Hinter der Ankündigung rechtsextremer Verbände und Parteien, ein
Haus oder Grundstück kaufen zu wollen, stecke oft nur die Absicht, eine
unverkäufliche Immobilie wieder marktfähig zu machen, sagte der Leiter
des Verfassungsschutzes Schleswig-Holstein, Horst Eger, der NDR1 Welle
Nord. Er weist darauf hin, dass Eigentümer heruntergekommener,
unverkäuflicher Gebäude immer mal wieder drohen, an Rechtsextremisten zu
verkaufen, um den Preis in die Höhe zu treiben.
Das Ziel in solchen Fällen ist offenbar, dass die Gemeinde aus Angst
vor unliebsamen Nachbaren, das Objekt zu einem überteuerten Preis selbst
kauft. In einem Kreisverband in Ostdeutschland hat die NPD – nach
Angaben des Verfassungsschutzes - auch schon sogenannte
‚Vermittlungsdienste‘ bei Immobiliengeschäften angeboten – gegen eine
Parteispende. (Quelle: NDR vom 27.05.2011)
Anmerkung: Die NPD hat mittlerweile verkündet, dass sie das Haus in Hemme nicht kaufen kann.
Razzien bei 34 Neonazis in Schleswig-Holstein
In Folge des Angriffs von etwa 40 Neonazis auf eine DGB-Kundgebung
am 1. Mai in Husum hat die Polizei am 17.5.11 die Wohnungen
von 34 Neonazis durchsucht. Ihnen wird Landfriedensbruch vorgeworfen.
Von den Durchsuchungen betroffen war laut Informationen der taz auch der
NPD-Landesvorsitzende Jens Lütke.
Es wird davon ausgegangen, dass die Aktion im voraus länger geplant
war. Dafür spricht, dass die schleswig-holsteinischen Neonazis am 1. Mai
nicht zu einer der anderen in Norddeutschland angesetzten
Nazi-Demonstrationen gefahren sind. Die Nazis selber bezeichnen den
Aufmarsch als "Spontanaktion mit [...] vielen freien wie
parteigebundenen Kameraden aus ganz Schleswig-Holstein".
Die
etwa 40 Nazis sind an jenem 1. Mai mit Transparenten durch Husum
marschiert und haben im Anschluss die sich gerade im Aufbau befindliche
Kundgebung des DGB angegriffen, dort Stände umgeworfen und mehrere
Personen attackiert. Auf dem Rückweg aus Husum wurde der Autokonvoi der
Neonazis von der Polizei gestoppt und deren Personalien aufgenommen.
Am 1. Mai hat gegen 9.30 Uhr
eine Horde von 40 bis 50 schwarz gekleideter und teils vermummter
Neonazis in Husum eine Gewerkschaftsveranstaltung angegriffen. Die
Rechtsextremen zerstörten einem SHZ-Bericht
zufolge Infostände von Gewerkschaften, warfen Stühle ins Hafenbecken
und verletzten einen Teilnehmer aus Flensburg.
“Einer der Vermummten ist
mit einem Stock auf ihn losgegangen. Das Opfer hatte eine Prellung am
Auge und einen Schock”, berichtet ein Zeuge gegenüber der Zeitung. Der
Verletzte konnte demnach nach kurzer Behandlung wieder aus dem
Krankenhaus entlassen werden. “Schon in den Nebenstraßen war das Gegröle
zu hören”, beschrieb ein Augenzeuge seine Eindrücke.
Erstaunlich
erscheint, dass der Polizei bereits um 8.33 Uhr auf der A7 “verdächtige
Fahrzeugbewegungen in Richtung Norden” aufgefallen waren, wie Sprecherin
Kristin Stielow mitteilt. Beamte begleiteten die elf Autos aus Hamburg
und Schleswig-Holstein, in denen “Personen des rechten Spektrums” mit
dem Fahrziel Husum saßen. Dort rollten sie in der Innenstadt
Transparente aus und stürmten die Mai-Kundgebung des Deutschen
Gewerkschaftsbundes. Offenbar alles unter der Beobachtung und Begleitung
der Polizei.
Weiter wird berichtet, kurz nach dem Angriff hätten sich
die Neonazis “fluchtartig über die B201″ entfernt. Im Bereich
Hollingstedt konnten demnach fast alle gestoppt werden. Polizisten
stellten die Identitäten der Randalierer fest und durchsuchten die
Autos. Dabei stellten sie Transparente, Pfefferspray und einen
Schlagstock sicher. Laut Polizeisprecherin gab es Anzeigen wegen
Körperverletzung, Sachbeschädigung und mehrerer Verstöße gegen das
Waffengesetz.
Proteste gegen den geistigen Brandstifter Sarrazin
150
Demonstranten haben am 6. Januar 2011 vor dem Itzehoer Theater
gegen Thilo Sarrazin demonstriert. Ein großes
Polizeiaufgebot sicherte den Auftritt des rassistischen Buchautors. 25
fackeltragende NPD-Nazis waren zur Unterstützung von Sarrazin aufmarschiert.
“Israel-Kritik”: Wenn NPD-Positionen nicht auffallen
Oft
werden bestimmte Äußerungen der NPD in der
Öffentlichkeit skandalisiert, um das “wahre Gesicht”
der Neonazis aufzuzeigen. Auch zu Israel hat sich die Partei
jüngst geäußert. Ein Aufschrei blieb aus, denn diese
Positionen sind derzeit kein Alleinstellungsmerkmal. Der Schriftsteller
de Winter meint, in der Debatte nach dem israelischen
Militäreinsatz gegen “Friedensaktivisten” gehe es
nicht um die Opfer – sondern ausschließlich um die
Täter.
Bei einem Terroranschlag auf einen Zug im Osten
Indiens sind mindestens 120 Menschen getötet worden. Bei einem
Granatenangriff auf zwei Moscheen in der ostpakistanischen Stadt Lahore
wurden mindestens 20 Menschen getötet. Ein Anschlag hat die
Großstadt Stawropol im Nordkaukasus erschüttert. Mehrere
Menschen kamen ums Leben. Die Behörden gehen von einem Terrorakt
aus. Alles kaum ein Thema in der europäischen Öffentlichkeit.
Stattdessen herrscht vor allem ein Thema vor: die bösen Israelis.
Warum ist das so? Leon de Winter, niederländischer Schriftsteller,
gehört zu den erfolgreichsten Autoren Europas. Er sagt im
Interview mit dem Schweizer Blatt “Tagesanzeiger“: Es gehe
nicht um die Opfer, “die sind alle gleichwertig. Es geht um die
Täter.”
Die Täter – das sind in der
europäischen Öffentlichkeit vor allem die Israelis, bzw.
deutlicher gesagt: Juden. Wer einmal einen Blick auf die Seite Openbook
geworfen hat (auch die Berliner Zeitung berichtete mittlerweile), der
sieht diese Befürchtung bestätigt: Hitler-Zitate werden
Dutzendfach abgeschossen, “Tod den Juden” und
“Scheiß Juden” sind vollkommen “normale”
Aussagen. Wie sicher sich die Antisemiten fühlen, zeigt die
Tatsache, dass sie ihre Hass-Propaganda zumeist mit Bild und Klarnamen
veröffentlichen. Daher prüfen andere Facebook-Nutzer zurzeit
die Möglichkeit von Massenanzeigen wegen Volksverhetzung.
Woher
kommt der Hass auf die Juden, der so gerne als
“Israel-Kritik” daherkommt? Warum weckt dieses Thema den
Volkszorn so sehr, dass es von NPD bis Linkspartei fast nur eine
Position gibt (mit Ausnahmen im konservativen und linken Lager). Wieso
werden die Kommentarspalten bei dem Thema Israel geradezu gesprengt
– oder werden sogar nach einigen Tagen geschlossen, weil die Flut
der Kommentare einfach nicht mehr zu bewältigen ist? De Winter,
Sohn orthodoxer Juden, die den Holocaust versteckt bei katholischen
Geistlichen überlebt haben, meint, in Europa habe es
“sicherlich damit zu tun, dass man einen Schlussstrich unter den
Zweiten Weltkrieg ziehen möchte. Viele Leute haben das
Gefühl, dass sie sich von der Vergangenheit lösen
können, wenn sie die Juden als Täter verurteilen.”
“Nützliche Idioten”
Und
auch linke Aktivisten tragen ihren Anteil zu dem Israel-Hass bei. De
Winter bezeichnet sie als “nützliche Idioten”, die
glaubten, dass die Palästinenser die grössten Opfer der Welt
seien, dass “es nichts Schlimmeres gebe, als deren
Schicksal”. Das sei “natürlich Blödsinn”.
Niemand verhungere in Gaza, betont er, “es verhungern Leute in
Darfur, im Kongo und andernorts auf der Welt. Doch darum geht es diesen
Leuten nicht. Fakten spielen keine Rolle.”
Dies hat sich
in den vergangenen Tagen eindrucksvoll gezeigt. Da kann sich Norman
Paech von der Linkspartei in die ARD stellen und als Augenzeuge
berichten, er habe nichts gesehen, da er geschlafen habe, doch
gleichzeitig bericht er, die Israelis seien mit äußerster
Brutalität vorgegangen. Dazu läuft im Hintergrund ein Video
der israelischen Armee, auf den Bildern sieht man, wie die
“Friedensaktivisten” einzelne Soldaten, die sich auf ein
Schiff abgeseilt haben, mit Knüppeln bearbeiten und über die
Reling werfen. Alles reine Selbstverteidigung, behauptet Paech, der
auch kein kritisches Wort zu seinen Genossen verlieren möchte.
Alle hätten sich verpflichtet, friedlich zu sein, so Paech.
Dummerweise
berichten Medien nun, mehrere türkische Aktivisten wollten zu
„Märtyrern“ werden. Sie sollen vor der Abfahrt des
Schiffskonvois zu Verwandten oder Freunden gesagt haben, sie wollten
als „Märtyrer“ sterben. Bei der Abfahrt des
«humanitären» Schiffes wurde, so sagt de Winter, an
Bord gesungen: «Tod den Juden.»
Überhaupt: Was
wollte die Türkei eigentlich mit der Aktion bezwecken?, fragt der
Schriftsteller. Ohne die Türkei wäre das Unterfangen nicht
möglich gewesen, betont er. “Vor zwei Wochen war die
Konferenz, bei der sich der türkische Ministerpräsident
Erdogan hervorragend mit dem iranischen Präsidenten Ahmedinejad
verstand. Da konnte man erkennen: Hier bildet sich eine neue Achse
zwischen Ankara und Teheran.” Die Türkei komme der Hamas zu
Hilfe, um Macht zu demonstrieren. De Winter stellt weiterhin fest:
“Die Türkei hatte früher nie auch nur das geringste
Interesse am Schicksal der Palästinenser gezeigt!”
Ideologische Verwerfungen ungeahnten Ausmaßes
Ob
es den hiesigen Aktivisten möglicherweise ebensowenig um die
Palästinenser geht und nicht viel mehr um Israel, bzw. die Juden,
ist eine interessante Frage. Schon kursieren Flugblätter, auf
denen zum Boykott diverser Unternehmen aufgerufen wird: Starbucks, Sky,
Nestle und Dutzende mehr. Wo der Bezug zu Israel herkommen soll,
erscheint völlig unklar. Ist offenbar auch unwichtig. Auch Fakten
zu der angeblichen Unrechtmäßigkeit des israelischen
Einsatzes werden einfach ignoriert von selbst ernannten
“Friedensaktivisten”, wie ich in eigenen Diskussionen
erleben durfte. Werden Fakten genannt, die nicht ins eigene Weltbild
passen, wird die Debatte einfach beendet.
Nur weil es
ausschließlich um die vermeintlichen Täter geht – und
nicht um die Hilfslieferungen an sich, wie Norman Paech in den
tagesthemen offen einräumte – wird bei den
“nützlichen Idioten” auch nicht thematisiert, für
wen man sich da eigentlich einsetzt, welche Mitschuld die Hamas
für die Situation trägt, welche Ziele diese islamistische
Organisation eigentlich verfolgt. Der Publizist Robert Kurz schrieb
dazu treffend, Israel habe umso weniger Freunde, je bedrohlicher seine
militärische Lage werde.
Nach dem
Zusammenbruch des Staatssozialismus und der „nationalen
Befreiungsbewegungen“, die ein Programm „nachholender
Entwicklung“ auf Basis des Weltmarkts formuliert hatten,
veränderte sich der Charakter des Stellvertreter-Konflikts
grundsätzlich. An die Stelle der säkularen
Entwicklungsregimes trat im Nahen Osten und darüber hinaus der
sogenannte Islamismus, der nur scheinbar als traditionelle
religiöse Bewegung firmiert. Tatsächlich handelt es sich um
eine postmoderne kulturalistische Krisenideologie eines Teils der
längst verwestlichten Eliten in den islamischen Ländern, die
das autoritäre Potential der Postmoderne repräsentieren und
den gänzlich unislamischen europäischen Antisemitismus
aufgesogen haben. Die am Weltmarkt gescheiterten Segmente des Kapitals
in dieser Region erklärten den Krieg gegen die Juden zum
exemplarischen Kampf gegen die westliche Vorherrschaft. Umgekehrt
machte der westliche Krisenimperialismus mit den USA an der Spitze den
Islamismus zum neuen Hauptfeind, nachdem er ihn zuvor im Kalten Krieg
gepäppelt und mit Waffen versorgt hatte.
Diese neue Konstellation führte zu ideologischen Verwerfungen
ungeahnten Ausmaßes. Der Neoliberalismus schien sich mit dem
kapitalistischen Weltordnungskrieg gegen die „zerfallenden
Staaten“ in den Krisenregionen und im Nahen Osten mit Israel zu
identifizieren. Neofaschistische Strömungen in aller Welt gehen
seither mit dem antisemitischen islamistischen
„Widerstandskampf“ konform, obwohl sie gleichzeitig
rassistische Stimmungen gegen Migranten aus den islamischen
Ländern schüren. Auch große Teile der globalen Linken
begannen umstandslos die Glorifizierung des alten
„Antiimperialismus“ auf die islamistischen Bewegungen und
Regimes zu übertragen. Das kann nur als ideologische Verwahrlosung
gekennzeichnet werden, denn der Islamismus steht gegen alles,
wofür die Linke jemals eingetreten ist; er verfolgt jedes
marxistische Denken mit gnadenloser Unterdrückung und Folter, er
stellt Homosexualität unter Todesstrafe und behandelt die Frauen
als Menschen zweiter Klasse. Auch dafür ist keine traditionelle
Religion verantwortlich, sondern eine kulturalistisch eingefärbte
Militanz des kapitalistischen Patriarchats in der Krise, die sich auf
andere Weise auch im Westen bemerkbar macht. Die unheilige Allianz des
„sozialistischen“ Caudillismus eines Chavez mit dem
Islamismus stellt nur die weltpolitische Ratifizierung dieses
ideologischen Verfalls dar, die keine emanzipatorische Perspektive hat.
