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Update vom 02.06.2009 |
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Antifaschistisches
Bündnis Dithmarschen |
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| Auf nach
Pinneberg!Neonazis
um den NPD-Funktionär Thomas Wulff haben für den 06.
Juni
2009 einen Marsch durch die schleswig-Holsteinische Stadt Pinneberg
angemeldet. Unter dem Motto “Unser Signal gegen
Überfremdung” wollen sie damit erstmals einen so
genannten
“Tag der deutschen Zukunft” veranstalten.
Erklärtes
Ziel sei es, künftig jedes Jahr in einer anderen norddeutschen
Stadt einen solchen Marsch zu veranstalten, berichtet die Pinneberger
Zeitung.
Bisher liege dem Kreis Pinneberg laut
Sprecher Marc
Trampe eine Anmeldung rechtsextremer Kräfte vor. Die
Versammlungsbehörde müsse nun entschieden, ob die
Kundgebung
wie angemeldet erlaubt werden könne, ob eine Genehmigung nur
unter
strengen Auflagen erfolge oder ob ein Verbot ausgesprochen werden
müsse. Trampe gegenüber dem Blatt: “Wir
halten engen
Kontakt mit der Polizei, warten auf eine entsprechende
Gefährdungsanalyse.”
Anmelder der
Demo soll nach
Informationen der Pinneberger Zeitung der Neonazi Thomas Wulff sein,
Gründer des sogenannten Aktionsbüros Norddeutschland
und
NPD-Mitglied. Er werbe in einschlägigen Internet-Foren damit,
dass
die Veranstaltung “ein Signal gegen
Überfremdung”
setzen solle. Angeblich erwartet Wulff in Pinneberg 250
Gesinnungsgenossen einmal quer durch die gesamte Stadt ziehen wollen.
Die Neonazis wollen zudem zahlreiche Informationsstände in der
Pinneberger Fußgängerzone aufstellen.
Inzwischen
hat
die Jüdische Gemeinde Pinneberg Stadt und Kreis aufgefordert,
“alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um eine
solche
Veranstaltung zu verhindern”. Im Juni 2008 wurde die Gemeinde
Ziel von antisemitischen Attacken. Nach einem Steinwurf gegen das
Gemeindehaus, bei dem eine Fensterscheibe zerstört worden war,
klingelte das Telefon im Gemeindebüro. “Es war genau
11.55
Uhr”, berichtet Wolfgang Seibert von der Gemeinde.
“Der
Stimme nach war es ein junger Mann. Er brüllte ins Telefon:
Sowas
kann öfter passieren, ihr habt keine Ruhe. Sieg
Heil.”
Wulff
will offenbar wieder vermehrt in Norddeutschland auftreten. Im Januar
2009 wurde er auf die Landesliste der NPD für die
Bundestagswahl
gewählt. Die NPD schrieb zu dem geplanten Wahlkampf:
“Mit
Unterstützung aller Parteimitglieder und vieler freier
Kräfte
geht bei uns im Norden eine geschlossene und schlagkräftige
Truppe
in den bevorstehenden Bundestagswahlkampf, die sich auch ohne
Unterstützung der gleichgeschalteten Massenmedien und trotz
Anfeindungen der BRD-Gutmenschen durch einen aktiven Wahlkampf
Gehör verschaffen wird.” Wie diese
schlagkräftige
Truppe aussieht, konnte man nach der Kommunalwahl in Kiel
bestaunen. (Quelle: NPD-Blog)
Nachtrag: Der Naziaufmarsch ist verboten worden. Gerichte entscheiden über das Verbot.
Das
Antifaschistische Bündnis Dithmarschen unterstützt
die Aufrufe zu den Gegenaktionen am 6. Juni.
Weitere
Infos unter:
Kein
Naziaufmarsch in Pinneberg
Innerrechter
Wettlauf bei der EuropawahlSelbstbewusst
stilisiert sich die DVU als „Die Neue Rechte“ und
bemüht sich um ein konservativ-bürgerliches
Wählerspektrum.
Die Parolen ähneln
sich. „Wir
sagen ‘ja’ zu Europa – aber nein zu
dieser EU“,
proklamieren die Republikaner. „JA zu Europa – NEIN
zur
EU“, kontert die DVU. Im Nachhinein könnten sich die
Kritiker Andreas Molaus innerhalb und außerhalb der NPD
bestätigt sehen, die eine „VerREPpung“ der
NPD
befürchtet hatten, wäre Molau als Nachfolger Udo
Voigts an
die Spitze der Partei gewählt worden. Nicht viel unterscheidet
die
Republikaner und die DVU, bei der Molau inzwischen als Presse- und
Öffentlichkeitsarbeiter dient, im Vorfeld der am 7. Juni
stattfindenden Europawahl.
Die Slogans und Parolen
der beiden
Parteien sind bekannt: Deutschland als Zahlmeister der EU, die
Bedrohung durch „Islamisten“, die Ablehnung der
Türkei
als EU-Mitglied. Doch die DVU bemüht sich speziell um ein
konservativ-bürgerliches Wählerspektrum. Molau hatte
dies
Ende März gegenüber dem Patriotischen Forum
Süddeutschland angekündigt: „Wir werden
dort
aufkreuzen, wo die CDU sich endgültig zurückgezogen
hat. Die
CDU hat die Menschen allein gelassen – nicht nur Vertriebene,
sondern auch Christen, die die Wertelosigkeit der Christdemokraten
nicht mehr mittragen können.“ Für sie
bestimmt sind
dann wohl Sätze, die man auf der Homepage der DVU ansonsten
nicht
vermutet hätte: „Das Kreuz ist der Sieg des neuen
Menschen
in Christus, der durch Christus am Kreuz losgekauft und losgebunden
wurde von Sünde und Tod“, schreibt dort der Autor
„AM“. Und mit Blick auf christlich-konservative
Wähler
wurde auch der Evangelische Kirchentag in Bremen heimgesucht, wo DVUler
Flugblätter mit dem Titel „Abtreibung ist Mord
– Leben
schützen“ verteilten.
Doch trotz
aller
Bemühungen: Für einen Einzug ins Europaparlament wird
es
für die DVU wohl ebenso wenig reichen wie für die
Republikaner. Die Ziele beider Parteien müssen andere sein.
Den
Republikanern wird es darum gehen, den Niedergang ihrer Partei zu
stoppen oder wenigstens zu bremsen. Der DVU, die sich inzwischen
selbstbewusst als „Die Neue Rechte“ stilisiert,
dürfte
es darauf ankommen, im innerrechten Wettlauf die Nase vorn zu haben.
Und für beide ist es wichtig, bei der Wahl auf mehr als 0,5
Prozent der Stimmen zu kommen, um zusätzliche Gelder aus der
staatlichen Parteienfinanzierung zu ergattern. Möglich ist
das.
Bei keiner anderen Wahl scheint es so einfach, einen Anspruch auf
staatliche Mittel zu erreichen: Gleich acht kleine Parteien hatten vor
fünf Jahren die 0,5-Prozent-Hürde
übersprungen. 2004
kamen die Republikaner auf 1,9 Prozent; die DVU war nicht angetreten,
ihr „Deutschlandpakt“-Partner NPD landete bei 0,9
Prozent.
Das
frischere Bild gibt im Wahlkampf die DVU ab. Ihre Plakate haben eine
neue Optik – wenn auch auf die von der Deutschen Volksunion
bekannten platt populistischen Sprüche nicht verzichtet wird.
Die
ebenfalls runderneuerte Homepage wird täglich mit mehreren
aktuellen Beiträgen gefüttert. Die
Republikaner-Homepage
versprüht hingegen den Charme des Bürokratischen;
zwischen
den Aktualisierungen können schon einmal zwei Wochen vergehen.
Und
wenn die Republikaner versuchen, neue Wege zu gehen, gleiten sie
zuweilen ins unfreiwillig Komische ab. So mit der Kampagnenseite
„Uschi rettet Europa“: Spitzenkandidatin Ursula
(Uschi)
Winkelsett lässt dort wissen, sie wolle „dem
deutschen Volk
seine Nation wieder zurückgeben“. Einem Einzug der
Republikaner ins Europaparlament vorgreifend, gibt es bereits eine
Rubrik „Uschi in Brüssel“. Und wohl um
investigative
Fähigkeiten der Spitzenkandidatin herauszustreichen, wurde
eine
weitere Rubrik „Uschi deckt auf“ eingerichtet. Dort
finden
sich allerdings nicht etwa „Uschis“ eigene
Enthüllungen, sondern Links, die zu einem Blog sowie zu vier
Zeitungsberichten führen.
„Die
DVU ist
kampagnefähig“, hatte Molau gegenüber dem
Patriotischen
Forum Süddeutschland erklärt. Abgerechnet wird aber
erst am
Abend des 7. Juni. Die neue DVU-Riege um Parteichef Matthias Faust und
Molau muss erst noch beweisen, dass ihre
„modernisierte“
DVU praxistauglich und nicht bloß eine virtuelle Erneuerung
ist.
Bliebe sie deutlich hinter den Republikanern und dem Wahlergebnis der
NPD bei der Europawahl 2004 zurück, wäre dies ein
ernster
Rückschlag. Von der eigenen Parteibasis hätten sie
zwar
nichts zu befürchten. Bei der NPD könnte sich aber
der
Eindruck festsetzen, dass man auf den Bündnispartner DVU nicht
länger angewiesen ist. (Quelle: www.bnr.de
vom 28.05.2009)
"Kriegsverräter": Legt die SPD jetzt einen Gesetzentwurf vor?
Fast 65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs
könnte der Bundestag doch noch NS-Urteile gegen
“Kriegsverräter”
aufheben. Die SPD kündigte nach Medienberichten einen
Gesetzentwurf an
- noch in dieser Wahlperiode. Bislang war eine Mehrheit im Bundestag
vor allem an der Union gescheitert.
Joachim
Gauck, Exchef der Stasi-Unterlagenbehörde, forderte in der taz
die Aufhebung der NS-Urteile gegen
“Kriegsverräter”. In dem Interview
attestierte er der Union zudem “Restbestände
unaufgeklärten
konservativen Denkens”, in dem Opa kein Nazi und die
Wehrmacht sauber
gewesen sei. Gauck verwies auf das Buch von Wolfram Wette zum Thema.
Damit könnten die unbegründeten Vorurteile gegen
Kriegsverräter
ausgeräumt werden. “Historische Erkenntnisprozesse
brauchen Zeit”, so
Gauck. Auch bei der Wehrmacht habe es lange gedauert, ehe deren
Verbrechen ins allgemeine Bewusstsein gedrungen seien.