Oft
werden bestimmte Äußerungen der NPD in der
Öffentlichkeit skandalisiert, um das “wahre Gesicht”
der Neonazis aufzuzeigen. Auch zu Israel hat sich die Partei
geäußert. Die NPD schrieb:
Mit
Empörung reagierte heute der NPD-Fraktionsvorsitzende Holger Apfel
auf die Nachricht vom Überfall der israelischen Streitkräfte
auf mehrere Schiffe, die in internationalen Gewässern mit
Hilfsgütern für den abgeriegelten Gaza-Streifen unterwegs
waren.
Holger Apfel (NPD) erklärte dazu:
“Man ist von Israel ja einiges gewohnt, aber der Angriff mit
mindestens 10 Toten stellt eine neue Qualität des israelischen
Staatsterrorismus dar.
Man muß sich
allerdings nicht wundern, daß Israel im Rambo-Manier Schiffe
kapert und dabei auch Menschen umbringt, denn der Zionistenstaat steht
bekanntlich international außerhalb jeder ernsthaften Kritik.
Seit der Gründung des Staates 1948 und der damit verbundenen
millionenfachen Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung
zieht sich eine Blutspur durch die gesamte Geschichte Israels.
Ich fordere den sofortigen Abbruch der diplomatischen Beziehungen
Deutschlands zu dem Schurkenstaat und die Verhängung von
politischen und wirtschaftlichen Sanktionen gegen Israel. Der
Überfall muß durch eine internationale
Untersuchungskommission genauestens aufgeklärt werden.
Selbstverständlich sind auch sofort alle Zahlungen der BRD und der
EU an das Netanjahu-Regime zu stoppen.
Der Aufschrei blieb aus.
Offenbar sind NPD-Positionen in Sachen Israel in Deutschland kein
Skandal. Kein Wunder, schon 2002 sagte beispielsweise Peter Sloterdijk,
die USA und Israel seien die “eigentlichen
Schurkenstaaten”. Obwohl man das ja angeblich gar nicht sagen
darf…
Das
Antifaschistische Bündnis
Dithmarschen führt eine chronologische Übersicht
über
die Aktivitäten der Neonazis in
Dithmarschen. Das Bündnis veröffentlicht nun die
Chronik für das Jahr 2009 (PDF 23kB) - ohne
Anspruch auf Vollständigkeit.
„Der kaum verdeckte Nationalismus solcher scheinbar unpolitischen Anlässe von Integration verstärkt den Verdacht ihres destruktiven Wesens.“ (Theodor W. Adorno 1972)
Wo
man auch hinguckt dieser Tage in Deutschland, überall zeigt sich
das gleiche Bild: An den Autos wehen die Fahnen in schwarz-rot-gelb,
aus vielen Fenstern ist die Deutschlandfahne gehängt, es gibt
Gummibärchen in den Farben der Nation und manche schmücken
gar ihr Gesicht mit dem nationalen Kitsch. Niemanden kann es entgangen
sein: Die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer hat
angefangen. Aller Orts zeigen sich die Fans der deutschen
Fußballmannschaft, oder sind es doch nur Fans der Nation?
Von Christoph Müller, Adrian Oeser und Maximilian Pichl
Diejenigen,
die dieses Abfeiern von Deutschland kritisieren wird sofort
Miesmacherei vorgeworfen. Der neue deutsche Patriotismus sei
unverkrampft (Horst Köhler) und hätte nichts mit
Nationalismus oder Rassismus zu tun. Aber gerade weil dieser
Patriotismus nett und unpolitisch daher kommt, muss er kritisiert
werden. Im Mittelpunkt steht nämlich auch weiterhin: die
inhaltslose Zugehörigkeit zu Deutschland als Nation und damit
einhergehend das Ausgrenzen anderer.
Ein positiver Bezug auf
eine Nation, egal welche, ist immer negativ. Ein nationales
Wir-Gefühl braucht immer auch ein Feindbild. Die Soziologie
spricht dabei von Inklusion und Exklusion, jede Bildung einer
nationalen In-Group, bildet auch eine Out-Group, der Zusammenhang von
Nationalismus und Rassismus ist unumstritten. Jeder positive Bezug auf
eine Nation, braucht aber auch eine historische Basis und deshalb ist
der deutsche Nationalismus speziell.
Dieser wird als Widerstand
gegen ein vermeintliches Verbot formuliert. Aussagen wie „Wir
sind wieder wer“ oder „Endlich können sich die
Deutschen zu ihrem Land bekennen“ deuten auf diese
Einzigartigkeit im deutschen Diskurs hin. Dabei ist der deutsche
Patriotismus, auch nach 1945, nichts Neues. Im Rückblick wird die
WM 1954 als eine Art „Erweckungsmoment“ für die
deutsche Nation angesehen. Mit dem Sieg gegen Ungarn im Finale der WM,
hätte Deutschland sich wieder in der Welt bewiesen. Einig sangen
damals die Fußballfans die erste Strophe der Nationalhymne:
„Den
Deutschen aber bricht das Lied aus der Brust, unwiderstehlich. Soweit
ihnen die Tränen der Freude nicht die Stimme im Hals ersticken,
singen sie alle, alle ohne Ausnahme, das Deutschlandlied. Niemand, auch
nicht ein einziger, ist dabei der von ‘Einigkeit und Recht und
Freiheit’ singt. Spontan, wie aus einem einzigen Munde kommend,
erklingt es „Deutschland, Deutschland über alles in der
Welt. (vgl. Ortmeyer, Benjamin; Argumente gegen das Deutschlandlied,
Frankfurt am Main)
Ist Nationalismus normal?
Mit der
Wiedervereinigung der beiden geteilten deutschen Staaten 1990 kehrte
Deutschland zu einem „Normalzustand“ zurück. Auch
damals ging der deutsche Nationalismus mit Rassismus und Ausgrenzung
einher. Die rassistischen Pogrome gegen AsylbewerberInnen in
Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda wurden nicht nur von Neonazis
begangen, sondern zudem von tausenden schaulustigen Deutschen
beklatscht. Die Politik reagierte, inmitten der rassistisch
aufgeladenen Stimmung, mit der faktischen Abschaffung des Grundrechts
auf Asyl.
Heutzutage versucht der deutsche Patriotismus
ahistorisch und unpolitisch zu sein. Tanzend und grölend wird beim
kollektiven Public Viewing „die eigene Mannschaft“
angefeuert und darauf gehofft, dass am Ende in allen Zeitungen steht:
„Wir sind Weltmeister“. In diesem Jahr konnte sich der
deutsche Nationalismus bereits ein paar Wochen vor der Fußball-WM
seine Bahn brechen. Die Hannoveranerin Lena Meyer-Landruth gewann nach
über 20 Jahren für Deutschland beim Eurovision Song Contest.
Bei ihrer Dankesrede am Abend des Grand Prix schrie Lena „This is
absolutely awesome“ und zog sich die Deutschland-Fahne über
den Kopf. In diesem Moment schien der Mensch Lena Meyer-Landruth mit
der Nation Deutschland zu verschmelzen, sie hat jetzt alle Massen auf
ihrer Seite und wird bei ihrer Rückkehr in Hannover von tausenden
Deutschland- und Lena-Fans begrüßt. Sie begrüßt
die Menschen mit: „Ich liebe Deutschland“ und meint zu den
Fans „Ihr seid doch alle verrückt“. Womit sie nicht
ganz unrecht hat.
Lena steht für Unbeschwertheit und einen
„unverkrampften Umgang“ mit der eigenen Nation. Sie
repräsentiert das neue und junge Deutschland, welches in der Welt
selbstbewusst und cool daherkommen will. Der positive Bezug auf Lena
kann als neues Phänomen deutscher Nationalitätseuphorie
gesehen werden. Lena, als Hehrzeigeprodukt der Kulturindustrie verneint
durch ihre „Natürlichkeit“ von vorneherein jede
Kritik: sie ist wie sie ist, wie Deutschland ist. Dabei soll nicht die
Künstlerin Lena von unserer Seite aus kritisiert werden, sondern
die nationale Instrumentalisierung ihrer Person.
Auch bei der
Fußball-WM schlägt dieser Nationalismus erneut durch. Die
These, dass die Deutschtümelei zur Fußball-Männer-WM
nichts mit Nationalismus und schon gar nichts mit Rassismus und
Antisemitismus zu tun habe, widerlegt auch die Empirie.
Nationalistischer eingestellt
Der
Bielefelder Soziologe Wilhelm Heitmeyer untersucht seit acht Jahren die
Entwicklung menschenfeindlicher Einstellungen in Deutschland. Anhand
von repräsentativen Umfragen vor und nach der Fußball-WM
2006 fand er heraus, dass die Deutschen nach der
Fußball-Weltmeisterschaft „nationalistischer
eingestellt“ waren als vorher. Und weiter: ,,Die Vermutung, dass
es sich dabei um eine neue, offene und tolerantere Form der
Identifikation mit dem eigenen Land handelt, lässt sich allerdings
nicht bestätigen.“ Den Zusammenhang zwischen Nationalismus
und Rassismus habe der „Party-Patriotismus“ nicht
aufgebrochen.
Heitmeyers Ergebnisse sind bemerkenswert und
zeigen eindeutig, dass die Kritik an der Deutschtümelei nichts mit
plumper „Miesmacherei“ zu tun haben, sondern extrem wichtig
sind.
Dabei sind die Möglichkeiten der quantitativen
Sozialforschung, wie sie Heitmeyer betreibt, begrenzt, wenn es darum
geht Phänomene, wie Rassismus und Antisemitismus nachzuweisen.
Denn in den Umfragen kann man nur jene Einstellungen quantifizieren,
die beim Befragten bewusst an der Oberfläche sind. Rassismus und
Antisemitismus zeichnen sich aber dadurch aus, dass sie oftmals
unbewusst und Affekt-gehemmt sind. Das heißt, dass sie latent
vorhanden sind und erst durch einen Reiz an die Oberfläche
gespült werden.
Schlechte Gewinner…
Wer sehen
will, wie affekt-gehemmter Antisemitismus und Rassismus an die
Oberfläche dringt, sollte die neuen Feste der Nation im Social
Network, auf Facebook, Twitter oder youtube verfolgen.
Wie schon
beim bereits erwähnten Eurovision Song Contest: Lena Meyer-Landrut
liegt mit 60 Punkten Vorsprung bereits weit vorne. Dann die Wertung aus
Israel – null Punkte für Lena. Die Reaktionen im Social
Network lassen nicht auf sich warten. „Israel, scheiß
Juden“, „Da hat Lena wohl zu viel Gas gegeben“ und
„Die Juden sind immer so nachtragend“ sollen nur
exemplarisch genannt sein, für hunderte Twitter-Nachrichten im
antisemitischem Ausbruch.
Ähnliches war zu beobachten,
nachdem bekannt wurde, dass der Mittelfeldspieler Michael Ballack nach
einem Foul von Kevin-Prince-Boateng für die Fußball-WM 2010
ausfallen würde. Boateng ist Schwarz, weshalb das Foul an Ballack
offensichtlich als Reiz fungierte und die gerade noch
„unpolitische und unverkrampfte Vorfreude auf die
Fußball-WM“ ihre rassistische Fratze zeigte. Innerhalb von
Sekunden gründeten sich auf Facebook Gruppen, wie
„Kevin-Prince Boateng – gib deinen deutschen Pass
ab!“ und „82.000.000 gegen Boateng!!!“. Darin
forderten die Mitglieder, man solle Boateng und am Besten gleich seine
ganze Familie abschieben, ihn verbrennen oder ihn „unten herum
alles abschneiden“.
Denkt man den unbewussten, erst durch
einen Reiz an die Oberfläche dringenden, Nationalismus, Rassismus
und Antisemitismus zu Heitmeyers quantitativen Ergebnisse hinzu, wird
das destruktive Potenzial der Deutschtümelei bei Musik-Contests
und Sportereignissen deutlicher.
Christoph Müller studiert
Sozialwissenschaften an der Leibniz-Universität in Hannover.
Maximilian Pichl studiert Rechtswissenschaften an der Goethe-Uni
Frankfurt am Main. Adrian Oeser studiert Politikwissenschaft und
Pädagogik an der Goethe-Uni Frankfurt am Main.
Am
1.Mai wollen (Neo-)Nazis wieder in diversen Städten
aufmarschieren. Thematisch bildet dabei ihr "Antikapitalismus" bzw.
"Nationaler Sozialismus" den inhaltlichen Schwerpunkt. Doch
Kapitalismuskritik von (Neo-)Nazis versteht weder den Kapitalismus,
noch will sie ihn abschaffen. Sie liegen wie immer "Völkisch
daneben"
Warum setzen wir uns überhaupt damit auseinander?
Rechter
Antikapitalismus ist kein neues Phänomen. Aus ihrem rassistischen
und antisemitischen Weltbild und dem positiven Bezug auf Volk, Staat
und Arbeit – völkisches Weltbild - folgte schon nach dem
Ende des Ersten Weltkriegs eine einfache und falsche Erklärung der
schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse und sozialen Probleme des
armen deutschen Volkes: „Die sind Schuld!“ Neu ist aber,
dass sich Neonazis mit Globalisierung befassen und ihr Auftreten und
ihre Slogans denen der G8-Gegner_innen angepasst haben. Bei
Antiglobalisierungsprotesten, Montagsdemos und Protesten gegen die
Krise haben Neonazis von der NPD bis zu den „Freien
Kameradschaften“ Anschluss gesucht.