Im
Zweiten Weltkrieg wurden Zehntausende Menschen
wegen Kriegsverrats verurteilt. 20.000 Verurteilte wurden
tatsächlich
hingerichtet, 10.000 verbüßten ihre Strafe unter
schwersten Bedingungen
in Gefängnissen und Straflagern. In der Unteren Rathaushalle in Bremen erinnert zurzeit eine
Ausstellung
an die Opfer der Wehrmachtsjustiz - und an die Täter.
“Was damals Recht
war. Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht”
heißt die
Ausstellung. RadioBremen berichtet. (Quelle:
NPD-Blog)
Bericht
über Antira-Aktionswoche in RendsburgEin Bericht
ist auf Indymedia unter http://de.indymedia.org/2009/05/252136.shtml
zu finden.
Naziaufmarsch
am 1. Mai in ItzehoeErst
wurden sie nur von ein paar Zivilstreifen begleitet. Am Bahnhof
warteten dann mehrere Hundertschaften. Neonazis zogen unangemeldet
durch Itzehoe. 40 von ihnen wurden in Gewahrsam genommen.
Rund
100 Rechte zogen durch Itzehoe
Die
Reise zur Maikundgebung nach Hannover hatte die Polizei untersagt.
Stattdessen statteten mehr als 100 Neonazis - die sich zuvor am "Club
88" in Neumünster getroffen hatten und zu einem Platzverbot
verdonnert worden waren - der Kreisstadt Itzehoe einen
Überraschungsbesuch ab. Im Anschluss an eine DGB-Veranstaltung
in
der Stadtmitte zog der schwarze Aufmarsch im Eiltempo an den
erschrockenen Gewerkschaftern vorbei. Eine Flasche flog, eine
Verdi-Fahne ging zu Bruch. Es wurden Transparente geschwungen und
Parolen gegrölt. Dann war der Spuk auch schon wieder vorbei. Die
Polizei schien von dem Itzehoe-Besuch völlig
überrascht
worden zu sein. Zunächst wurden die Rechtsradikalen nur von
wenigen Zivilbeamten begleitet. Als die überwiegend schwarz
gekleideten und mit Kapuzen und Sonnenbrillen ausgestatteten
Marschierer dann am Bahnhof eintrafen, waren die Ordnungshüter
mit
einem Großaufgebot präsent. Rund 150 Beamte setzten
Teilnehmer des unerlaubten Aufmarsches fest - sofern diese nicht
bereits mit bereitgestellten Pkw verschwunden waren. Am Ende hatten die
Beamten 40 Neonazis vorläufig festgenommen. Die letzten sollen
erst in der Nacht aus Polizeigewahrsam entlassen werden.
Die
Steinburger DGB-Regionalsekretärin Perke Heldt
äußerte
sich erschüttert über "die Aggressivität und
Gewaltbereitschaft, die uns entgegengeschlagen ist". Ortsvorsitzender
Klaus Albrecht atmete auf, dass es in den Reihen der Gewerkschafter
"keine Heißsporne gegeben hat". So herrschte für
Minuten
zwar eine explosive Stimmung in Itzehoe, es gab aber weiter keine
Auseinandersetzungen oder gar Verletzten. (Quelle: SHZ)
Bedeutungsverlust
für die NPD in Schleswig-Holstein Der
aktuelle Verfassungsschutzbericht in Schleswig-Holstein rechnet der
rechtsextremen Szene 1420 Angehörige zu. Die NPD bleibt bei
konstant
240 Mitgliedern, die DVU zählt 210 Mitglieder und
büßte im Berichtsjahr
2008 damit 40 ein. Ungebundene Rechtsextremisten, darunter die
überwiegende Masse aus dem subkulturellen Spektrum mit
verstärkter
Bereitschaft zu Aktionismus und Gewalt, bilden den Rest der Statistik.
Die Bedeutung der aktionistischen Kräfte
hat zugenommen, die der NPD
ist zurückgegangen. Innenminister Lothar Hay (SPD).
„Die NPD ist kaum
noch in der Lage, öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen zu
organisieren.“ Von 102 ins Rennen geschickten Kandidaten
haben nur zwei
ein Kommunalmandat errungen, obwohl die
Fünf-Prozent-Hürde abgeschafft
wurde. In Zahlen ausgedrückt hatten 4717 Schleswig-Holsteiner
bei den
Kommunalwahlen der NPD ihre Stimme gegeben. Die Partei besitzt sechs
Kreisverbände, die sich aber durch unterschiedlich rege
Aktivitäten
auszeichnen. Genau wie bei Freien Nationalisten steht und
fällt die
Aktionsskala mit einzelnen Wort- und Handlungsführern. Im
Verfassungsschutz werden namentlich ausdrücklich Thomas Wulff,
Tobias
Thiessen und Peter Borchert genannt. Wulff gehört dem
NPD-Landesvorstand an und steuert offenbar Inhalte wie Taten genauso
wie Thiessen, der mit der Internetplattform
„Aktionsbüro
Norddeutschland“ als Knotenpunkt über
Ländergrenzen hinaus fungiert.
Als Kopf, Organisator und Motivator bei regionalen und
überregionalen
Aufmärschen hat sich der frühere NPD-Landeschef
Borchert gezeigt.
Es gab im Vorjahr drei Rechtsrockveranstaltungen,
eine im seit zwölf
Jahren bestehenden „Club 88“ in
Neumünster-Gadeland, zwei im
Rotlichtviertel Kiels. Dazu wurden fünf Liedermacherabende
aufgelistet,
zwei in Kosel (bei Eckernförde) auf dem Anwesen von Dieter
Kern, zwei
in Neumünster („Club 88“ und im
Innenstadt-Treffpunkt „Titanic“) sowie
einer in Lübeck. In Kosel traf die Szene sich unter anderem
auch zu
einer Sonnenwendfeier. Musikalisch traten die Rechtsrockbands
„Holsteiner Wölfe“ (Raum Ratzeburg),
„Das Letzte Aufgebot“,
„Einherjer“
(beide Raum Lübeck) sowie die ostholsteinische Gruppe
„Word Of Anger“
in Erscheinung.
Dietmar Munier hat sich mit seinem Arndt-Verlag in
Martensrade
(Kreis Plön) seit Jahren etabliert und seine Bandbreite sogar
noch
erweitert. Neben dem Bonus-Verlag, dem Orion-Heimreiter-Verlag, dem
Verlag Pour Le Merite und dem Buchdienst Lesen & Schenken
zeichnet
er auch verantwortlich für die „Deutsche
Militärzeitschrift“.
Von überregionaler Bedeutung ist ein
regelmäßig aus
Schleswig-Holstein heraus organisiertes
Fußball-Freiluftturnier für
nationale Gesinnungskräfte. Als neonazistische Rituale haben
sich
inzwischen auch der Gedenkmarsch für alliierte Bombenopfer in
Lübeck
und der Besuch des Grabes von Karl Dönitz, dem
früheren
Oberbefehlshaber der Reichsmarine, im Sachsenwald herausgestellt.
(Quelle: www.bnr.de)
Verfassungsschutzbericht zum Download als PDF
Nachtrag:
Im Verfassungsschutzbericht wird außerdem der in Burg
(Dithm.)
von Tim Schatowitz betriebene "Faktum Verlag" erwähnt.
Neonazi-Anwalt
wirft Bauern vom HofAls
er pleite war, ließ Bauer Klaus-Hermann Christiansen aus
Ockholm
seinen Hof von Jürgen Rieger ersteigern. Dann gab es Streit um
die
Miete. Nun wird der rechtsextreme Anwalt den Bauern wohl vom Hof jagen.
Er
lässt sich nicht viel gefallen: Klaus-Hermann Christiansen
(56),
Bauer im Hauke-Haien-Koog im nordfriesischen Ockholm, hat bereits viele
Streits hinter sich. Mit zwei Banken, mehreren Anwälten,
Nachbarn
und einer Telefongesellschaft hat er sich inzwischen
überworfen.
Doch das Leben ging weiter. Bis jetzt. Denn der Landwirt hat sich auch
jemanden zum Feind gemacht, an dem er sich wohl die Zähne
ausbeißen wird - Jürgen Rieger (62), Neonazi-Anwalt
in
Hamburg. Der NPD-Funktionär kann den Nordfriesen ab dem 1. Mai
sofort von Haus und Hof jagen - per Urteil des Husumer Amtsgerichtes. Bereits
zum Jahrtausendwechsel hatte Rieger, der seit Jahren mit
Immobiliengeschäften in Norddeutschland für Aufregung
sorgt,
den Hof in Ockholm aus einer Zwangsversteigerung erworben. Ein Vorgang,
den die Öffentlichkeit erst acht Jahre später
wahrgenommen
hat - als Bauer Christiansen das Wasser bis zum Hals stand.
Auf
Empfehlung des "Deutschen Rechtsbüros"
An
dem Dilemma ist der Landwirt allerdings nicht ganz unschuldig: Hat er
sich doch den rechtsextremen Anwalt selbst ins Haus geholt. Damals,
Ende 1999, als er mit seinem Betrieb "wegen schlechter Ernten und
Tierseuchen" kurz vor dem Aus stand. Darlehen habe er nicht mehr zahlen
können, berichtet Christiansen. Eine erste Zwangsversteigerung
Anfang der 1990er-Jahre habe der mittlerweile arbeitslose Bauer durch
Landverkauf abwehren können, die zweite im Jahre 1999 nicht
mehr.
Da
holte er sich - auf Empfehlung des "Deutschen Rechtsbüros" -
den
rechtsextremen Anwalt aus Hamburg zu Hilfe. "Wir haben hier ja keine
ordentlichen Anwälte, die was für einen machen",
begründet dies Christiansen im Nachhinein. Politisch indes
habe er
"mit den Braunen" nichts gemein. Christiansen: "Ich habe immer CDU
gewählt."
Den ganzen Artikel vom 30. April
2009 lesen:
Rechtsstreit
: Neonazi-Anwalt wirft Bauern vom Hof
"Heimattreue
Deutsche Jugend" (HDJ) verbotenDas
Bundesinnenministerium hat am heutigen Dienstag, den
31.03.2009 die
neonazistisch »Heimattreue Deutsche Jugend« (HDJ)
verboten. »Als
bundesweit organisierter Jugendverband verbreitet die HDJ rassistisches
und nationalsozialistisches Gedankengut« hieß es in
der Erklärung des
Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble. Seit den
frühen Morgenstunden
durchsuchen Einsatzkräfte der Polizei die Wohn- und
Geschäftsräume von
Vereinsfunktionären der HDJ in Niedersachsen, Sachsen, Berlin
und
Brandenburg. Von den Durchsuchungen sollen vor allem Mitglieder des
Bundesvorstandes der Organisation betroffen sein. Das Vermögen
der HDJ
wurde eingezogen. Führenden Mitgliedern der Organisation
wurden eine
Verfügung des Bundesinnenministeriums überbracht nach
dem die
Gruppierung mit sofortiger Wirkung verboten sei. Szenebeobachter
bezweifeln indessen die Wirkung der Verbotsverfügung.