Von den Medien, der
„Rechtsextremismus“-forschung und Teilen der Linken wurde
das Interesse von Neonazis am Antikapitalismus überrascht
aufgenommen. Das sei doch ein linkes Thema – wie kann es sein,
dass linke Themen von Rechten aufgegriffen werden? Für
„Extremismustheoretiker“ war dieses Phänomen ein
weiterer Beweis dafür, dass sich die beiden „Extreme“
aneinander annäherten und womöglich im Kapitalismus einen
gemeinsamen Feind gefunden hätten. In der
globalisierungskritischen Linken gab es hingegen die Vermutung, dass es
sich um einen Trick handeln müsse, um „echte“
Globalisierungsgegner_innen auf die rechte Seite zu locken. So wurde
gewarnt, hinter vordergründig antikapitalistischen Parolen
würden sich Neonazis „verstecken“. Beide Reaktionen
bestreiten, dass es Gemeinsamkeiten mit der eigenen Position geben
könne. Einige der rechten Argumente und Thesen haben aber
tatsächlich einige Anknüpfungspunkte mit populären und
linken Erklärungsweisen des Kapitalismus und seinen Erscheinungen.
Während
wir mit (Neo-)Nazis nicht diskutieren wollen, finden wir es wichtig,
uns mit diesen Denkweisen innerhalb der Gesellschaft und auch in der
Linken auseinanderzusetzen.
Polizei und Staatsanwaltschaft haben
in Schleswig-Holstein einen Schlag gegen die Rockerkriminalität
gelandet. Sie nahmen in Neumünster zwei Mitglieder der „Bandidos“ sowie
einen Angehörigen eines Unterstützerclubs fest.
Das Gericht in Kiel hat in allen drei Fällen Haftbefehl
erlassen. Nach Informationen des Norddeutschen Rundfunks (NDR) soll auch
der ehemalige NPD-Landesvorsitzende Peter Borchert unter den
Inhaftierten sein. Den Männern wird vorgeworfen, im Januar in einem
Schnellrestaurant an einer Messerattacke auf Mitglieder des befreundeten
„Hells Angels“- Clubs „Red Devils“ beteiligt gewesen zu sein. Dabei
wurde ein 45-Jähriger lebensgefährlich und ein 50-Jähriger schwer
verletzt. Nach NDR-Angaben wird Borchert von den Ermittlungsbehörden als
Hauptverdächtiger angesehen. (Quelle: Blick nach Rechts vom 27.04.2010)
Nach
nur 400 Metern war Schluss mit dem sogenannten
„Trauermarsch“ der Rechtsextremisten am 27. März 2010
in Lübeck: Sitzblockaden von Neonazigegnern an drei zentralen
Stellen der geplanten Demonstrationsroute sorgten dafür, dass nur
wenige Lübecker vom Aufmarsch der Rechten etwas mitbekamen. Nach
knapp 60 Minuten war der braune Spuk vorüber, den rund 250
Neonazis zuvor vollmundig als „Marsch auf Lübeck”
angekündigt hatten.
Von Stefan Schölermann NDR Info
Auf
der anderen Seite der Trave machten rund 1300 Teilnehmer einer
Gegendemonstration deutlich, wie die große Mehrheit der
Lübecker über diese seit fünf Jahren immer wieder in der
Hansestadt inszenierten „Trauermärsche“ der Rechten
denkt: „Sie geben vor zu gedenken – aber sie können
weder denken, noch gedenken, denn dazu sind diese Neonazis viel zu
verblendet“, rief Lübecks Oberbürgermeister Bernd Saxe
vom Lautsprecherwagen vor dem Hauptbahnhof, wo sich die
Gegendemonstranten versammelt hatten.
Die evangelische
Bischöfin Maria Jepsen aus Hamburg sagte, die
„menschenverachtende Ideologie der Nationalsozialisten”
dürfe sich weder in Lübeck, noch anderswo in Deutschland
breitmachen. Ihr katholischer Amtskollege, Erzbischof Werner Thissen,
warnte vor den „Götzen der Friedlosigkeit“ in der
Nazi-Ideologie. Und der Landesvorsitzende der
Schleswig-Holstein–SPD, Ralf Stegner, bezeichnete den
„Trauermarsch“ als „Deckmantel für eine
menschenverachtende Ideologie”.
In Lübeck hatte zuvor
ein breites Bündnis aus Kirchen, Gewerkschaften, Parteien zum
Protest gegen die „Trauermärsche“ der
Rechtsextremisten aufgerufen. Seit fünf Jahren wird die Hansestadt
alljährlich zum Jahrestag der Bombardierung der Stadt durch
alliierte Kampfflieger im zweiten Weltkrieg von Neonaziaufmärschen
heimgesucht. Die Rechtsextremisten sprechen geschichtsklitternd von
„Bombenholocaust“ und versuchen damit die Geschichte in
ihrem Sinne umzudeuten.
Vielen Lübeckern war der zivile
Protest auf dem Bahnhofsvorplatz offenkundig nicht genug. Etwa 500
junge Leute, viele von ihnen aus dem linksautonomen Spektrum,
versperrten mit Sitzblockaden zentrale Punkte der rechten Route.
Offenkundig hatten manche von ihnen auch noch andere Aktionen geplant:
Am Hauptbahnhof , wo die Neonazis sich zu nächst versammelt
hatten, waren sämtliche Befestigungssc hrauben der stählernen
Fahrradständer aus der Verankerung gelöst worden –
offenkundig um im Bedarfsfall Barrikaden bauen zu können. Doch
dazu kam es nicht. Die mit rund 2000 Beamten massiv im Stadtbild
vertretene Polizei sorgte dafür, dass Neonazis und ihre
Gegner sich nicht zu nahe kommen konnten.
Die
Sicherheitskräfte ließen die Straßenblockierer
gewähren, bis die Rechtsextremisten die Heimreise angetreten
hatten. Dann wurden die Blockaden aufgelöst. Dabei kam es auch zu
Auseinandersetzungen mit der Polizei: Steine wurden auf die Beamten
geworfen, Müllcontainer umgestürzt auch die Fensterscheibe
einer Sparkasse ging zu Bruch. 22 Randalierer wurden in Gewahrsam
genommen, acht von ihnen müssen mit einer Strafanzeige unter
anderem wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und
Landfriedensbruchs rechnen. Andere Protestierer hatten sich
friedlichere und phantasievollere Aktionsformen ausgedacht: Besonders
begehrt war ein T- Shirt mit dem Aufdruck : Neonazis
– gib es da ´nicht was von Ratiopharm?“
Niederlage für Neonazis
Für
die Rechtsextremisten war der Tag eine schwere Niederlage – trotz
bundesweiter Mobilisierung kamen mit 250 Neonazis rund ein Drittel
weniger braune Demonstranten nach Lübeck als im Vorjahr. Eine
besonders herbe Niederlage vor allem für NPD-Spitzenkader Thomas
Wulff, den die Rechtsextremisten als Zugpferd für diesen „
Trauermarsch“ eingespannt hatten, dessen Zugkraft aber
offenkundig zu wünschen ließ. Lediglich „
ameraden“ aus Schleswig-Holstein, Hamburg und einige aus
Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und von jenseits der dänischen
Grenze waren seinem Ruf nach Lübeck befolgt. Vielleicht lag es
daran, dass Wulf diesmal auf seine berüchtigte“
Thälmann“-Mütze verzichtete und „unbehutet“
ins Mikrofon brüllte. Trotzdem hatte er sie „am Mann“
– er trug das von ihm verehrte Utensil in seiner Aktentasche bei
sich.
Erhalten hatte Wulff die fälschlich oft als
„Thälmann-Mütze“ bezeichnete Kopfbedeckung vor 26
Jahren „von Berliner Kameraden“, wie er sagt.
Tatsächlich handelt es sich um die Mütze eines
„Reichsbahners“. Seitdem hat es kaum einen
öffentlichen Wulff-Auftritt ohne Mütze gegeben. Offenbar
verdankt Wulff seinen Bekanntheitsgrad diesem Detail und nicht seiner
sonstigen Aktivität. Selbst Polizeibeamte – in der Regel mit
den einschlägigen Protagonisten der rechten Szene vertraut,
fragten beim Anblick des barhäuptigen Wulff: „Wer ist das
denn?“ Wiedererkennungswert geht anders.
Magere Offensive
Die beiden DVU-Landesverbände
Schleswig-Holstein und Niedersachsen haben am ersten März-Wochenende in Husum ihre
angekündigte „Öffentlichkeitsoffensive“ gestartet.
Gedacht war die Kundgebung „zur Unterstützung des sich in
Gründung befindlichen DVU-Kreisverband Nordfriesland“, wie der
niedersächsische Landesvorsitzende Hans-Gerd Wiechmann mitteilte. Die
Resonanz war dürftig. Wie die Husumer Polizei berichtete, nahmen
„seitens des rechten Spektrums acht Personen teil, darunter ein
Nordfriese“. Demgegenüber wurden 90 Gegendemonstranten gezählt, die
dafür sorgten, dass von den beiden Rednern, Wiechmann und Christian
Worch, kaum ein Wort zu verstehen war. Die nächste DVU-Kundgebung ist
für den 17. April geplant; der Ort ist noch nicht bekannt.
Die
DVU stellt sich in Schleswig-Holstein auf neue Beine. Die Aktivitäten
der Partei waren bis vor kurzem nicht zuletzt durch eine Überalterung
seiner Mitglieder nahezu zum Erliegen gekommen. Selbst die seit einem
halben Jahr wirkende Landesvorsitzende Ingeborg Lobocki (Kiel) sprach
in diesem Zusammenhang von einer fast zehnjährigen Inaktivität. Sie
hatte ihre politische Heimat zuvor viele Jahre bei den Republikanern
und bekleidete auch dort Funktionärsämter. Der Verfassungsschutz sprach
zuletzt von rund 200 Mitgliedern bei der schleswig-holsteinischen DVU.
Jetzt gibt es wieder ein Lebenszeichen der Partei im nördlichsten
Bundesland. In Preetz hat es ein landesweites Treffen gegeben, bei dem
sich verstärkt jüngere Aktivisten zeigten. Im Kreis Stormarn hat man
kürzlich einen neuen Kreisverband unter der Leitung von Rene Döhring
gegründet, im Kreis Nordfriesland soll dies Anfang 2010 erfolgen.
Ferner soll es wieder Schulungsveranstaltungen sowie im Frühjahr
öffentliche Kundgebungen geben – eine klare Konkurrenzansage zur NPD.
Einer der neuen „Antreiber“ bei der DVU ist beispielsweise der
NPD-Überläufer Kevin Stein aus Husum. Der Landesverband
Schleswig-Holstein arbeitet organisatorisch eng mit dem
niedersächsischen Landesverband zusammen, dem Hans-Gerd Wiechmann
(Betzendorf bei Lüneburg) vorsitzt. Letzterer hat in seiner politischen
Vita auch bereits die Republikaner und die NPD durchlaufen.
Der Ton zwischen den rechtsextremen
Parteien NPD und DVU ist seit dem Bruch des „Deutschlandpaktes“ recht
barsch. Die einst fast schon verbrüderten Parteien nutzen seit Monaten
jede Gelegenheit, um sich gegenseitig zu schaden. Besonders Übertritte
von einer zu anderen Partei werden geradezu zelebriert. Die DVU
veröffentlichte zu einem solchen Anlass ein interessantes Interview mit
einem Ex-NPD-Funktionär.
Kevin Stein war demnach „bis vor
kurzem“ Kreisvorsitzender der NPD Nordfriesland und ist nun zur DVU
übergetreten. Seine Ex-Partei habe nun eine Schlammschlacht gegen Stein
angezettelt. Dieser lobte im Gespräch mit seiner neuen Partei artig,
dass es bei dieser „eine sachliche Diskussionsbereitschaft und faire
Berichterstattung“ geben, dies sei in der NPD „schon eher Mangelware“
gewesen. Die Schlammschlacht gegen seine Person erklärt Stein damit,
dass es „immer wieder Personen gibt, die es nicht ertragen können, dass
man Sie [sic!] mit der Wahrheit konfrontiert und ihnen, na ja sagen wir
mal, intellektuell überlegen ist.“
Stein zufolge hatten Funktionäre der
NPD „Dreck am Stecken“ und daher Angst davor, „das man eben diese
Umstände zur Aussprache bringt“. Stein bezeichnete Aussagen, wonach er
Geld unterschlagen hätte, als Lügen. „Die Nerven des neuen
NPD-Kreisvorsitzenden Herrn Günther Lönne und seines Stellvertreters
Herrn Kaehne scheinen blank zu liegen“, so Stein weiter. Diese hätten
„Angst davor, dass mit der Zeit immer mehr NPD-Mitglieder zur DVU
wechseln, und um das zu verhindern wird mir nicht nur mit körperlicher
Gewalt gedroht, sondern es werden auch andere Mitglieder unter Druck
gesetzt.“
Angeblich Geld vom Verfassungsschutz
Im Folgenden erklärt Stein, warum er
die NPD verlassen hat: „Ich bin aus der NPD nicht nur wegen deren Bruch
des Deutschlandpaktes und deren nicht vorhandener klaren Distanzierung
von gewalttätigen subkulturellen Rechten ausgetreten, sondern weil mir
der jetzige und vorige stellvertretende NPD-Kreisvorsitzende Arne
Kaehne gegenüber geäußert hat, das er Geld bekommt, von einem anonymen
Spender. Auf meine Nachfrage hin, ob dieser “Spender” für den
Verfassungsschutz arbeitet, antwortete Herr Kaehne dass es möglich sei.
Außerdem fand bei Herrn Kaehne angeblich vor etlichen Monaten eine
Hausdurchsuchung statt, wo wohl Waffen im Spiel gewesen sein sollen.
Und der neue Kreisvorsitzende hatte früher mal angeblich etwas mit
rumänischen Nutten am laufen, das erzählte mir Arne Kaehne jedenfalls
vor einiger Zeit persönlich.“ Außerdem hätten „zwei weitere Mitglieder
des NPD-KV Nordfriesland vor einigen Wochen Straftaten in der Husumer
Neustadt begangen“, so Kern.
Kern erklärte zudem, er habe bereits
Strafanzeige gegen die NPD-Nordfriesland gestellt, er werde gegen
„Verleumdungen und Beleidigungen juristisch vorgehen“. Stein behauptet
zudem, nach seinem Austritt aus der NPD und dem Eintritt in die DVU
seien beim ihm „Zuhause die Fensterscheiben eingeschlagen“ worden. „Ich
dachte erst, das waren die Linksradikalen. Aber momentan glaub ich
immer mehr, dass diese Tat aus ganz anderen Kreisen kam. Jeder kann
sich ja jetzt denken aus welchen. Bedroht wurde ich persönlich auch.
Herr Kaehne rief mich mehrmals an und drohte mir: Ich solle aufpassen
was ich mache. Auch aus anderen Kreisverbänden wurde mir klargemacht,
ich solle mich nicht mehr auf Demonstrationen sehen lassen, da ich eine
falsche Schlange sei und zum “Judenverein DVU” gewechselt bin.“
Lesetipp: redok über absurde Vorgänge bei der NPD in Nordfriesland
Der Bezeichnung „Judenverein“ wollte
ein anderer norddeutscher DVU-Funktionär offenbar entgegenwirken, da in
diesen Kreisen eine solche Titulierung eine Beleidigung sein soll. Der
Bremerhavener DVU-Abgeordnete Rudolf Bargmann möchte Juden und
Ausländer mit einer „Rückreiseprämie“ in ihre Heimat zurückschicken,
berichtete die Nordsee-Zeitung.
„Ich hätte nichts dagegen, auch Juden, die es wünschen, eine Prämie zu
zahlen, um ihnen ein Leben im so genannten gelobten Land zu
ermöglichen.“ Auf Nachfrage der NORDSEE-ZEITUNG bestätigte Bargmann die
Richtigkeit des Zitats. (Quelle: NPD-Blog)
Razzia gegen Neonazis: Sechs Maschinenpistolen beschlagnahmt
Am
06. Oktober sowie am 13. Oktober 2009 hat das Landeskriminalamt
Schleswig-Holstein mit insgesamt 100 eingesetzten Beamten gemeinsam mit
Spezialkräften, Spürhunden und technischer Unterstützung zehn Objekte
im Bereich Flensburg, Nortorf, Niebüll und Tönning durchsucht. In den
Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und
Baden-Württemberg wurde parallel jeweils ein Objekt durch die dort
zuständigen Stellen durchsucht. Die Staatsschutz-Abteilung des
Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein ermittelt nach eigenen Angaben
seit November 2008 gegen acht Hauptbeschuldigte im Alter zwischen 22
und 68 Jahren, die in der Mehrzahl bereits wiederholt polizeilich in
Erscheinung getreten sind. Ihnen werden illegaler Handel mit
Schusswaffen, unerlaubter Waffenbesitz und das Verändern von
Schusswaffen vorgeworfen.
Waffen für Neonazis, Kriminelle und Rocker
Die Polizei geht davon aus, dass die
Beschuldigten in erheblichem Maße ihren Lebensunterhalt durch die
Begehung dieser und weiterer Straftaten bestritten haben. Die
Schusswaffen sind nach den bisherigen Ermittlungen nicht in größeren
Chargen sondern in Einzelverkäufen weitergegeben worden, und zwar an
Personen aus dem rechten Milieu, dem allgemeinkriminellen Milieu, der
Türsteher- und der Rockerszene. Schwerpunkte der Täteraktivitäten
liegen in Schleswig-Holstein in den Bereichen Flensburg, Nortorf und
Westküste. Einer der aus Flensburg stammenden Haupttäter ist über die
Landesgrenzen hinaus als Mitglied der rechten Szene bekannt und in
diesem Zusammenhang bereits wiederholt polizeilich aufgefallen. Weitere
Beschuldigte stehen der rechten Szene nahe.
Die Ermittler stellten eine Vielzahl von Waffen, Munition und weiteren Tatmitteln sicher:
6 Maschinenpistolen, davon zwei mit Schalldämpfer, 7 Pistolen, davon
eine mit Schalldämpfer, 5 Revolver, 1 sogen. Pumpgun, 12 Langwaffen
(Jagdgewehre), Waffenteile, diverse Schreckschusswaffen und verbotene
Messer, Bolzenschussgeräte sowie etwa 2000 Schuss Munition
verschiedenen Kalibers
Daneben konnten größere Mengen an
Schmuck sowie Tatwerkzeugen sichergestellt werden, deren Zuordnung
aktuell andauert. Hier vermuten die Ermittler eine Herkunft aus
Einbruchstaten und sonstigen Diebstählen. Die Ermittlungen werden durch
das Landeskriminalamt weitergeführt, Schwerpunkte bilden hier
insbesondere die Herkunft der Waffen und die Verkäufe.
Bei Verbindungen zwischen Rockern und Rechtsextremen
handelt es sich nach Ansicht der Bundesregierung um “vereinzelt
festzustellenden Berührungspunkte” bzw. “besonders gelagerte
Einzelfälle”, aus denen sich ein bundesweiter Trend einer ideologisch
basierten Verbindung zwischen den beiden Gruppierungen nicht ableiten
lässt.
Dem Bundesamt für Verfassungsschutz liegen nur in
zwei (Einzel-)Fällen Informationen über Verbindungen von Mitgliedern
der rechtsextremistischen NPD zu Angehörigen von Rockergruppierungen
vor. Hinsichtlich der DVU liegen keine entsprechenden Erkenntnisse vor.
Unterdessen wurde bekannt, dass auch in
Mecklenburg-Vorpommern offenbar eine Verbindung zwischen Neonazis und
Rockermilieu besteht. In Südniedersachsen waren zudem bei Razzien im
Neonazi- und Rotlichtmilieu ebenfalls zahlreiche Waffen sichergestellt
worden. (Quelle: NPD-Blog)
Carstensen Arm im Arm mit Neonazis
Schleswig-Holsteins
Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) gibt sich gerne
bürgernah – auch und gerade am späten Abend einer Landtagswahl: Und
gerne lässt er sich dabei ablichten, wenn er mit den Menschen auf
Tuchfühlung geht. Doch diesmal hat sich der Ministerpräsident mit
seiner Bürgernähe gewiss keinen Gefallen getan: Ein Foto,
veröffentlicht in einem rechtsextremen Internetforum, zeigt Carstensen
im Kieler Landeshaus Seite an Seite mit aktiven Neonazis aus der Kieler
Szene. Um zwei von ihnen hat Carstensen den Arm gelegt, der Dritte mit
auffälliger Bürstenfrisur steht lachend daneben.
Stefan Schölermann, NDRInfo
Das Foto entstand offenbar am späteren
Wahlabend, denn Carstensen hatte seine Krawatte bereits abgelegt. Die
Rechtsextremisten hatten Carstensen offenbar unter einem Vorwand zu dem
Foto überredet. Im Internet feiern sie diesen „Coup“ in fehlerhaftem
Deutsch als „Nationaler Fototermin mit dem Ministerpräsident“. Offenbar
hatten weder Carstensen noch seine Personenschützer oder der
Sicherheitsdienst erkannt, wer da um ein gemeinsames Foto bat.
Dabei sind mindestens zwei der Neonazis
in Kiel bei der Polizei bekannt. Seit einigen Monaten kommt es in der
Landeshauptstadt an der Kieler Förde immer wieder zu
Auseinandersetzungen zwischen linker und rechter Szene. Mindestens
einer der Abgelichteten soll dabei eine aktive Rolle spielen.
Carstensen gibt sich ungerührt. In
einer schriftlich verbreiteten Stellungnahme lässt der CDU- Politiker
wissen, dass ihm persönliche und auch spontane Begegnungen mit den
Menschen wichtig seien: „Von dieser Haltung werde ich mich auch in
Zukunft nicht abbringen lassen – auch nicht durch Täuschungen und dumme
Propagandatricks aus der rechtsextremen Ecke.“
Doch es bleiben Fragen: Wie konnte es
den Neonazis an diesem Abend überhaupt gelingen, in den Landtag
hineinzukommen. Zugang hatten außer den Abgeordneten und deren
geladenen Gästen nur die Medien. Im Internet rühmen sich die Neonazis,
dass sie am Wahlabend unerkannt alle Fraktionsräume besucht hätten.
Schleswig-Holsteins Landtagspräsident Martin Kayenburg räumt ein, dass
im Trubel eines Wahlabends auch der ein oder andere unerwünschte Gast
durch die Schleusen der Sicherheitskontrollen geschlüpft sein könnte.
Ein Sicherheitsproblem, vor allem für
prominentere Politiker, sieht man in der Landtagsverwaltung aber nicht
und verweist auf die Personenschützer der Politiker. Zugleich kündigte
Kayenburg eine Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen an, die – wenn
nötig – angepasst werden müssten. “Es darf nicht sein, dass erklärte
Feinde der Demokratie das offene und besucherfreundliche Landeshaus für
ihre menschenverachtenden Zwecke missbrauchen“, sagte Kayenburg.
Zumindest an diesem Wahlabend waren die Kieler Neonazis dabei nicht
ohne Erfolg.
Der Pirat aus dem “Störtebekernetz”
Ein
ehemaliger Kameradschaftskader aus Sachsen ist seit kurzem Mitglied der
Piratenpartei in Niedersachsen. Die Partei agierte bisher nicht gerade
glücklich im Umgang mit Rechtsextremismus. Der Landesverband
Niedersachsen muss sich jetzt unangenehmen Fragen stellen lassen. Wie
ist es zu bewerten, wenn sich ein ehemaliger Kameradschaftskader der
Partei anschließt? Wie ist damit umzugehen, wenn er
Parteiveranstaltungen besucht?
“Udo Hempel ist ein sehr aktiver
Pirat”, sagt Christian Koch, Landesvorsitzender der Piratenpartei in
Niedersachsen. Hempel hat an Plakataktionen und Infotischen
mitgearbeitet – so, wie es sich eine Partei von einem vorbildlichen
Mitglied wünscht. Allerdings war Udo Hempel vor nicht allzu langer Zeit
politisch noch anderweitig zu Hause. Es handelt sich nämlich um
denselben Udo Hempel, der bis vor fünf Jahren ein führender Kopf der
sächsischen Neonaziszene war und auch dem Verfassungsschutz bekannt war.
Gestern Kamerad – Heute Pirat
In einem Bericht der „Sächsischen Zeitung“ im August 2004 wird Hempel als Anführer der Kameradschaft „Organisation dianoetisch-alternativer Lebensauffassung“ (O.D.A.L.) genannt. Die dianoetische Lebensauffassung geht bis auf Aristoteles zurück und wurde in jüngerer Zeit von rechten Esoterikern aufgegriffen. In der Abkürzung nimmt die Kameradschaft auf die Odal-Rune
Bezug. Die Rune germanischen Ursprungs, wird immer wieder von Alt- und
Neonazis benutzt und diente auch einer SS-Einheit im zweiten Weltkrieg
als Erkennungszeichen. In Zusammenhang mit dem Kameradschaftsspektrum
wird Hempel 2003 auf altermedia (früher
auch Störtebekernetz), einem Nachrichtenportal der Neonazis, im Rahmen
einer Kameradschaftsmahnwache erwähnt – zusammen mit Mario Matthes,
einem vorbestraften Neonazi aus Rheinland-Pfalz, der aufgrund eines
Übergriffs der Uni verwiesen wurde. aufgegriffen.
Zu diesem Zeitpunkt hat Hempel schon eine beachtliche
Szenekarriere hinter sich. In den Neunzigern war der
heute 33-jährige Hempel bereits Vorsitzender des Jungen Nationalen Spektrums dem Jugendverband des Nationalen e.V.
(JNS). Der Nationalen e.V. löste sich 1997 auf, wahrscheinlich um
einem Verbot zuvorzukommen. 2001 wurde Hempel namentlich im Verfassungschutzbericht
des Landes Brandenburg erwähnt. Demnach versuchte er zusammen mit
anderen Kameradschaftskadern, das JNS wiederzubeleben. Dem Bericht
zufolge war das wieder gegründete Netzwerk, ein „strukturarmes
Sammelbecken für neonazistische Kameradschaften und Kleingruppen“. Das
JNS organisierte Demonstrationen und gab eine eigene Zeitschrift
heraus. Nach Informationen des Kulturbüros Sachsens war Hempel darüber hinaus in der Kameradschaft „Schlesische Jungs“ organisiert.
Auffällig an Hempel sei sein
pragmatisches Auftreten gewesen. Er habe zu jenen Kameradschaftlern
gehört, die „ordentlich angezogen sind, den Gauwinkel
‚Schlesien’ auf dem Ärmel tragen und die nach Schmierereien das
Bushäuschen neu streichen.“ Nach Informationen der Opferhilfe Amal in
Sachsen beteiligten sich die „Schlesischen Jungs“ neben Demonstrationen
auch an gewalttätigen Übergriffen auf alternative Jugendliche. Seit
circa fünf Jahren hat man von Udo Hempel allerdings nichts mehr gehört.
Piraten: „Jeder hat das Recht sich zu ändern“
Dem Landesvorsitzenden der Piraten,
Christian Koch, ist die Sache seit anderthalb Wochen bekannt. Daraufhin
habe es ein klärendes Gespräch gegeben. Udo Hempel habe nichts gesagt
oder unternommen, um in eine Funktion innerhalb der Partei zu kommen.
Auch ansonsten sei er völlig unauffällig. Insofern gebe es von Seiten
der Piratenpartei keine Bedenken. Hätte sich herausgestellt, dass
Hempel ein aktiver Neonazi sei, wäre „selbstverständlich“ ein
Parteiausschlussverfahren eingeleitet worden. Vor allem hebt der
Landesvorsitzende hervor: „Jeder hat das Recht sich zu ändern.“
Diese Wandlung zieht ein Mitarbeiter
des Kulturbüros Sachsens in Zweifel, in Anbetracht der tiefen
Verwurzelung Hempels sei an „eine grundlegende Wendung nicht zu
glauben.“ Vielmehr sei wahrscheinlich, dass Hempel in den Forderungen
der Piraten ein neues gesellschaftliches Ordnungsprinzip jenseits der
parlamentarischen Demokratie sehe, wie es auch von Kameradschaftlern
angestrebt wird.
In einer Stellungnahme Hempels, die
über den E-Mailverteiler der Piraten in Niedersachsen ging und die MUT
vorliegt, gibt Hempel zu, dass er „bis 2003 in der rechten Szene
verwurzelt war“. Er schreibt weiter, er habe sich resozialisiert, er
müsse nicht demokratisiert werden, das habe er ganz allein geschafft.