Nach
vorangegangenen Hausdurchsuchungen im Oktober 2008 konnte die
rechtsradikale HDJ bereits erfolgreich Ersatz- und Nachfolgestrukturen
bilden sowie einen Teil ihrer Infrastruktur auslagern.
Nebenorganisationen wie die »Gemeinschaft Deutscher
Frauen«
(GDF) und
die »Berliner Kulturgemeinschaft« (BKG) sind von
dem Verbot
nicht
betroffen.
Weitere Infos:
http://www.recherche-nord.com/
Lichtermeer
und Plakate gegen RechtsextremistenDie
Sorge vor einer Demonstration mit Vertretern der rechten politischen
Szene brachte am Sonnabend in Glücksburg Antifa-Gruppen,
Bürger und Polizeikräfte auf die Beine. Es blieb
alles
friedlich - sowohl bei einer ersten Versammlung am Mittag als auch am
Abend, als mehr als 7500 Teelichter zum Gedenken an Kinder
entzündet wurden, die im Konzentrationslager Theresienstadt
umgebracht oder misshandelt worden sind. Eine
Demonstration gegen die vorzeitige Haftentlassung von
Sexualstraftätern, angemeldet von einer polizeilich
unbekannten
Frau - das sorgte am Sonnabendmittag für reichlich Aufruhr in
Glücksburg. Die "Fördebande", eine antifaschistische
Jugendorganisation der IG-Metall, hatte von der geplanten Demonstration
erfahren und nach eigenen Angaben Hinweise darauf erhalten, dass sich
hinter den rund 50 angemeldeten Demonstrationsteilnehmern zumindest
einige aus dem rechtsextremen Spektrum befinden sollten. Daher rief die
"Fördebande" zu einer Gegendemonstration auf.
Rund
100
Anhänger von ihr und anderen Organisationen wie dem Deutschen
Gewerkschaftsbund sowie zahlreiche Bürger versammelten sich
daraufhin am ZOB, an dem die eigentliche Demonstration gegen die
Haftentlassung von Sexualstraftätern starten sollte, sowie
rund um
den Marktplatz Schinderdam. Ebenfalls im Einsatz waren rund 80 Beamte
der Landespolizei aus Flensburg, dem Kreis Schleswig-Flensburg sowie
aus Kiel, um gewaltsame Auseinandersetzungen der beiden
demonstrierenden Gruppen zu verhindern.
Die
Aktivisten der
"Fördebande" und ihre Anhänger machten mit
Transparenten,
Plakaten und Handzetteln darauf aufmerksam, wer nach ihren
Informationen hinter der geplanten Demonstration steckt und stellten
ihre eigene politische Position dar.
Dann, kurz nach
dem
eigentlich für 12 Uhr geplanten Demonstrationsbeginn, endete
die
Aktion abrupt. "Die Frau, die die Kundegebung angemeldet hat, hat diese
ohne Angabe von Gründen wieder abgemeldet", wie Marina
Bräuer
von der Flensburger Polizei erklärte. "Vermutlich haben die
unsere
Gegendemon stration bemerkt und zu viel Gegenwind für ihr
rechtsextremes Gedankengut befürchtet", meinte einer der
Gegendemonstranten.
Zur Sicherheit blieben die
Polizeikräfte noch einige Zeit vor Ort. Gegen 13 Uhr rollten
dann
auch die Gegendemonstranten ihre Transparente wieder ein und beendeten
ihre Aktion.
Am Abend ging es dann auf dem
Schinderdam weiter.
Mehr als 7500 Teelichter, deren Lichtschein einen großen Teil
des
Marktplatzes in ein warmes Lichtermeer verwandelte, dazwischen Dutzende
Menschen mit Feuerzeugen: Dieses Bild bot sich dort um 19 Uhr. In
Anlehnung an die möglicherweise von Rechtsextremisten geplante
und
dann kurzfristig wieder abgesagte Demo am Mittag hatte die Flensburger
"Fördebande" zu einem Gedenken an die rund 7500
während der
NS-Zeit im Konzentrationslager Theresienstadt ermordeten Kinder
aufgerufen. Jedes Teelicht sollte für ein
ausgelöschtes
Kinderleben stehen und auf die wahre Gesinnung der Rechtsextremen
aufmerksam machen.
Unterstützt wurde diese
Gedenkaktion vom
Deutschen Gewerkschaftsbund, der IG Metall- und Verdi-Jugend, der
Initiative "Gemeinsam gegen Neonazis" und dem
SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Wolfgang Wodarg.
Daneben
kamen
auch viele Glücksburger Bürger auf den Marktplatz und
zündeten ihre mitgebrachten Teelichter an. Durch diese
Beteiligung
wurde die Marke von 7500 Teelichtern sogar noch überschritten.
In
stillen Minuten gedachten alle, die auf den Marktplatz gekommen waren,
der grausamen Taten in Theresienstadt.
Quelle: Lichtermeer
und Plakate gegen Rechtsextremisten vom 23. März 2009
Nazi-Demo in Lübeck wegen Widerstandes verkürztAufgrund
der antifaschistischen Aktionen von über 3000 Menschen vor dem
Bahnhof, vor allem
aber im und hinter Bahnhof sowie natürlich entlang der
Nazi-Route,
hätte die Polizei am 28. März die
Möglichkeit gehabt, den Nazi-Aufmarsch
abzublasen. Stattdessen hat sie sich dafür entschieden, den
200 Nazis mit
Gewalt den Weg zu bahnen. Die Route der Nazi-Demo wurde aber wegen des
antifaschistischen Widerstandes verkürzt. Weitere
Infos unter: http://www.wirkoennensiestoppen.de/n/ Lübeck:
Nazi-"Mahnwache" eingekesselt
Lübeck:
Neonazi-Bustransport kommt Mahnmal zuguteMit
Stadtwerke-Bussen wurden am Wochenende Neonazis vom Bahnhof zum
Demonstrationsort transportiert. Die Fahrgeldeinnahmen werden jetzt vom
Stadtverkehr Lübeck gespendet - für ein Mahnmal am
Bahnhofsvorplatz.
Bereits vor den eigentlichen
großen
Demonstrationszügen an diesem Sonnabend gab es am vergangenen
Wochenende es einen Vorgeschmack: Eine rechtsorientierte Gruppe hatte
am Sonnabend eine so genannte Mahnwache nahe der
Dankwartsbrücke
abgehalten. Die Neonazis waren zuvor auf Anforderung der Polizei in
Bussen des Stadtverkehrs vom Bahnhof dorthin transportiert worden, um
Ausschreitungen vorzubeugen. Die Verwendung von Bussen des Stadtverkehr
Lübeck hierfür war von zahlreichen Lübeckern
kritisiert
worden.
"Damit es keinen Zweifel gibt: Der
Stadtverkehr
distanziert sich aufs Schärfste von allen rechtsradikalen
Ansichten und Aktionen. Der Stadtverkehr Lübeck sieht derzeit
keine Möglichkeit, die Bereitstellung von Bussen für
Polizei-Sonderfahrten grundsätzlich zu vermeiden. Wir stellen
zum
Wohl der Sicherheit der Stadt unbürokratisch Busse
für derart
problematische Sonderfahrten zur Verfügung", nimmt Willi
Nibbe,
Geschäftsführer des Stadtverkehrs zu den
Vorwürfen
Stellung. "Wir wollen an diesen Transporten keinen Cent verdienen,
sondern sorgen zusammen mit der Polizei dafür, dass Nazis und
Hooligans so schnell wie möglich aus der Stadt geschafft
werden",
so Nibbe weiter. Deshalb werde das Unternehmen die Kritik an dieser
Praxis dennoch zum Anlass nehmen, über Alternativen mit der
Polizei zu sprechen und darauf hinzuwirken, dass im Rahmen der
Beförderung keine Nazi-Propaganda in den Bussen sichtbar
platziert
wird.
Positives Ergebnis der Sonderfahrt: In
Abstimmung mit dem
Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Ulrich Pluschkell, wird der
Stadtverkehr Lübeck das Fahrgeld spenden - für das
Mahnmal
auf dem Bahnhofsvorplatz, das an die Deportation und Ermordung der 92
jüdischen Bürger aus Lübeck erinnern soll,
die am 6.
Dezember 1941 vom Lübecker Bahnhof aus nach Riga transportiert
wurden.
Quelle: Lübeck:
Neonazi-Bustransport kommt Mahnmal für Deportation zugute
vom 25. März 2009
Jeder
20. Neuntklässler in einer Kameradschaft?
Die jüngste Studie des viel zitierten
Wissenschaftlers Christian Pfeiffer ist mächtig eingeschlagen.
Befragt
wurden für die Untersuchung rund 45.000 Neuntklässler
in 61
Landkreisen. Dabei werfen die Ergebnisse viele Fragen auf. Jeder 20.
Neuntklässler sei in einer rechtsextremen Kameradschaft,
heißt es. Und
jeder siebte sehr ausländerfeindlich.
In der Bundesrepublik gibt es nach Angaben des
Verfassungsschutzes etwa 150 Kameradschaften, ob diese alle aktiv
seien, sei allerdings unklar. Unabhängige Beobachter
zählten rund 200
solcher Neonazi-Banden. Wie auch immer, wenn schon jeder 20.
männliche
Neuntklässler und jede 40. Neuntklässlerin in einer
Kameradschaft wäre,
müsste es insgesamt zehntausende Jugendliche in
diesen Gruppen geben.
Kameradschaften haben laut Verfassungsschutz etwa 5 bis 20 Mitglieder.
Das passt also von vorne bis hinten nicht. Möglicherweise
handelt es
sich auch um eine Frage, wie der Begriff rechte Gruppe oder
Kameradschaft definiert wird.
Ohnehin geht der Verfassungsschutz von 40.000
Rechtsextremisten in Deutschland aus. Wie sich diese Zahl
zusammensetzt, erscheint allerdings vollkommen unklar. Und wenn schon
zehntausende Neuntklässler angeblich in einer rechtsextremen
Kameradschaft sind, erscheint es unwahrscheinlich, dass es insgesamt
“nur” 40.000 Rechtsextremisten gibt. Vor allem, da
hier unter
18-Jährige möglicherweise gar nicht erfasst sind.