Andere Äußerungen, wie dass er „nie ein Rassist oder Ausländerfeind
war“, erscheinen allerdings zweifelhaft, ging doch die eingangs
genannte Mahnwache mit Mario Matthes unter anderem gegen den
„ungezügelten Zustrom von Volksfremden“.
Es gibt Zweifel an der Wandlung, die
Hempel behauptet gemacht zu haben und Widersprüche zwischen konkretem
Handeln in der Vergangenheit und seinem Statement auf dem
E-Mailverteiler in der Gegenwart. Der Vorstand der Piraten hat sich
jedoch dafür entschieden, Hempel bei den Piraten eine zweite Chance zu
geben. Die Befürchtung, dass sich antidemokratische Personen in der
Partei etablieren könnten, hält der Landesvorsitzende für unbegründet:
„Wir sind in unserer Struktur so gefestigt, dass die Alarmglocken
natürlich schrillen, wenn jemand extremistische Tendenzen zeigt.“ Wie
schwer der Partei der Umgang mit Demokratiefeinden trotz „gefestigter
Strukturen“ mitunter fällt, zeigte die Auseinandersetzung um den Holocaust-Leugner Bodo Thiesen.
NPD bei Landtagswahl halbiert
Die
extrem rechte NPD erzielte bei der Landtagswahl in
Schleswig-Holstein 0,9 Prozent (14.977 Zweitstimmen) und wurde
gegenüber 2005 (27.676 Stimmen = 1,9 Prozent) halbiert.
Auch in
Dithmarschen verloren die Neonazis die Hälfte ihrer
Wähler_innen: In Dithmarschen-Süd wählten
480 Menschen
die NPD, was gegenüber 2005 (741
Zweitstimmen = 2,1 Prozent) ein Verlust von 0,8
Prozent bedeutet. Noch stärker verlor die
NPD in Dithmarschen-Nord: Sie erhielt noch 323 Zweitstimmen (0,9
Prozent) gegenüber 740 Stimmen (2,1
Prozent) von 2005. Besonders erfreulich ist, dass die NPD bei der
Landtagswahl die für die Wahlkampfkostenerstattung wichtige
Grenze von 1 Prozent verfehlt hat.
Bei der Bundestagswahl kam die NPD in
Schleswig-Holstein wie 2005 auf 1,0 Prozent. Sie konnte dieses Ergebnis
aber nur halten, weil die Wahlbeteiligung zurückging. 15.848
Schleswig-Holsteiner_innen wählten bei der Bundestagwahl die
NPD
gegenüber 17.061 bei der letzten Wahl. Die DVU bekam 1.764
Stimmen, was 0,1 Prozent entspricht.
Demonstration gegen Neonazitreff
"Club 88"
Mehrere
hundert Menschen haben am Sonnabend in Neumünster gegen den
Neonazitreff "Club 88" demonstriert. Dazu hatte das Bündnis
gegen
Rechts aufgerufen, ein Zusammenschluss aus 35 Organisationen, darunter
Gewerkschaften, Kirchen und Politiker.
Die rund 400 Teilnehmer seien am Nachmittag zu ihrem
Demonstrationszug gestartet, teilte ein Polizeisprecher mit. Der
Auftakt sei friedlich verlaufen. Vor der Bundes- und Landtagswahl
wollten die Organisatoren auch ein Zeichen gegen die Wahl der NPD und
anderer rechtsextremer Parteien setzen, wie der Verdi-Bezirk
Südholstein mitteilte.
Aus
dem Demonstrationsaufruf: "Der Club
“Heil Hitler” steht seit 13 Jahren völlig
ungestört gegenüber einer Schule mitten in einem
Wohngebiet,
als wäre dies das Normalste der Welt
und als hätte es die in der NS-Zeit verübten
Verbrechen
nie gegeben. Das Ergebnis aus 13 Jahren Club 88 kann man sich mit einem
Blick auf die Verhältnisse heute in Neumünster
ansehen.
Neumünster verfügt wie kaum eine andere Stadt in
Schleswig-Holstein sowohl über eine organisierte Naziszene als
auch über eine rechtsextreme
“Alltagskultur”. In Neumünster brauchen
Nazis nicht
erst über Infotische, Aufmärsche oder dergleichen
versuchen, Akzeptanz in der Mitte der Gesellschaft
zu finden, sie sind längst da, in einigen Sportvereinen, in
Kneipen, auf Stadtfesten etc."
In Schwarzenbek
ist es am 21.09.2009 zu einem Brandanschlag aus der
rechtsextremen Szene gekommen. Der bislang unbekannte Täter bekannte
sich telefonisch zu dem Anschlag und bekräftige seine rassistische
Motivation zur Tat. Eine ganze Gruppe stehe dahinter.
Wie die Lübecker Nachrichten berichten, wurde in der Nacht von Sonntag auf Montag ein Brandanschlag auf das Restaurant “Feuerschloss”
in Schwarzenbek im Kreis Herzogtum Lauenburg verübt. Ein bislang
unbekannter Täter warf gegen 01.50 Uhr am 21. September 2009 zunächst
eine Scheibe des Restaurants ein. Anschließend flogen mehrere
Brandsätze in den Innenraum, die letztlich nicht zündeten. Anwohner
hörten laut Polizeiangaben
einen lauten Knall und sahen einen Mann (ca. 25 Jahre alt, 175-180 cm
groß, sehr schlank, dunkles Haar, helle Buntfaltenhose, dunkle
Oberbekleidung) weglaufen. Die Feuerwehr konnte den Brand schnell
löschen und dem Wirt, der über dem Restaurant wohnt, ist nichts
passiert. Es entstand ein Sachschaden von ca. 5.000 Euro.
Rechtsextreme Gruppe bekennt sich zu Anschlag
Der Täter bekannte sich kurz darauf
bei einem Redakteur der Lübecker Nachrichten zu dem Anschlag. Am
Mobiltelefon des Journalisten meldete sich eine männliche Stimme mit
den Worten: “Hier ist der Brandanschläger von Schwarzenbek”. Er wolle
nur mitteilen, dass das hier nur der Anfang gewesen sei. Die “Scheiß
Kanaken” müssten raus, forderte der Neonazi in dem etwa eine Minuten
dauernden Anruf. Zudem behauptete der Anrufer, dass er nicht alleine
sei: “Wir sind mehrere, eine Gruppe”.
Nicht das erste Mal!
Wie so oft kommt der rechtsextreme
Anschlag nicht aus heiterem Himmel. Das Opfer hatte bereits in der
Vergangenheit häufiger über rassistische Beleidungen geklagt. Vor einem
Jahr wurde sogar das Auto des Restaurant-Besitzers durch einen
Brandsatz in Flammen gesetzt. Trotzdem ging die Polizei noch am Montag
Vormittag nicht von einem „ausländerfeindlichen Hintergrund“ aus. (Quelle: NPD-Blog)
Gefährliche
Verbindung
Der militante Ex-NPD-Kader Peter Borchert scheint
an einer Karriere im kriminellen Rockermilieu zu basteln.
Ab
Freitag muss sich der 33-jährige Ralf D. vor Gericht
verantworten.
Der mutmaßliche Neonazi aus dem Umfeld des
Ex-NPD-Landesvorsitzenden Peter Borchert ist wegen
gefährlicher
Körperverletzung angeklagt. Im März 2007 soll der
Beschuldigte den Hells Angel Dennis K. mit einem Messer attackiert und
lebensgefährlich verletzt haben.
Ursprünglich
sollte
das Verfahren schon im August 2008 eröffnet werden. Doch vor
Beginn des Prozesses lieferten sich etwa 30 Neonazis und Hells Angels
vor dem Amtsgericht eine wüste Massenschlägerei. Am
Ende gab
es zwei Schwerverletzte. Der ehemalige NPD-Landesvorsitzende Peter
Borchert soll mit einem Messer auf die späteren Opfer,
darunter
wieder Dennis K., den nur eine Notoperation das Leben rettete,
losgegangen sein.
Im Februar 2009 musste sich
Borchert, der nun
eine Gruppe „Autonomer Nationalisten“
anführt und
über eine fast 10-jährige Gefängniskarriere
zurückblickt, wegen dieses Delikts vor dem Kieler Landgericht
verantworten. Einen Tag vor Prozessbeginn hatte sich Borchert mit
seiner damaligen Freundin verlobt, diese berief sich daraufhin auf ihr
Zeugnisverweigerungsrecht. Da auch die anderen Zeugen schwiegen, wurde
Borchert aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Allerdings hat die
Staatsanwaltschaft Revision eingelegt.
Derweil
scheint der wegen
verschiedener Delikte bereits mehrfach verurteilte Ex-NPD-Kader an
einer neuen Karriere im kriminellen Rockermilieu zu basteln.
Ausgerechnet in Schleswig-Holstein, welches bislang von den Hells
Angels als ihr Stammland betrachtet wird und andere Rockergruppen nicht
geduldet werden, gilt Borchert als zentrale Figur bei der Expansion des
MC Bandidos und seiner Supporterclubs.
Offiziell
geben sich die
so genannten Outlaw Motorcycle Gangs wie Hells Angel MC, Gremium MC und
Bandidos MC unpolitisch. Verbindungen zur rechtsextremen Szene werden
unter Verweis auf ihre internationalen Verbindung stets bestritten.
Eine Einschätzung, die vom Landeskriminalamt
Mecklenburg-Vorpommern nicht geteilt wird. Ein Sprecher der
Behörde teilt mit: „Sowohl in MV als auch in den
anderen
Bundesländern ist bekannt, dass einzelne Mitglieder der
Rockergruppierungen Kontakte zur rechtsextremen Szene unterhalten
beziehungsweise mit dieser sympathisieren.“ Als am 12. August
in
Neumünster etwa 50 Rocker der verfeindeten Supporterclubs von
Bandidos und Hells Angel aufeinandertrafen, zeigte sich auch der
ehemalige NPD-Landesvorsitzende von Schleswig-Holstein Peter Borchert
erstmals in der Kutte der Chicanos Neumünster, dem
örtlichen
Supporterclub des Bandidos MC.
Bei der Begegnung der
beiden
Rockergangs sammelten die herbeigerufenen Polizeibeamten diverse
Waffen, wie Messer, Baseballschläger, Teleskopschlagstock und
Pfefferspray ein.
Bundesweit befehden sich die
Outlaw Motorcycle
Gangs im Kampf um ihre Herrschaftsgebiete. Die Mitglieder der beiden
international agierenden und verfeindeten Motorradclubs
„begehen
im Bundesgebiet Straftaten, die teilweise auch der Organisierten
Kriminalität zuzuordnen sind“, teilt der Sprecher
des
Landeskriminalamtes (LKA) mit. Waffen-, Drogen-, Menschenhandel und
Prostitution sind die illegalen, Bars, Tattoo-Studios und
Sicherheitsdienste die legalen Geschäftsfelder der
Rockerbanden.
Wie bei der Mafia, bei den Motorradclubs herrscht eine Art
Omertà, das Gesetz des Schweigens. Streitigkeiten um
Gebietsansprüche, die Vorherrschaft im Milieu regelt man nach
dem
Prinzip „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Wenn einfache
Drohgebärden nicht mehr ausreichen, wird es brutal. Die
Palette
der Gewalttaten reicht dann von Überfällen, dem
Einsatz von
Sprengstoffen, wie jüngst im brandenburgischen Eberswalde,
schweren Körperverletzungen bis hin zum Mord.
Dank
Borchert
haben sich die wiederholten Beteuerungen des Bandidos MC und seiner
Supporterclubs, sie seien unpolitisch und schon gar nicht rechtsextrem,
als Fabel herausgestellt.
Mit
großen Worten verbreitet die NPD seit rund 14 Tagen die
Meldung, eine
neue “Schulhof-CD” sei da und würde
derzeit im Wahlkampf an Jugendliche
verteilt. Die CD trägt den programmatischen Titel
“BRD vs.
Deutschland”. Die NPD versucht, dieses Mal in Zusammenarbeit
mit den
neonazistischen “Freien Kräften”, mit
dieser neuen “Schulhof-CD” sowohl
Aufmerksamkeit in den Medien zu erringen als auch junge Menschen
für
ihren antidemokratischen Kampf zu gewinnen.
“Aus
unserer Perspektive muss auf das Auftauchen dieser neuen
“Schulhof-CD” reagiert werden”, schreiben
Martin Langebach, Jan Raabe
und David Begrich von “Argumente & Kultur gegen
Rechts e.V.”.
Totschweigen oder beschlagnahmen seien keine geeigneten Reaktionen, es
sollte besonnen und mit Bedacht reagiert werden. Als den besten Weg
empfinden die Autoren einer lesenswerten Broschüre, den
politischen
Kerngehalt dessen, was die NPD & die “Freien
Kräfte” auf dem
Tonträger präsentieren, zu analysieren und in Bezug
zu setzen zu ihrer
antidemokratischen und damit auch verfassungsfeindlichen
Weltanschauung.
Die Analyse haben die Autoren in einer
Argumentationshilfe
kostenlos
im Format eines pdf zur Verfügung gestellt. Darin werden
Analysen zu
den Liedtexten geliefert. “Ferner finden Sie darin
Informationen zu den
Bands und Musikern. Im Anhang wurden alle Texte des Tonträgers
samt des
Begleitheftes dokumentiert, so dass Sie sich auch selbst kritisch mit
diesem Propagandamedium auseinandersetzen können”,
schreiben die
Autoren.
Der norddeutsche Neonazi
Thomas Wulff,
NPD-Bundestagskandidat in Schleswig-Holstein, ist seit rund 30 Jahren
in der Szene verankert.
Sechs
Bewerber hat der Kreiswahlausschuss der Hansestadt Lübeck
für die
Bundestagswahl am 27. September dieses Jahres zugelassen. Zu ihnen
zählt auch der norddeutsche Neonazi Thomas Wulff. Der mehrfach
verurteilte Wulff gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten
Neonazis
der Bundesrepublik.
Wulff war Eigenangaben zufolge 1978 zu „politisch
organisierten
Kameradenkreisen“ aus dem Spektrum der
„Aktionsfront Nationaler
Sozialisten/Nationale Aktivisten“ (ANS/NA) und der NSDAP/AO
gestoßen.