Die Studie bringt aber auch sehr sinnvolle Ergebnisse, die
wichtig sind, zu erwähnen: Die regionalen Unterschiede, vor
allem
zwischen Stadt und Land, sowie die weit verbreitete
Ausländerfeindlichkeit. Diese
Größenordnungen überraschen allerdings
nicht, ähnliche Ergebnisse sind schon mehrfach
veröffentlicht worden.
Hier gilt es immer wieder zu erwähnen: Rassismus und
Ausländerfeindlichkeit sind KEIN Jugendproblem, die
Einstellungen
kommen von den Älteren. Aber auch die Feststellung, dass die
Jugendgewalt nicht immer weiter steige, so wie es einige Medien und
Politiker gerne behaupten, ist wichtig für eine sachliche
Diskussion.
Stellt sich aber im Bezug auf die Jugendlichen in
den Kameradschaften schon die Frage, warum Innenminister
Schäuble
“erschrocken” reagierte: Weil die Zahlen des
Verfassungsschutzes nicht
stimmen können oder die der Studie, die er da mit vorgestellt
hat. Eine
Studie, die Fragen aufwirft. Auch nicht schlecht.
(Quelle: NPD-Blog)
Hier die Studie
als PDF (ca. 2 MB)
Revision
gegen Freispruch für Ex-NPD-Landeschef
Nach dem Prozess um die Massenschlägerei vor dem
Kieler Amtsgericht hat die Staatsanwaltschaft den Freispruch
für einen
früheren NPD-Funktionär angefochten. Seine
Behörde habe umfassende
Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt, sagte der Kieler
Oberstaatsanwalt Uwe Wick laut einem Bericht von Welt-Online.
Die Staatsanwaltschaft hatte dem
35-Jährigen
vorgeworfen, bei der Schlägerei zwischen Neonazis und
Mitgliedern der
“Hells Angels” zwei Männer mit einem
Messer verletzt zu haben. Aus
Mangel an Beweisen hatte ihn das Landgericht freigesprochen. Nun muss
der Bundesgerichtshof das Urteil prüfen.
Die Staatsanwaltschaft hatte für den
Ex-NPD-Chef
fünf Jahre und sechs Monate Haft wegen gefährlicher
Körperverletzung
gefordert. Sie wertete es als wenig glaubwürdig, dass der
35-Jährige
bei der Massenschlägerei seinem am Boden liegenden Freund in
Notwehr
habe helfen wollen. Ihrer Ansicht nach hatte der Angeklagte die
Auseinandersetzung gesucht. Ein Vertreter der Anklage kündigte
bereits
direkt nach dem Urteil an, Revision gegen die Entscheidung
prüfen zu
wollen. (Quelle: NPD-Blog)
DER KRIEG
GEGEN DIE JUDEN - Warum sich die globale Öffentlichkeit in der
ökonomischen Krise gegen Israel wendet
Der Journalist und Autor Robert Kurz
über die Glorifizierung des alten
“Antiimperialismus”,
die auch bei der NPD und anderen Helden zu bewundern ist. Ein Auszug:
Die politischen Reaktionen auf den
Krieg in Gaza zeigen, dass Israel umso weniger Freunde hat, je
bedrohlicher seine militärische Lage wird. Im
Verhältnis der Kräfte
findet eine tektonische Verschiebung statt. Schon immer ging es im
Nahen Osten nicht um einen begrenzten Streit von regionalen Interessen,
sondern um einen exemplarischen und ideologisch aufgeladenen
Stellvertreter-Konflikt. In der Epoche des Kalten Krieges galt die
Auseinandersetzung zwischen Israel und Palästina als Paradigma
für den
Gegensatz von westlichem Imperialismus unter Führung der USA
und einem
„antiimperialistischen“ Lager, um dessen
Führung die Sowjetunion und
China konkurrierten.
Die Propaganda beider Seiten
ignorierte dabei den
Doppelcharakter des Staates Israel, der einerseits ein
gewöhnlicher
moderner Staat im Rahmen des Weltmarkts ist, andererseits aber eine
Antwort der Juden auf die eliminatorische Ausgrenzungsideologie des
europäischen und insbesondere des deutschen Antisemitismus.
Israel
wurde subsumiert unter eine weltpolitische Konstellation, in der es nie
aufging.
Nach dem Zusammenbruch des
Staatssozialismus und der „nationalen
Befreiungsbewegungen“, die ein
Programm „nachholender Entwicklung“ auf Basis des
Weltmarkts formuliert
hatten, veränderte sich der Charakter des
Stellvertreter-Konflikts
grundsätzlich. An die Stelle der säkularen
Entwicklungsregimes trat im
Nahen Osten und darüber hinaus der sogenannte Islamismus, der
nur
scheinbar als traditionelle religiöse Bewegung firmiert.
Tatsächlich
handelt es sich um eine postmoderne kulturalistische Krisenideologie
eines Teils der längst verwestlichten Eliten in den
islamischen
Ländern, die das autoritäre Potential der Postmoderne
repräsentieren
und den gänzlich unislamischen europäischen
Antisemitismus aufgesogen
haben. Die am Weltmarkt gescheiterten Segmente des Kapitals in dieser
Region erklärten den Krieg gegen die Juden zum exemplarischen
Kampf
gegen die westliche Vorherrschaft. Umgekehrt machte der westliche
Krisenimperialismus mit den USA an der Spitze den Islamismus zum neuen
Hauptfeind, nachdem er ihn zuvor im Kalten Krieg gepäppelt und
mit
Waffen versorgt hatte.
Diese neue Konstellation
führte zu
ideologischen Verwerfungen ungeahnten Ausmaßes. Der
Neoliberalismus
schien sich mit dem kapitalistischen Weltordnungskrieg gegen die
„zerfallenden Staaten“ in den Krisenregionen und im
Nahen Osten mit
Israel zu identifizieren. Neofaschistische Strömungen in aller
Welt
gehen seither mit dem antisemitischen islamistischen
„Widerstandskampf“
konform, obwohl sie gleichzeitig rassistische Stimmungen gegen
Migranten aus den islamischen Ländern schüren. Auch
große Teile der
globalen Linken begannen umstandslos die Glorifizierung des alten
„Antiimperialismus“ auf die islamistischen
Bewegungen und Regimes zu
übertragen. Das kann nur als ideologische Verwahrlosung
gekennzeichnet
werden, denn der Islamismus steht gegen alles, wofür die Linke
jemals
eingetreten ist; er verfolgt jedes marxistische Denken mit gnadenloser
Unterdrückung und Folter, er stellt Homosexualität
unter Todesstrafe
und behandelt die Frauen als Menschen zweiter Klasse. Auch
dafür ist
keine traditionelle Religion verantwortlich, sondern eine
kulturalistisch eingefärbte Militanz des kapitalistischen
Patriarchats
in der Krise, die sich auf andere Weise auch im Westen bemerkbar macht.
Die unheilige Allianz des „sozialistischen“
Caudillismus eines Chavez
mit dem Islamismus stellt nur die weltpolitische Ratifizierung dieses
ideologischen Verfalls dar, die keine emanzipatorische Perspektive hat.
Der
ganze Text erschien bei Exit-Online.
Chroniken
der Nazi-Aktivitäten 2008 und 2. Halbjahr 2007Das
Antifaschistische Bündnis
Dithmarschen führt eine chronologische Übersicht
über
die Aktivitäten der Nazis in
Dithmarschen. Das Bündnis veröffentlicht nun die
Chroniken für das 2. Halbjahr 2007 (PDF 47 kB)
und für das Jahr 2008 (PDF 54 kB) - ohne
Anspruch auf Vollständigkeit. Die
Chroniken können als PDF
herunter geladen werden.
Auch die Chroniken für 2007 1.
Halbjahr (PDF 64 kB), 2006
(PDF
51 kB) und 2005 (PDF 16 kB) stehen zum
Download zur
Verfügung.
Publikation: Europa im Visier der Rechtsextremen
Frisch aus dem Druck ist diese Publikation, in der
Wissenschaftler, Politiker und Journalisten eine umfassende Analyse
über die Strategien der extremen Rechten in ganz Europa und
darüber
hinaus geben. Die Publikation analysiert die Bestrebungen der
rechtspopulistischen und rechtsextremistischen Gruppierungen und
Parteien, im nächsten Europaparlament eine neue rechtsextreme
Fraktion
zu gründen. In acht Kapiteln sowie mit dem Aufruf
“Keine Stimme den
Rechtsextremisten” will die grüne Europaabgeordnete
Angelika Beer einen
Beitrag leisten, der extremen Rechten im Superwahljahr 2009 Paroli zu
bieten.
Bei dem Vorhaben, eine “Internationale
der
Nationalen” zu gründen, spielen Kader der extremen
Rechten in
Deutschland eine führende Rolle. Die österreichische
FPÖ plant ein
Wahlkampfbüro in Köln, um Pro Köln im
Europa- und Kommunalwahlkampf für
den 7. Juni 2009 zu unterstützen. Bereits im Januar 2008
trafen sich
die Führungskräfte europäischer rechter
Parteien, um die Gründung einer
Europäischen rechten Partei voranzutreiben. Rechtsextreme aus
ganz
Europa mobilisieren für den 14. Februar 2009 nach Dresden. Ein
nächster
gemeinsamer Anti-Islamisierungskongress soll am 9. und 10. Mai 2009 in
Köln stattfinden.
Die Publikation steht hier
zum Download bereit. Oder ist gegen die Zahlung der
Versandgebühren zu bestellen unter
angelika.beer(at)europarl.europa.eu.
Abrissunternehmen
macht ehemaligen Nazitreff Zur Börse dem Erdboden gleichDie
Beschäftigten des Bauunternehmens Lindenblatt aus Gudendorf
haben
mit dem Abriss des ehemaligen Nazitreffs Zur Börse begonnen.
Stück für Stück wurde der „braune"
Schandfleck bis
auf Reste der Fassade zum Einsturz gebracht. Mehr als 100 000 Euro hat
es sich die Gemeinde bereits kosten lassen, um den „braunen"
Schandfleck aus dem sauberen Ortsbild zu entfernen.
Nun
kommen die
Kosten für den Abriss hinzu, über gestern noch
niemand etwas
Konkretes sagen wollte. „Ünnern Diek"
türmte sich
gestern Mittag hinter den noch aufrechten Resten der maroden Fassade
ein riesiger Schuttberg auf. Und die Arbeiter werden noch bis zum Ende
der kommenden Woche die Altstoffe in die bereit stehenden Container
sortieren: Steine, Metall, Holz, Plastik.
Nachdem
bei der Submission der ausgeschriebenen Abrissarbeiten die Firma
Lindenblatt den Zuschlag erhalten hatte, gingen die Arbeiter beinahe
umgehend ans Werk. Und Gemeindevertreter Hans-Heinrich Holm
dokumentierte den Abriss der berüchtigten Immobilie
für die
Dorfchronik.
Damit ist für die Neufelder
ein dauerhaftes
Problem beseitigt. Nach dem Willen der Gemeinde soll im Ortsbild nichts
mehr an das Haus erinnern, das man nach schwierigen Verhandlungen
gekauft hatte, weil es das schmucke Dorf über Jahre mit den
Neonazis in Zusammenhang brachte. Die veranstalteten in der
Börse
ihre Rechtsrockkonzerte und holten Gesinnungsgenossen aus ganz
Nordeutschland nach Neufeld – mit Großaufgeboten
von
Polizeikräften. Alle drei Fraktionen waren sich einig, dass
diesem
Treiben ein Ende gesetzt werden musste. Bis Heiligabend soll nun jede
Spur vom Nazitreff beseitigt und das Gelände planiert sein.
Mit
dem Kauf der Immobilie erwarb die Gemeinde ein etwa 3600 Quadratmeter
großes Grundstück im Dorfzentrum.
Bürgermeister
Peter-Reimer Janßen und seine Mitstreiter wollen im neuen
Jahr
intensiv beraten, was mit dem gemeindeeigenen Land geschehen soll.
(Quelle: Dithmarscher Landeszeitung vom 3.12.2008)
Nazi-Überfall
in ItzehoeIn
der Nacht von Samstag, den 1.11. auf Sonntag, den 2.11. 2008 sind in
Itzehoe zwei Menschen von sechs bis sieben Nazis angegriffen worden.
Die Nazis kamen aus einer Kneipe, an deren Ausgang die beiden
zufällig gerade vorbeigingen und brüllten
Anti-Antifa! Jetzt
kriegen wir euch! Jetzt schlagen wir euch tot! und machten Jagd auf sie.
Eines
der Opfer konnte entkommen, das zweite wollte in eine Bar
flüchten, welche jedoch bereits geschlossen hatte und wurde
mit
äußerster Brutalität vor der Tür
von mindestens
vier Nazis niedergeschlagen. Nach einiger Zeit gelang es ihm, zu
entkommen. Das Opfer flüchtete auf die Straße, wurde
dort
von den Nazis erneut niedergerissen und geschlagen und getreten. Ein
weiterer Fluchtversuch gelang, die Nazis nahmen Wir kriegen dich! Wir
schlagen dich tot! , rufend die Verfolgung auf. Dann traf die Polizei
ein und einige der Nazis flüchteten in ein Eckhaus, welches
die
Polizei nicht zu durchsuchen bereit war.
Die Polizei
konnte drei der insgesamt sechs bis sieben Nazis festnehmen und
erwischte sie beim Rufen rechtsradikaler Parolen. Die Nazis
waren schätzungsweise um die 30 Jahre alt, ihre
Identität ist bisher unklar.
Weitere Infos
gibt es auf www.aaiz.blogsport.de
NPD-Stand
in Kappeln angegriffenAm
25. Oktober wurde ein Stand der rechtsextremen NPD in Kappeln
angegriffen. Von Anfang an wurde der Stand von ca. 15
bürgerlichen
Nazigegnern umgeben, die mit Plakaten und Transparent ihre Antipathien
ausdrückten. Unterbrochen wurde dieser Protest nur einige
Sekunden
durch eine ebenfalls ca. 15 Personen große Gruppe
Antifaschisten,
die die ca. 8 NPD-Nazis und ihren Stand frontal, aber unbewaffnet
angriffen. Mit Feuerlöschern wurde die NPD-Propaganda
unbrauchbar
gemacht, NPD-Schilder wurden zertreten - der Stand sah nach wenigen
Sekunden aus wie ein Schlachtfeld Mehre NPDler wurden
verletzt.
Der
Infostand war vor der Tageszeitung Schleibote aufgebaut. Stadt und
Polizei unterrichteten das Blatt aber nicht über die
NPD-Aktion,
was bei den Zeitungsmachern auf Missfallen steiß.
Insbesondere
auch weil die NPD Werbeschilder der Zeitung überklebten. Nach
dem Antifaangriff errichteten die Nazi noch für einige Zeit
einen provisorischen Tisch mit verschmutzer Propaganda.
http://www.shz.de/home/top-thema/article/218/npd-stand-mit-knueppeln-gestuermt.html
Finanzkrise
als Nährboden für Antisemitismus Das Neue Deutschland
(!) hat ein Interview mit Prof. Werner Bergmann vom Zentrum
für
Antisemitismusforschung der Technischen Universität (TU)
Berlin
geführt. Darin geht es um strukturellen Antisemitismus bei der
Analyse
der Finanzkrise. Traditionell würden Juden seit dem
Mittelalter mit dem
Sektor Geld, Kreditvergabe und Handel identifiziert, zu dem sich im
späten 19. Jahrhundert noch das Bild des
“Börsenspekulanten”
hinzugesellt habe, so Bergmann. Dies sei ein Bild, das sich bis heute
erhalten habe. Umfragen zeigten, dass Juden von relativ vielen
Befragten Eigenschaften wie “geldgierig” oder
“geizig” zugeschrieben
würden und man meine, dass ihr Einfluss in der
Geschäftswelt und auf
den Finanzmärkten zu groß sei.
Die Ereignisse betreffen das
kapitalistische System als Ganzes
Im Folgenden geht Bergmann auf den Unterschied
zwischen “raffendem”
und “schaffendem” Kapital ein: Im Moment werde zum
Beispiel versucht,
den Kreis der Schuldigen für die Finanzkrise einzugrenzen.
“Statt zu
sagen, die Ereignisse betreffen das kapitalistische System als Ganzes,
konzentriert man sich auf ein paar Banker und Spekulanten, denen
bestimmte Eigenschaften wie “geldgierig” oder
“können den Hals nicht
voll kriegen” zugeschrieben werden”, so Bergmann.
“Eigenschaften, die
auch zum Kern antisemitischen Denkens gehören und die der
Debatte,
sicher nicht mehrheitlich, aber in einigen Fällen, eine
antijüdische
Richtung geben könnten. Ich denke, dass momentan die Kritik an
den USA
dominiert. Allerdings ist der Weg vom Antiamerikanismus zum
Antisemitismus oft nicht weit. Besonders ausgeprägt sind
solche
Vorstellungen von einer jüdisch-amerikanischen Allianz, die
markt- und
weltbeherrschend agiert, natürlich im rechtsextremen Lager.
Aber man
findet sie durchaus auch darüber hinaus.”
Rechtsextremisten sprächen nun vom
“judäo-amerikanischen Weltfinanz,
die die Globalisierung steuert”. Bergmann betonte, er habe
den
Eindruck, dass “das in den letzten Jahren durch die weit
verbreiteten
Vorbehalte gegen bestimmte Globalisierungsphänomene wieder ein
Thema
geworden ist.”
Schmalspur-Kapitalismuskritik
Die
anti-hegemonialen Eigenschaften des Antisemitismus lassen diese
uralten Vorurteile auch heute noch für so einige
Leute attraktiv
erscheinen - und dies nicht nur bei Rechtsextremisten. Zudem helfen der
Antisemitismus und Verschwörungstheorien, komplexe
wirtschaftliche und
gesellschaftliche Phänomene zu erklären. So
ist auch zu erklären, dass
Irans Präsident Ahmadinedschad mit seinem Antisemitismus in
einigen
Staaten Südamerikas punkten kann.
Ein Beispiel für diese
Schmalspur-Kapitalismuskritik in Deutschland:
die eigenwilligen Analysen des Autoren Jürgen
Elsässer. Die rechte
Wochenzeitung `Junge Freiheit` berichtete im Oktober 2007: Am
10.
Oktober habe Elsässer im Berliner Hilton vor der
Preußengesellschaft,
in deren Beirat Fürst Ferdinand von Bismarck sitzt,
über den `Angriff
der Heuschrecken, Finanzkollaps, Zerstörung der Nation und
globaler
Krieg` gesprochen. Weiter heißt es: `Angesichts der auch in
seinem Buch
(JF 15/07) genannten Gefahren warb der linksnationale Elsässer
bei den
Altkonservativen für ein Bündnis von
“Lafontaine bis Gauweiler” - das
sei wichtiger als Gender Mainstreaming und der Einsatz für die
“Transsexuellen in der Mongolei”. […]
Nur die Linke und Teile der CSU
(”Habe gewisse Sympathien für Stoiber”)
verteidigten den “rheinischen
Kapitalismus” noch. Ähnliches gelte für die
immer stärker US-hörige
deutsche Außenpolitik.`
Die folgenden Sätze werden beispielsweise
den NPD-Leuten um Jürgen
Gansel viel Freude bereiten, die JF schreibt über
Elsässers Ideen: `Als
“Linker von altem Schrot und Korn” forderte er
angesichts der
aggressiven US-Finanzindustrie eine
“Re-Nationalisierung”: um die
“heimischen Arbeitskräfte” zu
schützen und die demokratische
“Staatskontrolle über
Schlüsselindustrien” wiederzuerlangen - aber
nicht im “alten bolschewistischen Sinne”,
fügte er hinzu.` Und weiter:
`Das deutsche Großkapital sei heute eine relativ friedliche
Einrichtung, weil es mit Irak und Iran lieber Handel treiben
möchte,
anstatt Krieg zu führen. Es bremst die Kriegspläne
der USA und sollte
unterstützt werden`, so Elsässer einem
Augenzeugenbericht zufolge. (Quelle: NPD-Blog)
http://www.neues-deutschland.de/artikel/137055.naehrboden-fuer-antisemitische-vorurteile.html
Rassismus
in Deutschland: Bundesregierung nimmt Stellung zu UN-VorwürfenDer
UN-Ausschuss für die Beseitigung jeder Form des Rassismus
hatte
die unzureichenden Maßnahmen der Bundesregierung gegen
Rassismus
kritisiert. Die Bundesrepublik Deutschland habe Verpflichtungen aus der
“Internationalen Konvention zur Beseitigung jeder Form von
Rassismus” bislang nicht erfüllt, so die Kritik des
Anti-Rassismus-Ausschusses (CERD) am 15. August 2008 bei der Sitzung in
Genf.