Den Schritt in die politisch organisierte Bewegung machte Wulff nach
einem persönlichen Kennenlernen des damaligen
Neonazi-Führers Michael
Kühnen 1982. Kühnen, so Wulff,
„überzeugte mich davon, dass es wichtig
war, wieder eine Organisation zu schaffen, die ganz deutlich
für die
Ideale und Ziele unserer Weltanschauung eintrat.“ In den 80er
Jahren
gehörte Wulff als Bundesvorstandsmitglied der 1995 verbotenen
Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP) an. Im Mai 1986 hielt er
sich besuchsweise in der DDR auf, der „Führungskader
der FAP“, so ein
Eintrag in einer Akte des Ministeriums für
Staatssicherheit“, war „in
uniformähnlicher Bekleidung“ aufgetreten. Jedoch
ergaben die
eingeleiteten Kontrollmaßnahmen, so hieß es in der
Akte, „keine Anhalte
auf feindliche Aktivitäten“.
1989 rief Wulff mit seinem damaligen engen Vertrauten
Christian
Worch in Hamburg die „Nationale Liste“ (NL) ins
Leben. Die „Partei des
neuen Nationalismus“ hatte den Kampf gegen die
„Überfremdung unseres
Vaterlandes“ und die „irrigen Versuche der
‘Ausländerintegration’“ auf
ihre Fahnen geschrieben. Die „Nationale Liste“wurde
1995 verboten. Als
Reaktion auf die durch zahlreiche Vereinsverbote seit 1992
„heimatlos“
gewordenen Neonazi-Kräfte setzte Wulff gemeinsam mit Worch ein
Konzept
um, das die Vernetzung der Neonazi-Szene in einem Geflecht scheinbar
strukturloser „Kameradschaften“ vorsah. Dem Konzept
gab Wulff den Namen
„Freie Nationalisten“ – mit dem Symbol
der schwarzen Fahne. In der
Neonazi-Zeitschrift „Zentralorgan“ wurde dazu
ausgeführt: „Ein freier
Nationalist ist ein Kamerad oder eine Kameradin, welche/r sich zu
allererst dem Volke und der Nation verpflichtet fühlt.
Für mich
bedeutet dies, dass ich immer wieder versuche, trotz aller
Spaltungsversuche und Abgrenzungsbeschlüsse innerhalb der
nationalen
Opposition, das gemeinschaftliche Handeln in den Vordergrund zu
stellen.“ Mit einem gemeinsamen Aufruf mit der NPD zu einer
Kundgebung
Ende des Jahres 2003 wurde Wulff zum Wegbereiter neuer Beziehungen
zwischen Freien Nationalisten und der NPD.
Im September 2004 trat Wulff gemeinsam mit den Neonazis
Thorsten
Heise und Ralph Tegethoff der NPD bei. In ihrer Begründung
erklärten
die Neonazis, seitens der NPD sei der Wille zu spüren gewesen,
„sich
als Partei deutlich in das Gesamtgefüge einer Bewegung des
Widerstandes
einzufügen“. Bereits im Folgemonat Oktober wurde
Wulff in den
Bundesvorstand der NPD gewählt und avancierte zum
persönlichen
Referenten des NPD-Parteivorsitzenden. Im Mai 2008 schied Wulff
vorübergehend aus dem NPD-Bundesvorstand aus, dem er seit
April 2009
wieder angehört.
Bundesweite Schlagzeilen lieferte Wulff bei der Beisetzung des
Altnazis Friedhelm Busse am 26. Juli in Passau 2008. Im Beisein des
NPD-Vorsitzenden Udo Voigt legte Wulff auf dem bereits abgesenkten Sarg
Busses eine Reichskriegsflagge mit Hakenkreuz aus. Bei dem damaligen
Bündnispartner der NPD wurde das offenkundig nicht gern
gesehen.
Gerhard Frey, der langjährige frühere
DVU-Bundesvorsitzende,
kritisierte Wulffs Aktion in der „National-Zeitung“
folgendermaßen:
„Dass jede Form oder auch Andeutung von Neonazismus der
antideutschen
Meinungsindustrie willkommen ist, wird kaum jemand bezweifeln, der die
Polemik fast aller Massenmedien verfolgt. Umso
unverständlicher ist es,
wenn es immer wieder Deutsche gibt, die durch Andeutung von Neonazismus
oder dessen Symbolen genau das darstellen, worauf das antideutsche
Lager der ‘westlichen Wertegemeinschaft’ so
sehnlich wartet und wofür
Tausende Agenten eingesetzt werden.“ Frey
abschließend: „Jeder Patriot
sollte sich ... wehren, was in Richtung Nazismus und Neonazismus
führen
könnte. Abertausende V-Leute der Geheimdienste betreiben
dieses
schmutzige Geschäft. Aber kein aufrechter Deutscher darf sich
daran
beteiligen.“
Dieser Artikel ist erschienen
in : Blick nach Rechts Ausgabe
16/2009
Flaute
beim Sommerfest der NPD
Die
NPD in Schleswig-Holstein scheint vor sich hinzudümpeln. Zur
Landtagswahl am 27. September werden noch
Unterstützungsunterschriften benötigt, der
Wahlparteitag hat
noch nicht stattgefunden.
Bereits zum vierten Mal
feierte die
NPD in Schleswig-Holstein ihr Sommerfest ungestört auf einer
Weide
am Ortsrand von Wentorf im Landkreis Rendsburg-Eckernförde.
Eigens
dafür waren am letzten Samstag (8. August) mit einem
weißen LKW
Sonnenschirme, Holzbänke und zahlreiche Getränke mit
Kisten
angekarrt worden. Ein Grill wurde aufgebaut. An der Einfahrt zur Wiese,
die einem älteren Sympathisanten gehören soll,
standen
Dixi-Toiletten. Von der Straße ist der Feierplatz kaum
einsehbar,
nur hundert Meter dahinter erstreckt sich das unwegsame Ufer des
Wittensees.
Die NPD-Organisatoren um Jörn
Lemke,
Kreisvorsitzender aus Lübeck und Hermann Gutsche, Stadtrat in
Kiel, rechneten wie in den vergangenen Jahren mit einer
größeren Schar von Gästen aus dem gesamten
Bundesland.
Sie wurden enttäuscht. Aufgrund von zahlreichen anderen
Veranstaltungen wie den „Wikinger-Tagen“ in
Schleswig,
einem Stau auf der Autobahn Richtung Flensburg, sowie dem kurzfristig
anberaumten Doppelwahlkampf nahmen sich weniger Kameraden als erwartet
die Zeit zum Feiern in dem entlegenen Dorf.
Die NPD
scheint in
Schleswig-Holstein vor sich hin zu dümpeln. Die Freien
Nationalisten bauen unterdessen ihren Einfluss aus. Bei der letzten
Landtagswahl erzielte die Partei rund 1,9 Prozent der Stimmen, nur zwei
Mandatsträger in Kiel und in Lauenburg fördern die
kommunalpolitische Verankerung. Mit einem Zugpferd wie Thomas Wulff
erhoffte sich die Spitze im Vorfeld der Doppelwahlen im Herbst neue
Zugkraft. Doch auch Wulff war bis zur Feiereröffnung am
Nachmittag
nicht erschienen. Wulff, der im Norden immer noch als Integrationsfigur
zwischen Parteien und Kameradschaften gilt, lebt ursprünglich
im
Landkreis Boizenburg in Mecklenburg-Vorpommern, doch inzwischen soll er
zeitweilig auch im Kreis Herzogtum Lauenburg bei einem NPDler
ansässig sein.
Gegen drei Uhr trudelten
noch einige
jüngere Neonazis mit ihren Freundinnen ein. Ein paar
ältere
Gäste saßen bereits ungeduldig unter den
Zeltpavillons. An
einem der Tische wurde Szene-Kleidung angeboten. EDV-Berater Gutsche
saß an einem anderen Tisch und sammelte Geld und Listen ein.
Ein
lauter Generator versorgte die NPD-ler mit Strom.
Gegen
halb
vier Uhr begnügten sich die Organisatoren mit einer kurzen
Eröffnungsrede, die sich vor allem mit der Dringlichkeit der
nötigen Unterschriftenlisten zur Landtagswahl am 27. September
befasste. Eher fröhlich wurde auch eine Tombola
angekündigt.
Die Feierrunde fühlte sich völlig ungestört.
Einige
Glatzköpfe trugen Shirts mit Aufschriften wie
„88“,
„Störkraft“ oder ein
„Lunikoff“-Shirt. Auf
dem Pullover einer jungen Frau mit kurzen blonden Haaren prangte eine
Irminsul. Unter den Gästen waren auch Jens Lütke, der
bereits
als Spitzenkandidat für die Landtagswahl genannt wurde, obwohl
bisher noch kein Wahlparteitag stattgefunden hat, sowie Elfriede
Parlow, ehemalige Kandidatin aus Ostholstein.
In den
Jahren
zuvor gehörten Musik von nationalen Liedermachern oder
Tauziehen
zum Programm. Man feierte bis in die Nacht. Diesmal war nach
Polizeiangaben um 19.30 Uhr Schluss. „Aus polizeilicher Sicht
gab
es keine Beanstandungen“, bestätigt der
Pressesprecher der
Polizei in Neumünster.
Musik hätte
in diesem Jahr auch
wenig Sinn gemacht: Ein Mähdrescher verrichtete laut und Staub
aufwirbelnd am angrenzenden Feld seine Arbeit. Einige Bewohner aus der
Region freuten sich darüber, ihnen passt das
alljährliche
Erscheinen der NPD ohnehin nicht. Doch mit dem Eigentümer der
Weide sei nicht zu reden, berichten sie vorsichtig. Eine Frau aus
Bünsdorf setzt schelmisch nach: „Eigentlich
hätten die
Landwirte heute Gülle ausfahren sollen“. (Quelle:
Andrea
Röpke/Andreas Speit www.bnr.de)
Neonazi
aus Meldorf wegen Ebay-Betruges verurteilt
Wegen
Ebay-Betrugs in sechs Fällen hat Dr. Jörn Harder
jetzt vor
dem Amtsgericht Meldorf den 23-jährigen Meldorfer Heiko H.*
(Name
geändert) verurteilt. Mit einbezogen hat er eine
Vorverurteilung
vom 3. Februar (da hatte Harder ihn wegen uneidlicher Falschaussage
begangen in Tateinheit mit versuchter Strafvereitelung zu sechs Monaten
auf Bewährung verurteilt).
Verurteilt
worden ist der junge
Mann, der zur Tatzeit noch in Wesselburen lebte, zu elf Monaten
Freiheitsstrafe, die das Gericht auf diesmal vier Jahre zur
Bewährung aussetzte. Der bereits mehrfach vorbestrafte und der
rechten Szene zuzuordnende Heiko H. muss sich zudem auch weiterhin
seiner Bewährungshelferin unterstellen. Zudem muss er den
sechs
von ihm geschädigten Ebay-Kunden mit fünf Euro
monatlich pro
Opfer den jeweils erlittenen Schaden regulieren. Mehr geht nicht, denn
Heiko H. lebt von Hartz IV, hat rund 40 000 Euro Schulden und muss noch
aus anderen Urteilen Schadenswiedergutmachung leisten. H. nahm das
Urteil sofort an, womit es rechtskräftig ist.
Zu
den Taten:
Unter dem Pseudonym „14XXXX88“ (*geändert)
verkaufte
der zur Tatzeit 14./15. Oktober 2008 noch in Wesselburen lebende Heiko
H. über Ebay Spielekonsolen und Handys für zusammen
rund 1200
Euro. Das Geld kassierte und behielt es. Die nervös werdenden
Kunden hielt er noch eine Zeit lang telefonisch hin. Dann
hörten
die nichts mehr von ihm. Ware oder Geld zurück haben sie bis
heute
nicht erhalten. „Ja, habe ich so gemacht“,
bestätigte
H. den Anklagevorwurf. „Wofür steht denn 88 hinter
14XXXX“, wollte Richter Dr. Harder noch vom Angeklagten
wissen,
obwohl es ihm längst klar war, das 88 in Neonazikreisen
für
„Heil Hitler“ steht, ist doch das H der achte
Buchstabe im
Alphabet. Heiko H. sagte auf Dr. Harders spitze Frage nur:
„Das
möchte ich jetzt hier nicht so erörtern.“
Durch
das Geständnis blieb dem Gericht erspart, die Akte auf
monatelange
Deutschlandreise zu schicken, um durch Richter an den Heimatorten der
Opfer deren Zeugenaussagen einzuholen. (Quelle: Dithmarscher
Landeszeitung vom 31.07.2009)
Kieler
Neonazis als kriminelle Vereinigung eingestuft
»Autonome
Nationalisten«, die der »Aktionsgruppe
Kiel«
angehören, treten in der Stadt immer wieder
öffentlich in
Erscheinung und greifen dabei häufig zur Gewalt. Auch an
anderen
Orten in Schleswig-Holstein schließen sich Nazis zu
»Aktionsgruppen« zusammen.
An
einem Samstag Ende Mai
versammelten sich gegen Mittag acht schwarz gekleidete Nazis am Kieler
Hauptbahnhof. Sie hatten eine Kundgebung in der Innenstadt angemeldet
und warteten auf weitere Kameradinnen und Kameraden. Antifaschistische
Initiativen aus Kiel hatten wenige Tage zuvor von den Plänen
der
Nazis erfahren und Proteste angekündigt, etwa 100
Antifaschistinnen und Antifaschisten befanden sich am vorgesehenen
Kundgebungsort in der Innenstadt.
Doch zu den
Personen am
Bahnhof, größtenteils Angehörige der so
genannten
Aktionsgruppe Kiel (AG Kiel), gesellten sich keine weiteren Nazis.
Stattdessen fingen einige von ihnen an, ein paar junge Antifas
anzugreifen, die sich in der Nähe aufhielten. Es kam zu
regelrechten Jagdszenen, die Polizei schien überfordert zu
sein.
Kurze Zeit später teilte die Polizei schließlich den
noch
anwesenden Antifas mit, dass die Nazis ihre Veranstaltung wegen einer
zu geringen Teilnehmerzahl abgesagt hätten.