Der UN-Ausschuss formulierte in seinem
Länderbericht
zu der Bundesrepublik Deutschland eine Reihe von konkreten
Kritikpunkten, verbunden mit der Erwartung an die Bundesregierung, auf
diese Kritik zu reagieren, hieß es in einer Anfrage der
Linksfraktion im Bundestag. In ihrer Antwort schreibt die Regierung:
Die
Bundesregierung nimmt die nach Vorstellung des 16. bis 18.
Staatenberichts der Bundesrepublik Deutschland über
Maßnahmen zur Durchführung des Internationalen
Übereinkommens vom 7. März 1966 zur Beseitigung jeder
Form
von Rassendiskriminierung (ICERD) geäußerten
Empfehlungen
und die Kritik des zuständigen VN-Ausschusses sehr ernst. Der
Abschlussbericht gibt Anlass zur genauen Bewertung und
sorgfältigen Prüfung, ob innerstaatliche
Maßnahmen
ergriffen werden müssen. Die von dem Ausschuss in seinem
Abschlussbericht aufgeworfenen Fragen werden von der Bundesregierung
innerhalb der vom Ausschuss gesetzten Fristen beantwortet werden.
Die
Bekämpfungsämtlicher Formen rassistischer
Diskriminierung und
rassistischer Vorurteile sei für das deutsche Recht und die
deutsche Politik von herausragender Bedeutung, heißt es
weiter.
Wie
will sich Deutschland als “nicht-multi-ethnischer
Staat” definieren
UN-Experten
hatten der Bundesregierung mangelhafte Maßnahmen im Kampf
gegen
Rassismus vorgeworfen. Anhaltende rechtsextremistische und
fremdenfeindliche Übergriffe zählten zu den
Hauptbedenken der
Experten, hieß es in einer Mitteilung des UN-Komitees zur
Beseitigung von Rassismus (CERD) in Genf. Es sei zudem unklar, wie
Deutschland sich als “nicht-multi-ethnischer Staat”
selbst
definieren wolle, hatte der CERD-Berichterstatter für
Deutschland,
Patrick Thornberry, während der mehrtägigen
Beratungen
betont. Demnach hat ein Fünftel der Bevölkerung in
Deutschland einen Migranten-Hintergrund, rund acht Prozent seien
Ausländer ohne deutschen Pass. Das Komitee wollte wissen,
inwieweit diese Bevölkerungsgruppen in die
öffentlichen
Dienste integriert seien, etwa in die Polizei.
Die
UN-Experten
hatten untersucht, inwieweit Deutschland seinen Verpflichtungen aus der
Internationalen Konvention zur Abschaffung von Rassismus nachkommt. Als
einer von 173 Mitgliedstaaten des Abkommens ist Deutschland
verpflichtet, regelmäßige Berichte vorzulegen. Eine
deutsche
Delegation, darunter Vertreter aus den Ministerien für Justiz,
Inneres und Familien sowie aus dem Auswärtigen Amt, hatte in
Genf
nun auf Fragen der UN-Experten geantwortet. Auch der Sprachgebrauch im
deutschen Recht und bei Behörden war ins Visier der
Anti-Rassismus-Experten geraten. Zudem seien die Statistiken, die
Deutschland dem Gremium vorgelegt habe, mangelhaft. Die Untersuchung
seien nicht nach international gebräuchlichen ethnischen
Kategorien aufgeschlüsselt, kritisierte das
UN-Komitee. (Quelle: NPD-Blog)
Razzien
gegen Neonazi-Jugendorganisation HDJBundesweit
hat die Polizei Räume der neonazistischen Heimattreuen
Deutschen
Jugend durchsucht. Der Verein steht offenbar vor dem Verbot, mehrere
entsprechende Anträge liegen gegen die Neonazi-Kaderschmiede
bereits vor. Ein Verbot sei überfällig, meint der
SPD-Innenexperte Edathy. Von Patrick Gensing, tagesschau.de
In
der kommenden Woche tagt der Innenausschuss des Bundestages; auf der
Tagesordnung stehen drei vorliegende Verbotsanträge gegen die
Heimattreue Deutsche Jugend (HDJ). Sowohl FDP, Linkspartei als auch
Grüne brachten diese bereits vor Monaten ein. Eigentlich
sollten
sich die Ausschuss-Mitglieder im September mit der HDJ
beschäftigen, doch das Thema wurde verschoben, kurzfristig von
der
Tagesordnung genommen. Vertreter der Großen Koalition
begründeten dies mit einem eigenen Antrag zur Prüfung
eines
HDJ-Verbots nach dem Vereinsgesetz, der in Vorbereitung sei.
Der
Antrag der Koalitionsfraktionen sollte eigentlich in der kommenden
Sitzung des Ausschusses eingebracht werden, so der SPD-Innenexperte
Sebastian Edathy gegenüber tagesschau.de. Doch
möglicherweise
kommt es gar nicht mehr dazu: "Es würde mich nicht wundern,
wenn
der Bundesinnenminister einer formalen Aufforderung durch das Parlament
mit einem Verbot der HDJ zuvorkommen würde." Danach sieht es
nun
aus, heute gab es Razzien gegen die HDJ. In 14 Bundesländern
wurden Objekte durchsucht, die Maßnahmen stünden im
Zusammenhang mit vereinsrechtlichen Ermittlungsverfahren gegen die HDJ.
Schwerpunkt der Aktion seien die neuen Bundesländer und
Berlin,
hieß es.
Die Durchsuchungen "sollen uns
Klarheit
darüber verschaffen, ob sich die HDJ in
aggressiv-kämpferischer Weise gegen die
verfassungsmäßige Ordnung richtet oder ihre
Tätigkeit
den Strafgesetzen zuwiderläuft", sagte
Innenstaatssekretär
August Hanning. "Wir werden dies sorgfältig prüfen"
Ein
HDJ-Verbot sei überfällig, betonte Edathy. "Ich habe
das
Innenministerium seit mehr als einem Jahr wiederholt darauf aufmerksam
gemacht, dass dieser Verein die Voraussetzungen für sein
Verbot
erfüllen dürfte." Die HDJ sei deshalb besonders
gefährlich, weil "sie Kinder und Jugendliche mit
anti-demokratischem Gedankengut indoktriniert und sie zudem
paramilitärisch drillt". Zudem stehe die HDJ in Tradition der
verbotenen Wiking-Jugend.
"Kinder sind
Nazi-Propaganda wehrlos ausgeliefert"In
den bereits vorliegenden Verbotsanträgen wird ebenfalls darauf
hingewiesen, dass es inhaltliche und personelle Kontinuitäten
zur
verbotenen Wiking-Jugend gebe. Diese war im Jahr 1994 wegen ihrer
Wesensverwandtschaft mit der NSDAP und der Hitler-Jugend (HJ)
aufgelöst worden. Damit wurde es auch untersagt,
Ersatzorganisationen zu bilden.
Doch auch die HDJ
strebe die
Abschaffung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung an, schreiben
die Grünen in ihrem Antrag. Die Vereinigung rekrutiere zu
diesem
Zweck "Nazi-Nachwuchs, den sie paramilitärisch ausbildet".
Kinder
und Jugendliche befänden sich noch in der
Persönlichkeitsentwicklung und seien der Nazi-Propaganda oft
wehrlos ausgesetzt. Sie müssten daher einen besonderen
staatlichen
Schutz erhalten. Die Linksfraktion betont, Ziel der HDJ sei die
ideologische Einflussnahme auf Kinder und Jugendliche im Sinne der
Verbreitung völkischer, rassistischer, nationalistischer und
NS-verherrlichender Ansichten. Der Verein unterhalte zudem enge
Kontakte zur NPD.
Nach Angaben des Berliner
Verfassungsschutzes
ist beispielsweise der Berliner NPD-Landesvorsitzende Jörg
Hähnel in der HDJ aktiv. Der Liedermacher gehört auch
dem
Bundesvorstand an. Auch in Mecklenburg-Vorpommern gibt es personelle
Überschneidungen. So ist nach Recherchen von tagesschau.de die
Homepage der HDJ auf den NPD-Landtagsabgeordneten Tino Müller
registriert.
"Druck, damit
Schäuble Verantwortung wahrnimmt"Die
FDP weist in ihrem Antrag darauf hin, dass sich die HDJ laut eigenen
Angaben aus Spenden finanziert; der Verein rufe zu Spenden und
Fördermitgliedschaften auf. Es sei daher davon auszugehen,
dass
die HDJ als gemeinnützig anerkannt sei, so die FDP-Fraktion. Dies
erscheint nicht undenkbar, denn auch das "Collegium Humanum" war
offenbar viele Jahre gemeinnützig, im Mai 2008 wurde dieser
Verein
der Holocaust-Leugner schließlich verboten. Auch hier habe
Schäuble "offenkundig erst nach der Drohung mit einer formalen
Aufforderung durch den Bundestag" reagiert, kritisierte Edathy. Er
bezeichnete es als bedauerlich, dass es parlamentarischen Drucks
erfordere, den Innenminister "zur Wahrnehmung seiner Verantwortung zu
bewegen".
Nachtrag: Auch in Nordfriesland (in
Bredstedt) ist eine Wohnung durchsucht worden.
Weitere
Informationen über die HDJ: Recherche-Nord
Gegen
Nazi-Clubs in NeumünsterAm
13. September organisierte das Neumünsteraner Bündnis
gegen
Rechts ein Sommerfest
gegen den Nazitreff "Titanic", an dem 250 Menschen teilnahmen. Am 27.
September demonstrierten etwa 800 AntifaschistInnen in
Neumünster
gegen den Nazi-Club 88.
de.indymedia.org
| NMS: Antifa-Demo und Club 88-Geburtstag http://www.club88-schliessen.tk/
Nationale
Aktionsfront Dithmarschen vor GerichtBerufungsprozess nach
Auseinandersetzung im rechtsextremen Milieu
Berufung
verworfen. „Das Amtsgericht Meldorf hat seine Entscheidung
richtig getroffen“, rief der Vorsitzende der Berufungskammer
am
Landgericht Itzehoe, Strafrichter Dietmar Wullweber, dem
29-jährigen Delf D.* (*Namen geändert) aus
Marnerdeich zu.
Delf D. hatte auf Freispruch in zweiter Instanz gehofft. Doch
Richter Wullweber und Schöffen schlossen sich dem Antrag von
Staatsanwalt Reinhold Neumann an. Der hatte die Verwerfung der Berufung
gefordert.
Schuldig einer gefährlichen
Körperverletzung
hatte die Meldorfer Strafrichterin bereits am 20. März erkannt
und
den insgesamt siebenfach, teilweise einschlägig Vorbestraften
zu
zehn Monaten Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf zwei Jahre zur
Bewährung abgeurteilt. Als Auflage muss Delf D. zudem 1000
Euro
zahlen. Erstinstanzlich saßen noch die vorbestraften
ehemaligen Rechten Götz G.* (27) (sechs Vorstrafen) und Karl
K.*
(26) (zwei Vorstrafen) mit Delf D. auf der Anklagebank. Auch das Opfer
ihrer Tat, der zweifach vorbestrafte Heiko H.* (22) gehörte
dem
Dunstkreis der „Nationalen Aktionsfront
Dithmarschen“ an.
Der zur Tatzeit noch in Meldorf lebende H. hatte nach Kontakten mit dem
in Itzehoe ansässigen für den Staatsschutz
zuständigen
Kommissariat 5 (K 5) den Kontakt zu seinen rechten Kameraden schleifen
lassen. Zudem schuldete er Götz G. 50 Euro. Am Abend des
21. Februar suchten G. zusammen mit seiner inzwischen Ehefrau (19),
Delf D. und Karl K. Heiko H. in dessen Meldorfer Wohnung auf.
Glaubt
man des Opfers schon vor dem Amtsgericht abgegebener und jetzt vor dem
Landgericht wiederholter Einlassung, war es ein freundlicher harmloser
Besuch unter Kameraden. H.: „Es klopfte. Ich ließ
alle vier
rein. Wir haben uns unterhalten. Dann sind alle vier wieder
gegangen.“ „Warum sind sie dann zur Polizei
gegangen?“, fragte Richter Wullweber. Denn H. hatte die drei
Männer am Tag nach deren Besuch wegen
Körperverletzung und
Nötigung angezeigt. Götz G. wurde erstinstanzlich
wegen gefährlicher Körperverletzung zu acht Monaten
auf
Bewährung abgeurteilt; Karl K. wegen Nötigung sowie
dem
Verwenden von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen zu
Geldstrafe in Höhe von 50 Tagessätzen zu 15 Euro.
Beide
ließen ihr Urteil rechtskräftig werden.
Vor
der Polizei
nämlich hatte Heiko H. konstant bei drei über ein
halbes Jahr
verteilten Vernehmungen noch ausgesagt, dass Karl K. seine
Haustür
gegen seinen Widerstand aufgedrückt habe; dass Götz
G. ihn am
Hals gepackt und an der Wand hochgedrückt habe; dass ein ihm
Unbekannter ihn geohrfeigt habe, was er noch drei Tage lang
gespürt habe. Zudem soll G. ihm mit Schlimmerem gedroht haben,
wenn nicht binnen einer Woche die 50 Euro zurückgezahlt
würden. H. identifizierte Delf D. im Rahmen einer Vernehmung
anhand einer Fotovorlage als dritten Täter. Aufgrund dieser
eindeutigen gegenüber einem Polizeibeamten aus Meldorf und
K 5-Beamten gemachten Angaben war das Urteil in Meldorf gefallen.
Warum
sollten die als Zeugen gehörten Beamten sich so etwas
ausdenken,
lautete die Schlüsselfrage – haben sie nicht, die
Antwort
des Gerichts. Denn Heiko H. sagte, vor der Polizei die Wahrheit und log
durch zwei Instanzen vor Gericht. Dafür bekommt er von
Staatsanwalt Neumann jetzt ein saftiges Verfahren wegen Falschaussage
an den Hals. (Quelle: Dithmarscher Landeszeitung vom 27.08.08)
NPD
versucht Verbrechen zu instrumentalisierenAuch
in Deutschland gibt es Gruppierungen, die nach der Todesstrafe
schreien. So auch die rechtsextremistische NPD, ein Fan von
Irans-Präsident Ahmadinedschad sind die Rechtsextremisten ja
ohnehin, passt also zusammen. Die NPD und anderen Neonazis meinen nun
offenbar, aus einem tragischen Verbrechen Kapital schlagen zu
können. In einer Pressemitteilung der sächsischen
NPD-Landtagsfraktion heißt es:
“Mit
Bestürzung hat die NPD-Fraktion im Sächsischen
Landtag auf
die Nachricht vom Tod der achtjährigen Michelle in Leipzig
reagiert. Ein Mann hatte das tote Kind gegen 12.45 Uhr am Rande eines
Teiches im Stötteritzer Wäldchen in der Nähe
von
Michelles Schule gefunden. Offenbar wurde das Mädchen das
Opfer
eines Sexualverbrechens. Wie Landespolizeipräsident Bernd
Merbitz
mittlerweile bekanntgab, handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach
um die Vermißte. Gut 18 Monate nach der Ermordung des
neunjährigen Mitja sorgt nun ein erneuter Fall eines
Kindesmißbrauchs mit Todesfolge in Leipzig für die
berechtigte Empörung der Bürger. Der
NPD-Fraktionsvorsitzende
Holger Apfel erklärte: „Das Verbrechen an dem
Leipziger
Mädchen ist einfach grauenhaft und hat mich tief
erschüttert.
Wir Nationaldemokraten erwarten von der Polizei eine zügige
Ergreifung des Tatverdächtigen und die Anwendung der vollen
Härte des Gesetzes, wenn die Schuld des Täters
bewiesen
wurde. Die NPD tritt bekanntlich für die Todesstrafe
für
Kindermörder ein. Die Berechtigung unserer Forderung beweist
der
aktuelle Fall in Leipzig.”
13-Jährige
fast totgeprügelt
Nun
ist es schlicht und ergreifend ekelhaft, wenn Leute meinen, aus solchen
abscheulichen Verbrechen ihren politischen Profit ziehen zu
müssen. Besonders, wenn ein NPD-naher Kader wenige Wochen
vorher
eine 13-Jährige mit einem Klappspaten fast
totgeprügelt hat -
und die Partei dazu schwieg. Auch die Politik reagierte angewidert.
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung sagte zu den
Aktivitäten rechtsextremistischer Gruppen im
Zusammenhang
mit dem Mord an der achtjährigen Michelle laut den
Leipzig-Seiten:
“Die
Vereinnahmung des schrecklichen Mordes durch Rechtsextremisten ist
abscheulich und menschenverachtend. Mit platten populistischen Parolen
wird versucht, den Zorn über die Tat und die Trauer der
Bürgerinnen und Bürger zu instrumentalisieren und
für
die politischen Ziele der Rechtsextremisten zu missbrauchen. Dies ist
eine Verhöhnung des Opfers und aller Leidtragenden. Ich
verurteile
diese Aktivitäten auf das Schärfste. Ich bitte die
Bürgerinnen und Bürger auf die Ermittlungsarbeit der
Polizei
zu vertrauen und der rechtsextremistischen Vereinnahmung
entgegenzutreten.”
Zuvor hatten sich dem
Bericht
zufolge etwa 300 Rechtsextreme unter eine Demontration von Anwohnern
und Eltern gemischt. Dort gaben sie per Megafon die Anweisungen zur
Schweigeminute und forderten die “Todesstrafe für
Kinderschänder”. Das MZ-Web schreibt dazu:
Immer
wieder versuchen Neonazis, Fälle von Kindesmissbrauch oder
Kindstötung propagandistisch auszuschlachten.
Jüngstes
Beispiel: der Mord an Michelle. Unter den Demonstranten, die am
Montagabend durch Leipzig zogen, waren auch mehrere hundert
Angehörige der rechten Szene. Schon am Donnerstag zuvor - dem
Tag,
an dem die Leiche der Achtjährigen gefunden worden war - hatte
die
Szene eine ähnliche Demonstration organisiert. Im Falle des
vor
eineinhalb Jahren in Leipzig getöteten neunjährigen
Mitja
hatten Rechtsextremisten auf Flugblättern gegen
Ausländer
gehetzt. Und nur zwei Tage nach einer Kinderporno-Razzia gegen den
damaligen Merseburger Oberbürgermeister Reinhard Rumprecht im
August 2007 demonstrierte die NPD in der Stadt.
Rechtsextremisten
versuchen generell, Ängste in der Bevölkerung zu
schüren
und so ihre populistischen, simplen Lösungen anzubieten.
Dafür bieten sich grausame Verbrechen an Kindern besonders an,
denn bei keinem anderen Thema erscheint der Weg zur Selbstjustiz, bzw.
drastischen Strafen so kurz. Gewaltverbrechen gegen Kinder sorgen
für Aufruhr in der Bevölkerung, die Rechtsextremisten
verbreiten dann ihre oben erwähnte Forderung
“Todesstrafe
für Kinderschänder”. Everhard Holtmann,
Politologe an
der Uni Halle, sagte dazu laut MZ-Web: “Diese Forderung
gehört zur feststehenden Propaganda der rechten Szene, das ist
Teil des Repertoires.” Neonazis wollten so bei der
Bevölkerung Punkte sammeln. Holtmann verurteilt das als
“geschmacklosen Versuch, Trauer und Leid für
politische
Ziele zu instrumentalisieren”.
Dagegen
wehren kann man
sich laut Holtmann nur, indem man sich klar von Rechtsextremisten
abgrenzt. Zwar schließe das Recht auf freie
Meinungsäußerung auch ein, die Todesstrafe zu
verlangen,
sagt der Politikwissenschaftler dem Bericht zufolge. “Man
muss
dann aber klar darauf hinweisen, dass unser demokratischer Rechtsstaat
aufgrund seiner ethischen und sittlichen Fundamente diese Strafe
ausschließt.” Und dass die Verantwortung
für
Aufklärung und Ahndung von Verbrechen bei Polizei und Justiz
liegen.
Montagsdemos
angekündigt
Ob
solche
Distanz in Leipzig funktioniert, sei fraglich, meint das Blatt. Denn
auch aus den Reihen der Anwohner, welche die Demo am Montag organisiert
hatten, waren Rufe nach der Todesstrafe laut geworden. Künftig
wollten die Veranstalter jede Woche zu Montagsdemos aufrufen. Auch
Neonazis dürften sich dann wieder einreihen. Schon deswegen,
weil
Michelle die Nichte von Istvan R. war - der gilt als eine der
Führungsfiguren der rechten Kameradschaft “Freie
Kräfte
Leipzig”. (Quelle: NPD-Blog)
Lübeck: Neonazis verprügeln
18-Jährigen
Die Polizei Lübeck berichtet in
einer Pressemitteilung:
“Am Sonntagmorgen [06.