Es
war nicht
das erste Mal in diesem Jahr, dass es in der Kieler Innenstadt zu
solchen Vorfällen kam. »So etwas erleben wir hier im
Moment
ständig«, sagt Julia S.* von der Autonomen
Antifa-Koordination Kiel. »Die Nazis haben teilweise
täglich
in der Fußgängerzone Flyer verteilt, wobei es auch
mehrmals
zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen den Nazis und
Antifas kam.«
Anfang des Jahres wurden
zehn
mutmaßliche Mitglieder und Sympathisanten der AG Kiel an
ihren
Wohnorten und Arbeitsplätzen von Antifaschistinnen und
Antifaschisten öffentlich als Nazis geoutet. Kurz danach
veröffentlichte die AG ein Pamphlet, in dem sie Kiel zur
»Frontstadt« ausrief. Der Text schließt
mit den
Worten: »Die Aktionsgruppe Kiel ruft alle
Nationalisten aus
der Landeshauptstadt und Umgebung dazu auf, sich zu organisieren und
auch unabhängig als Werwolfeinheiten zu agieren!«
Seitdem
versuchen Neonazis regelmäßig, mit
öffentlichen
Aktionen wie etwa kleinen Kundgebungen in der Kieler Innenstadt in
Erscheinung zu treten.
Bei diesen Gelegenheiten
greifen die
Kieler Nazis immer wieder zu Gewalt. Nachdem die Polizei im April etwa
40 Nazis eine geplante Kundgebung im migrantisch geprägten
Stadtteil Gaarden untersagt hatte, weil sich mehrere hundert
Gegendemonstranten eingefunden hatten, versuchten die Rechtsextremen,
zu einem Informationsstand des »Runden Tisches gegen
Rassismus
und Faschismus« in der Fußgängerzone zu
gelangen. Es
kam zu schweren Auseinandersetzungen zwischen den Nazis und Antifas.
Zudem schlugen einige Nazis einen Balletttänzer des Kieler
Opernhauses brutal nieder, der sich zufällig am Ort des
Geschehens
aufhielt. Der Mann erlitt einen doppelten Schädelbasisbruch.
Doch
bei solchen öffentlichen Auftritten der Nazis bleibt es nicht.
Die
Fensterscheiben der Druckerei des Kulturprojektes
»Hansastraße 48« wurden allein in diesem
Jahr bereits
zwei Mal eingeschlagen, ein alternatives Wohnprojekt im Kieler
Stadtteil Wik wurde schon mehrfach Ziel nächtlicher Besuche
von
Nazis. An einem Abend im Mai bauten sich etwa zehn bewaffnete
Rechtsextreme vor dem Eingang des Hauses auf und bedrohten
Gäste einer dort stattfindenden Party, eine Woche
später
wurde ein Stein durch ein Fenster in eine Wohnung des Projekts
geschleudert. Die Bewohnerin Katja S.* äußert sich
besorgt:
»Offensichtlich genügt schon unsere etwas
ungewöhnliche
Wohnform, um ins Visier dieser Leute zu geraten. Aus heiterem Himmel
wurden bereits im April 2008 abends Scheiben bei uns eingeschmissen.
Anschließend brüstete sich die faschistische
›Aktionsgruppe Kiel‹ im Internet mit der
Tat.«
Lange
Zeit war die Kieler Naziszene geprägt von einem
NPD-Kreisverband,
der sich bieder-bürgerlich gab. Im Jahr 2008 erreichten jedoch
die
Aktionsformen der »Autonomen Nationalisten« (AN)
die
schleswig-holsteinische Landeshauptstadt. Nazis aus diesem Spektrum
organisierten sich dann in der AG Kiel. Die Gruppe machte schnell mit
Aktionen auf sich aufmerksam. Im April wurden innerhalb einer Woche bei
mehreren linken und alternativen Projekten in Kiel, wie z.B. der
Hansastraße 48, dem Buchladen Zapata und dem besagten
Wohnprojekt
in der Wik, Scheiben eingeworfen. Die Nazis berichteten
darüber
amüsiert im Internet.
Die teilweise noch
sehr jungen
Mitglieder der AN unterstützten auch den Kommunalwahlkampf der
NPD
im Mai 2008. Zwischen dem örtlichen Kreisverband der NPD und
den
AN besteht ein enges Verhältnis, das Vorgehen wird
abgesprochen,
es gibt personelle Überschneidungen. Bekannte NPD-Mitglieder
wie
Peter von der Born nehmen an Aktionen der AG Kiel teil, deren
Angehörige, z.B. Christoph Rüdiger, stellten sich auf
der
Liste der NPD zur Wahl.
Zwar sind die AN in Kiel
zahlenmäßig nach wie vor recht schwach, legen aber
einen
für die Verhältnisse der Stadt bisher kaum gekannten
Aktivismus an den Tag.
Und nicht nur Kieler
Antifaschistinnen
und Antifaschisten müssen sich mit dem Phänomen der
»Autonomen Nationalisten« auseinandersetzen. Seit
Mitte
2008 gründeten Nazis in Schleswig-Holstein
verschiedene
»Aktionsgruppen«. Diese betreiben eine gemeinsame
Internetseite namens »mein-sh.info«, auf
der Links zu
den Gruppen sowie zu Kreisverbänden der NPD zu finden
sind.
Aus
dem Kreis der »Aktionsgruppen« werden in
jüngster Zeit
nicht nur in Kiel immer wieder Angriffe auf linke und antifaschistische
Menschen und Projekte begangen. In Neumünster wurde nach
Informationen der örtlichen Antifaschistischen Aktion erst
kürzlich ein Mitglied des
»Bündnisses gegen
Rechts« zwei Mal innerhalb weniger Stunden angegriffen. Nazis
warfen nachts Fenster seines Hauses mit Steinen ein und
bedrängten
ihn am nächsten Tag während der Fahrt in seinem Auto.
In der
vorvergangenen Woche verübten bisher Unbekannte einen
Brandanschlag auf das linke Zentrum »T-Stube« in
Rendsburg.
Antifas in der Stadt vermuten, dass Nazis der »Aktionsgruppe
Rendsburg« für den Anschlag verantwortlich
sind.
Angesichts
der Vielzahl der Vorfälle haben auch die staatlichen Organe
die
»Autonomen Nationalisten« in
Schleswig-Holstein zur
Kenntnis genommen. So durchsuchte das Landeskriminalamt Ende April vier
Wohnungen von umtriebigen Nazis in Kiel. Ihnen wird nun die
»Bildung einer kriminellen Vereinigung« nach
Paragraf 129
vorgeworfen. (Quelle http://jungle-world.com/artikel/2009/26/35363.html)
Kiel:
Zum Jahresende soll ein „wirklich deutsches
Nachrichtenmagazin“ auf den Markt kommen.
Das
noch namenlose Blatt soll ab Dezember erscheinen und will
„die
Umerziehungsmedien Spiegel, Focus und Stern herausfordern“.
Treibende Kraft des Projektes, das nach der „Einheit der
rechten
Publizistik“ ruft, ist der rechtsextreme
schleswig-holsteinische
Verleger Dietmar Munier (Verlagskomplex „Lesen &
Schenken
GmbH“, Arndt-Verlag unter anderem). Bei einem Treffen mit
Harald
Neubauer, seit 1992 Mitherausgeber der Monatszeitschrift
„Nation&Europa", dem ältesten rechtsextremen
Sprachrohr
in der Bundesrepublik, soll laut Auskunft von Munier beschlossen worden
sein, die neue Zeitschrift und
„Nation&Europa“
(Auflage:rund. 18 000), zu „einem einzigen
schlagkräftigen
deutschen Nachrichtenmagazin zusammenzuschmieden.“ Diese
„Einheit der nationalen Publizistik“ solle dann
„zu
einem wirklich unüberhörbaren Sprachrohr in der
Öffentlichkeit“ werden. Um die
„Kriegskasse“
für das Projekt zu füllen, ruft Munier zu Spenden
auf.
Munier, einst Funktionär der NPD-Jugendorganisation Junge
Nationaldemokraten (JN), war am 10. Januar dieses Jahres Gast beim
Neujahrsempfang der sächsischen
NPD-Landtagsfraktion. (Quelle: www.bnr.de)
Pinneberg:
Tausende Menschen demonstrieren gegen Neonazi-Aufmarsch
In
Pinneberg sind am 06. Juni 2009 nach Polizeiangaben etwa 200 Neonazis
durch die Stadt gezogen. Rund 2000 Menschen demonstrierten gegen den
Aufzug, die Veranstalter sprachen sogar von 4000 Teilnehmern! Die Stadt
Pinneberg wollte den Aufmarsch der Rechtsextremen verbieten lassen, war
damit aber am Freitag gescheitert.
Ebenfalls am 06.
Juni
führte der NPD-Landesverband Schleswig Holstein im Rahmen
einen
genehmigten Informationsstand mit abschließender Kundgebung
vor
dem Bahnhof in Itzehoe durch. Gegen 17 Uhr trafen nach Polizeiangaben
zirka 30 Personen aus dem rechtsextremen Spektrum am Bahnhof Itzehoe
ein und nahmen an der Kundgebung teil. Diese wurde um 17.30 Uhr ohne
besonderen Vorkommnisse beendet.
Erst
wurden sie nur von ein paar Zivilstreifen begleitet. Am Bahnhof
warteten dann mehrere Hundertschaften. Neonazis zogen unangemeldet
durch Itzehoe. 40 von ihnen wurden in Gewahrsam genommen.
Rund
100 Rechte zogen durch Itzehoe
Die
Reise zur Maikundgebung nach Hannover hatte die Polizei untersagt.
Stattdessen statteten mehr als 100 Neonazis - die sich zuvor am "Club
88" in Neumünster getroffen hatten und zu einem Platzverbot
verdonnert worden waren - der Kreisstadt Itzehoe einen
Überraschungsbesuch ab. Im Anschluss an eine DGB-Veranstaltung
in
der Stadtmitte zog der schwarze Aufmarsch im Eiltempo an den
erschrockenen Gewerkschaftern vorbei. Eine Flasche flog, eine
Verdi-Fahne ging zu Bruch. Es wurden Transparente geschwungen und
Parolen gegrölt. Dann war der Spuk auch schon wieder vorbei.
Die
Polizei schien von dem Itzehoe-Besuch völlig
überrascht
worden zu sein. Zunächst wurden die Rechtsradikalen nur von
wenigen Zivilbeamten begleitet. Als die überwiegend schwarz
gekleideten und mit Kapuzen und Sonnenbrillen ausgestatteten
Marschierer dann am Bahnhof eintrafen, waren die Ordnungshüter
mit
einem Großaufgebot präsent. Rund 150 Beamte setzten
Teilnehmer des unerlaubten Aufmarsches fest - sofern diese nicht
bereits mit bereitgestellten Pkw verschwunden waren. Am Ende hatten die
Beamten 40 Neonazis vorläufig festgenommen. Die letzten sollen
erst in der Nacht aus Polizeigewahrsam entlassen werden.
Die
Steinburger DGB-Regionalsekretärin Perke Heldt
äußerte
sich erschüttert über "die Aggressivität und
Gewaltbereitschaft, die uns entgegengeschlagen ist". Ortsvorsitzender
Klaus Albrecht atmete auf, dass es in den Reihen der Gewerkschafter
"keine Heißsporne gegeben hat". So herrschte für
Minuten
zwar eine explosive Stimmung in Itzehoe, es gab aber weiter keine
Auseinandersetzungen oder gar Verletzten. (Quelle: SHZ)
Bedeutungsverlust
für die NPD in Schleswig-Holstein
Der
aktuelle Verfassungsschutzbericht in Schleswig-Holstein rechnet der
rechtsextremen Szene 1420 Angehörige zu. Die NPD bleibt bei
konstant
240 Mitgliedern, die DVU zählt 210 Mitglieder und
büßte im Berichtsjahr
2008 damit 40 ein. Ungebundene Rechtsextremisten, darunter die
überwiegende Masse aus dem subkulturellen Spektrum mit
verstärkter
Bereitschaft zu Aktionismus und Gewalt, bilden den Rest der Statistik.
Die Bedeutung der aktionistischen Kräfte
hat zugenommen, die der NPD
ist zurückgegangen. Innenminister Lothar Hay (SPD).
„Die NPD ist kaum
noch in der Lage, öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen zu
organisieren.“ Von 102 ins Rennen geschickten Kandidaten
haben nur zwei
ein Kommunalmandat errungen, obwohl die
Fünf-Prozent-Hürde abgeschafft
wurde. In Zahlen ausgedrückt hatten 4717 Schleswig-Holsteiner
bei den
Kommunalwahlen der NPD ihre Stimme gegeben. Die Partei besitzt sechs
Kreisverbände, die sich aber durch unterschiedlich rege
Aktivitäten
auszeichnen. Genau wie bei Freien Nationalisten steht und
fällt die
Aktionsskala mit einzelnen Wort- und Handlungsführern. Im
Verfassungsschutz werden namentlich ausdrücklich Thomas Wulff,
Tobias
Thiessen und Peter Borchert genannt. Wulff gehört dem
NPD-Landesvorstand an und steuert offenbar Inhalte wie Taten genauso
wie Thiessen, der mit der Internetplattform
„Aktionsbüro
Norddeutschland“ als Knotenpunkt über
Ländergrenzen hinaus fungiert.
Als Kopf, Organisator und Motivator bei regionalen und
überregionalen
Aufmärschen hat sich der frühere NPD-Landeschef
Borchert gezeigt.
Es gab im Vorjahr drei Rechtsrockveranstaltungen,
eine im seit zwölf
Jahren bestehenden „Club 88“ in
Neumünster-Gadeland, zwei im
Rotlichtviertel Kiels. Dazu wurden fünf Liedermacherabende
aufgelistet,
zwei in Kosel (bei Eckernförde) auf dem Anwesen von Dieter
Kern, zwei
in Neumünster („Club 88“ und im
Innenstadt-Treffpunkt „Titanic“) sowie
einer in Lübeck. In Kosel traf die Szene sich unter anderem
auch zu
einer Sonnenwendfeier. Musikalisch traten die Rechtsrockbands
„Holsteiner Wölfe“ (Raum Ratzeburg),
„Das Letzte Aufgebot“,
„Einherjer“
(beide Raum Lübeck) sowie die ostholsteinische Gruppe
„Word Of Anger“
in Erscheinung.