Juli 2008], gegen 02.30 Uhr, kam es im Lübecker Stadtteil
Moisling zu einem Großeinsatz
der Polizei. Etwa 30 Personen, allesamt dem rechten Spektrum
zuzuordnen, hatten im Park
in der Nähe des Brüder-Grimm-Ringes ein Trinkgelage
abgehalten. Als ein 18-jähriger
Lübecker zufällig an dieser Gruppe vorbei kam,
eskalierte die Situation zum ersten Mal.
Mehrere angetrunkenen Personen aus der Gruppe stürzten sich
auf den spazieren gehenden
Deutschen und schlugen ihn brutal zu Boden. Als das Opfer
anschließend wieder zu sich
kam, lief es aus dem Park heraus und benachrichtigte die
Einsatzkräfte.
Sofort machten sich mehrere Streifenwagen und
Rettungskräfte auf den Weg zum Einsatzort.
Nach einer medizinischen Erstversorgung vor Ort wurde der
18-Jährige mit schweren
Gesichtsverletzungen in
die Kieferchirurgie der Uniklinik
Lübeck eingeliefert. Lebensgefahr für den jungen Mann
besteht nicht, jedoch konnte er ob
seiner schwerwiegenden Gesichtsverletzungen noch nicht zum Tathergang
befragt
werden.
Aufgrund der unübersichtlichen Situation zur
nächtlichen Stunde wurden insgesamt 27
Streifenwagenbesatzungen aus verschiedenen Polizeidirektionen zum
Einsatzort entsandt.
Über 50 Beamte umstellten den Park und stießen nach
und nach auf die weitläufig
verstreute Gruppe. Die überwiegend stark angetrunkenen
Männer und Frauen im Alter
zwischen 20 und 32 Jahren, angereist aus dem gesamten Bundesgebiet,
hatten anlässlich
eines Geburtstages eines 22-jährigen Lübeckers im
Park ein Gelage abgehalten. Während der
notwendig gewordenen Personalienfeststellung kam es immer wieder zu
Widerstandshandlungen
einzelner aggressiver und uneinsichtiger Personen. Im Laufe der
Auseinandersetzung
mussten die Beamten Schlagstöcke und Pfefferspray einsetzen.
Erst nachdem vier Personen,
die sich extrem uneinsichtig verhielten und nicht freiwillig ihre
Personalpapiere
herausgaben, in den Polizeigewahrsam genommen wurden, beruhigte sich
die Lage
einigermaßen. Anschließend kamen die anderen
Personen den Aufforderungen der Polizei nach
und verließen nach der Personalienfeststellung aufgrund eines
ausgesprochenen
Platzverweises die Örtlichkeit.
Noch in den Morgenstunden erschienen dann etwa 10 Personen aus dieser
Gruppe am
Polizeigewahrsam und forderten lautstark die
“Freilassung” ihrer Mitstreiter,
dem wurde natürlich nicht entsprochen. […] Zurzeit
steht noch nicht fest, welche
Personen aus der Gruppe die Körperverletzung begangen haben.
Auch ob die begangene
Straftat einen politisch motivierten Hintergrund gehabt haben
könnte, muss noch ermittelt
werden. Die Polizei hat zunächst einmal einen
Ermittlungsvorgang wegen des Verdachts der
schweren Körperverletzung zum Nachteil des
18-jährigen Deutschen
eingeleitet.” (Quelle: NPD-Blog)
SH: Drohungen gegen Richter
nach Urteil gegen
NPD-Funktionär
Nach einem Urteil gegen den
stellvertretenden NPD-Landesvorsitzenden bedrohen Neonazis
laut einem Bericht des shz.de
einen Richter des Kieler
Landgerichts. Der Staatsschutz ermittelt. Die Rechtsextremisten wissen
demnach, wo der
Richter wohnt, mit wem er verheiratet ist, wie viele Kinder er hat.
Diese Daten und
weitere Einzelheiten aus seinem Privatleben haben sie jetzt im Internet
veröffentlicht,
verbunden mit der Bemerkung, dass mancher gerne mal einen Richter
“in freier
Wildbahn erlegen würde”.
Und es gibt weitere eindeutige Formulierungen:
“Gerne würde ich mehr über unseren
Rechtsstaat erfahren”, ist unter dem Namen “Jens
Lütke” zu lesen.
Der stellvertretende
NPD-Landesvorsitzende heißt übrigens
genauso. Und weiter: ”Darf ich Sie zu
diesem Zweck einmal besuchen
kommen, Herr Richter? Abends, wenn es schon ganz dunkel ist und Sie und
ich nicht mehr
arbeiten müssen?” Jens Lütke ist laut
taz-Angaben eng mit den “Freien
Kameradschaften” verbunden, besonders mit der
“Kieler
Kameradschaft”.
Fall mit bisher nicht gekannter
Qualität
“Das kann man schon als Drohung
verstehen”, sagt der betroffene Richter.
“Es ist nicht sehr angenehm, ich beobachte meine Umgebung
jetzt sehr viel
wachsamer.” Aus dem Kieler Innenministerium heißt
es laut shz.de: Dieser Fall habe
eine bisher nicht gekannte Qualität. Hintergrund ist
die Verurteilung des
stellvertretenden NDP-Landesvorsitzenden Lütke wegen
Verwendung verfassungswidriger
Kennzeichen und Beleidigung. Der NPD-Funktionär hatte 2006 als
verantwortlicher Redakteur
einer NPD-Zeitung eine Karikatur aus dem Jahr 1933
veröffentlicht, die aus dem
Satiremagazin “Kladderadatsch” stammt. Darauf ist
ein Ei mit einem Hakenkreuz
zu sehen. Lütke schrieb dazu, dass dieses Ei keine
“Malvorlage” sei - es sei
denn, die Leser würden es gut vor dem Staatsanwalt verstecken.
Eine politische Satire,
wie vom Angeklagten vorgebracht, konnte der Richter nicht erkennen:
1500 Euro
Geldstrafe.
Seit dem Urteil im Juni wird der Kieler Richter bedroht.
Seine Adresse habe mit großer
Wahrscheinlichkeit Peter Borchert (35) veröffentlicht, meint
SHZ.de. Borchert war von
2000 bis 2003 NPD-Landesvorsitzender und gilt als führender
Kopf in der militanten
rechten Szene in Norddeutschland.
Die taz berichtete nach dem Einzug der NPD ins Kieler Rathaus, dass
angeblich etwa 15
Neonazis um Peter Borchert gezielt eine kleine Gruppe Antifaschisten
angegriffen hätte.
Borchert und zwei weitere Neonazis hätte die Polizei
festgesetzt. (Quelle: NPD-Blog)
Siehe auch: Schlägerei nach
Einzug von NPD in Kieler Rathaus, enge
Verzahnung zwischen NPD und “aktionistischen
Neonazis”,
NPD-Kandidat
mit
“Unterstützern” von Kieler Rathaus,
Lynchmob
2.0 (tagesschau-blog)
Stellvertretender
NPD-Landesvorsitzender
verurteiltDer
stellvertretende NPD-Landesvorsitzende von Schleswig-Holstein, Jens
Lütke, wurde vom Landgericht Kiel wegen Verwendens
verfassungsfeindlicher Symbole und
wegen Beleidigung verbunden mit übler Nachrede zu einer
Geldstrafe in Höhe von 1500 Euro
verurteilt.
Der 29-jährige Angeklagte hatte als presserechtlich
Verantwortlicher der Partei-Periodika
„Schleswig-Holstein-Stimme“ dort in der Ausgabe
16/2006 eine Karikatur mit
einem Hakenkreuz auf einem Osterei veröffentlicht, entnommen
einer Publikation aus dem
Jahr 1933 von der linksliberalen Satirezeitschrift
„Kladderadatsch.“ Mit dem
eigenen Zusatz, das Ei sei nicht als Malvorlage gedacht,
höchstens nur, wenn der
Staatsanwalt es nicht finde, hatte er das Motiv provokativ versehen.
Genau in diesem
Gesamtkontext wertete das Gericht den Abdruck weder als Satire, noch
als historisch
aufklärende Darstellung. Erst im Verfahren der zweiten Instanz
räumte Lütkes Verteidiger
Christian Bangert (38) nun ein, er habe bei Prüfung der
damaligen Vorlage keine
rechtliche Beanstandung entdecken können. Das Gericht schenkte
dieser unter Eid
getätigten Aussage jedoch keinen Glauben, sprach vielmehr von
einer
Gefälligkeitseinlassung, um eine mögliche Strafe von
Lütke abzuwenden oder abzumildern.
Bangert ist Parteikamerad und kandidierte zuletzt erst bei den
Kommunalwahlen in Kiel für
die NPD. Dem Rechtsanwalt drohen nun strafrechtliche und
berufsständische Schritte wegen
möglichen Meineids. Lütke wurde ferner verurteilt, im
Zusammenhang mit einem ins Internet
gestellten Bericht über eine Hausdurchsuchung in seinen
Privaträumen ehrverletzende
Formulierungen und Falschanschuldigungen gegen einen Polizeibeamten
benutzt zu haben.
Wegen Landfriedensbruches ist Lütke bereits einmal verurteilt
worden. (Quelle: Blick
nach Rechts vom 26.06.08)
Plakat
"Keine Toleranz für
Neonazis in Dithmarschen"Das
Antifaschistische Bündnis Dithmarschen
hat bei der Maikundgebung des DGB das Plakat unter
dem Titel "Keine Toleranz für Neonazis in Dithmarschen und
anderswo" der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die Plakataktion wird von 23 Organisationen
unterstützt. Neben Gewerkschaften,
Frauenorganisationen, der Kirche, Unternehmen und der Stiftung gegen
Gewalt und
Extremismus auch von sieben dithmarscher Parteien. Hier fehlen nur CDU
und FDP.
Außerdem wurde das Plakat von fast 200 Personen
unterzeichnet, darunter der
DGB-Regionsvorsitzende Karsten Wessels, die Kreisvorsitzenden von UWD,
SPD und Grünen,
die SPD-Abgeordneten Jörn Thießen und Detlef Buder,
Propst Henning Kiene, die Heider
Gleichstellungsbeauftragte Gabriela Petersen und Landrat Jörn
Klimant.
Wer die Plakataktion noch unterstützen oder das
Plakat haben
möchte, kann uns dies per E-Mail (ggf. mit
Funktion) an die Adresse mail(at)antifa-dithmarschen.tk
mitteilen. Die
Namen weiterer UnterzeichnerInnen werden auf dieser Homepage
veröffentlicht.
Bisherige
UnterzeichnerInnen
Plakat
als PDF-Datei
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| www.antifa-dithmarschen.tk |
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