Dietmar Munier hat sich mit seinem Arndt-Verlag in
Martensrade
(Kreis Plön) seit Jahren etabliert und seine Bandbreite sogar
noch
erweitert. Neben dem Bonus-Verlag, dem Orion-Heimreiter-Verlag, dem
Verlag Pour Le Merite und dem Buchdienst Lesen & Schenken
zeichnet
er auch verantwortlich für die „Deutsche
Militärzeitschrift“.
Von überregionaler Bedeutung ist ein
regelmäßig aus
Schleswig-Holstein heraus organisiertes
Fußball-Freiluftturnier für
nationale Gesinnungskräfte. Als neonazistische Rituale haben
sich
inzwischen auch der Gedenkmarsch für alliierte Bombenopfer in
Lübeck
und der Besuch des Grabes von Karl Dönitz, dem
früheren
Oberbefehlshaber der Reichsmarine, im Sachsenwald herausgestellt.
(Quelle: www.bnr.de)
Nachtrag:
Im Verfassungsschutzbericht wird außerdem der in Burg
(Dithm.)
von Tim Schatowitz betriebene "Faktum Verlag" erwähnt.
Neonazi-Anwalt
wirft Bauern vom Hof
Als
er pleite war, ließ Bauer Klaus-Hermann Christiansen aus
Ockholm
seinen Hof von Jürgen Rieger ersteigern. Dann gab es Streit um
die
Miete. Nun wird der rechtsextreme Anwalt den Bauern wohl vom Hof jagen.
Er
lässt sich nicht viel gefallen: Klaus-Hermann Christiansen
(56),
Bauer im Hauke-Haien-Koog im nordfriesischen Ockholm, hat bereits viele
Streits hinter sich. Mit zwei Banken, mehreren Anwälten,
Nachbarn
und einer Telefongesellschaft hat er sich inzwischen
überworfen.
Doch das Leben ging weiter. Bis jetzt. Denn der Landwirt hat sich auch
jemanden zum Feind gemacht, an dem er sich wohl die Zähne
ausbeißen wird - Jürgen Rieger (62), Neonazi-Anwalt
in
Hamburg. Der NPD-Funktionär kann den Nordfriesen ab dem 1. Mai
sofort von Haus und Hof jagen - per Urteil des Husumer Amtsgerichtes.
Bereits
zum Jahrtausendwechsel hatte Rieger, der seit Jahren mit
Immobiliengeschäften in Norddeutschland für Aufregung
sorgt,
den Hof in Ockholm aus einer Zwangsversteigerung erworben. Ein Vorgang,
den die Öffentlichkeit erst acht Jahre später
wahrgenommen
hat - als Bauer Christiansen das Wasser bis zum Hals stand.
Auf
Empfehlung des "Deutschen Rechtsbüros"
An
dem Dilemma ist der Landwirt allerdings nicht ganz unschuldig: Hat er
sich doch den rechtsextremen Anwalt selbst ins Haus geholt. Damals,
Ende 1999, als er mit seinem Betrieb "wegen schlechter Ernten und
Tierseuchen" kurz vor dem Aus stand. Darlehen habe er nicht mehr zahlen
können, berichtet Christiansen. Eine erste Zwangsversteigerung
Anfang der 1990er-Jahre habe der mittlerweile arbeitslose Bauer durch
Landverkauf abwehren können, die zweite im Jahre 1999 nicht
mehr.
Da
holte er sich - auf Empfehlung des "Deutschen Rechtsbüros" -
den
rechtsextremen Anwalt aus Hamburg zu Hilfe. "Wir haben hier ja keine
ordentlichen Anwälte, die was für einen machen",
begründet dies Christiansen im Nachhinein. Politisch indes
habe er
"mit den Braunen" nichts gemein. Christiansen: "Ich habe immer CDU
gewählt."
DER
KRIEG
GEGEN DIE JUDEN - Warum sich die globale Öffentlichkeit in der
ökonomischen Krise gegen Israel wendet
Der Journalist und Autor Robert Kurz
über die Glorifizierung des alten
“Antiimperialismus”,
die auch bei der NPD und anderen Helden zu bewundern ist. Ein Auszug:
Die politischen Reaktionen auf den
Krieg in Gaza zeigen, dass Israel umso weniger Freunde hat, je
bedrohlicher seine militärische Lage wird. Im
Verhältnis der Kräfte
findet eine tektonische Verschiebung statt. Schon immer ging es im
Nahen Osten nicht um einen begrenzten Streit von regionalen Interessen,
sondern um einen exemplarischen und ideologisch aufgeladenen
Stellvertreter-Konflikt. In der Epoche des Kalten Krieges galt die
Auseinandersetzung zwischen Israel und Palästina als Paradigma
für den
Gegensatz von westlichem Imperialismus unter Führung der USA
und einem
„antiimperialistischen“ Lager, um dessen
Führung die Sowjetunion und
China konkurrierten.
Die Propaganda beider Seiten
ignorierte dabei den
Doppelcharakter des Staates Israel, der einerseits ein
gewöhnlicher
moderner Staat im Rahmen des Weltmarkts ist, andererseits aber eine
Antwort der Juden auf die eliminatorische Ausgrenzungsideologie des
europäischen und insbesondere des deutschen Antisemitismus.
Israel
wurde subsumiert unter eine weltpolitische Konstellation, in der es nie
aufging.
Nach dem Zusammenbruch des
Staatssozialismus und der „nationalen
Befreiungsbewegungen“, die ein
Programm „nachholender Entwicklung“ auf Basis des
Weltmarkts formuliert
hatten, veränderte sich der Charakter des
Stellvertreter-Konflikts
grundsätzlich. An die Stelle der säkularen
Entwicklungsregimes trat im
Nahen Osten und darüber hinaus der sogenannte Islamismus, der
nur
scheinbar als traditionelle religiöse Bewegung firmiert.
Tatsächlich
handelt es sich um eine postmoderne kulturalistische Krisenideologie
eines Teils der längst verwestlichten Eliten in den
islamischen
Ländern, die das autoritäre Potential der Postmoderne
repräsentieren
und den gänzlich unislamischen europäischen
Antisemitismus aufgesogen
haben. Die am Weltmarkt gescheiterten Segmente des Kapitals in dieser
Region erklärten den Krieg gegen die Juden zum exemplarischen
Kampf
gegen die westliche Vorherrschaft. Umgekehrt machte der westliche
Krisenimperialismus mit den USA an der Spitze den Islamismus zum neuen
Hauptfeind, nachdem er ihn zuvor im Kalten Krieg gepäppelt und
mit
Waffen versorgt hatte.
Diese neue Konstellation
führte zu
ideologischen Verwerfungen ungeahnten Ausmaßes. Der
Neoliberalismus
schien sich mit dem kapitalistischen Weltordnungskrieg gegen die
„zerfallenden Staaten“ in den Krisenregionen und im
Nahen Osten mit
Israel zu identifizieren. Neofaschistische Strömungen in aller
Welt
gehen seither mit dem antisemitischen islamistischen
„Widerstandskampf“
konform, obwohl sie gleichzeitig rassistische Stimmungen gegen
Migranten aus den islamischen Ländern schüren. Auch
große Teile der
globalen Linken begannen umstandslos die Glorifizierung des alten
„Antiimperialismus“ auf die islamistischen
Bewegungen und Regimes zu
übertragen. Das kann nur als ideologische Verwahrlosung
gekennzeichnet
werden, denn der Islamismus steht gegen alles, wofür die Linke
jemals
eingetreten ist; er verfolgt jedes marxistische Denken mit gnadenloser
Unterdrückung und Folter, er stellt Homosexualität
unter Todesstrafe
und behandelt die Frauen als Menschen zweiter Klasse. Auch
dafür ist
keine traditionelle Religion verantwortlich, sondern eine
kulturalistisch eingefärbte Militanz des kapitalistischen
Patriarchats
in der Krise, die sich auf andere Weise auch im Westen bemerkbar macht.
Die unheilige Allianz des „sozialistischen“
Caudillismus eines Chavez
mit dem Islamismus stellt nur die weltpolitische Ratifizierung dieses
ideologischen Verfalls dar, die keine emanzipatorische Perspektive hat.
Das Neue Deutschland
(!) hat ein Interview mit Prof. Werner Bergmann vom Zentrum
für
Antisemitismusforschung der Technischen Universität (TU)
Berlin
geführt. Darin geht es um strukturellen Antisemitismus bei der
Analyse
der Finanzkrise. Traditionell würden Juden seit dem
Mittelalter mit dem
Sektor Geld, Kreditvergabe und Handel identifiziert, zu dem sich im
späten 19. Jahrhundert noch das Bild des
“Börsenspekulanten”
hinzugesellt habe, so Bergmann. Dies sei ein Bild, das sich bis heute
erhalten habe. Umfragen zeigten, dass Juden von relativ vielen
Befragten Eigenschaften wie “geldgierig” oder
“geizig” zugeschrieben
würden und man meine, dass ihr Einfluss in der
Geschäftswelt und auf
den Finanzmärkten zu groß sei.
Die Ereignisse betreffen das
kapitalistische System als Ganzes
Im Folgenden geht Bergmann auf den Unterschied
zwischen “raffendem”
und “schaffendem” Kapital ein: Im Moment werde zum
Beispiel versucht,
den Kreis der Schuldigen für die Finanzkrise einzugrenzen.
“Statt zu
sagen, die Ereignisse betreffen das kapitalistische System als Ganzes,
konzentriert man sich auf ein paar Banker und Spekulanten, denen
bestimmte Eigenschaften wie “geldgierig” oder
“können den Hals nicht
voll kriegen” zugeschrieben werden”, so Bergmann.
“Eigenschaften, die
auch zum Kern antisemitischen Denkens gehören und die der
Debatte,
sicher nicht mehrheitlich, aber in einigen Fällen, eine
antijüdische
Richtung geben könnten. Ich denke, dass momentan die Kritik an
den USA
dominiert. Allerdings ist der Weg vom Antiamerikanismus zum
Antisemitismus oft nicht weit. Besonders ausgeprägt sind
solche
Vorstellungen von einer jüdisch-amerikanischen Allianz, die
markt- und
weltbeherrschend agiert, natürlich im rechtsextremen Lager.
Aber man
findet sie durchaus auch darüber hinaus.”
Rechtsextremisten sprächen nun vom
“judäo-amerikanischen Weltfinanz,
die die Globalisierung steuert”. Bergmann betonte, er habe
den
Eindruck, dass “das in den letzten Jahren durch die weit
verbreiteten
Vorbehalte gegen bestimmte Globalisierungsphänomene wieder ein
Thema
geworden ist.”
Schmalspur-Kapitalismuskritik
Die
anti-hegemonialen Eigenschaften des Antisemitismus lassen diese
uralten Vorurteile auch heute noch für so einige
Leute attraktiv
erscheinen - und dies nicht nur bei Rechtsextremisten. Zudem helfen der
Antisemitismus und Verschwörungstheorien, komplexe
wirtschaftliche und
gesellschaftliche Phänomene zu erklären. So
ist auch zu erklären, dass
Irans Präsident Ahmadinedschad mit seinem Antisemitismus in
einigen
Staaten Südamerikas punkten kann.
Ein Beispiel für diese
Schmalspur-Kapitalismuskritik in Deutschland:
die eigenwilligen Analysen des Autoren Jürgen
Elsässer. Die rechte
Wochenzeitung `Junge Freiheit` berichtete im Oktober 2007: Am
10.
Oktober habe Elsässer im Berliner Hilton vor der
Preußengesellschaft,
in deren Beirat Fürst Ferdinand von Bismarck sitzt,
über den `Angriff
der Heuschrecken, Finanzkollaps, Zerstörung der Nation und
globaler
Krieg` gesprochen. Weiter heißt es: `Angesichts der auch in
seinem Buch
(JF 15/07) genannten Gefahren warb der linksnationale Elsässer
bei den
Altkonservativen für ein Bündnis von
“Lafontaine bis Gauweiler” - das
sei wichtiger als Gender Mainstreaming und der Einsatz für die
“Transsexuellen in der Mongolei”. […]
Nur die Linke und Teile der CSU
(”Habe gewisse Sympathien für Stoiber”)
verteidigten den “rheinischen
Kapitalismus” noch. Ähnliches gelte für die
immer stärker US-hörige
deutsche Außenpolitik.`
Die folgenden Sätze werden beispielsweise
den NPD-Leuten um Jürgen
Gansel viel Freude bereiten, die JF schreibt über
Elsässers Ideen: `Als
“Linker von altem Schrot und Korn” forderte er
angesichts der
aggressiven US-Finanzindustrie eine
“Re-Nationalisierung”: um die
“heimischen Arbeitskräfte” zu
schützen und die demokratische
“Staatskontrolle über
Schlüsselindustrien” wiederzuerlangen - aber
nicht im “alten bolschewistischen Sinne”,
fügte er hinzu.` Und weiter:
`Das deutsche Großkapital sei heute eine relativ friedliche
Einrichtung, weil es mit Irak und Iran lieber Handel treiben
möchte,
anstatt Krieg zu führen. Es bremst die Kriegspläne
der USA und sollte
unterstützt werden`, so Elsässer einem
Augenzeugenbericht zufolge. (Quelle: NPD-Blog)
Die Plakataktion wird von 23 Organisationen
unterstützt. Neben Gewerkschaften,
Frauenorganisationen, der Kirche, Unternehmen und der Stiftung gegen
Gewalt und
Extremismus auch von sieben dithmarscher Parteien. Hier fehlen nur CDU
und FDP.
Außerdem wurde das Plakat von fast 200 Personen
unterzeichnet, darunter der
DGB-Regionsvorsitzende Karsten Wessels, die Kreisvorsitzenden von UWD,
SPD und Grünen,
die SPD-Abgeordneten Jörn Thießen und Detlef Buder,
Propst Henning Kiene, die Heider
Gleichstellungsbeauftragte Gabriela Petersen und Landrat Jörn
Klimant.
Wer die Plakataktion noch unterstützen oder das
Plakat haben
möchte, kann uns dies per E-Mail (ggf. mit
Funktion) an die Adresse mail(at)antifa-dithmarschen.tk
mitteilen. Die
Namen weiterer UnterzeichnerInnen werden auf dieser Homepage
veröffentlicht.