Demo "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland" am 28. Januar in Hamburg
„Was sich in Deutschland abspielt, ist unerträglich. Dreizehn Jahre lang
konnten drei Thüringer Nazis ungestört durch die Republik reisen,
Banken überfallen, Sprengstoff-Attentate verüben und Menschen ermorden.
Ihre Opfer waren Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü,
Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet
Kubaşık, Halit Yozgat und die Polizistin Michèle Kiesewetter. Die Morde
der Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) wurden nur
durch einen Zufallsfund nach dem Tod der beiden Nazis Böhnhardt und
Mundlos im November 2011 aufgedeckt. Seitdem erfährt die Öffentlichkeit
stückchenweise grauenhafte Details über die gezielte Hinrichtung von
Migranten in ihren Geschäften, eine Nagelbombe in Köln-Mülheim und
andere Anschläge eines Netzwerkes, von dem bisher nicht einmal abzusehen
ist, wer ihm außer Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt noch
angehört. Das ganze Ausmaß des Terrors ist noch nicht ersichtlich –
möglicherweise steckt die Gruppe auch hinter einer Serie von
Brandanschlägen in Völklingen und einem antisemitischen Bombenanschlag
in Düsseldorf-Wehrhahn.“
weiter lesen:
Aufruf Der Tod ist ein Meister aus
DeutschlandBeginn der Demonstration am 28. Januar ist um 13 Uhr am Hauptbahnhof in Hamburg
Frei.wild in Pahlen
Am 24.3.2012 wird die Musikgruppe Frei.Wild aus dem italienischen
Südtirol im Rahmen ihrer „Allein nach Vorne“-Clubtour unter anderem auch
Halt in Pahlen (Kreis Dithmarschen) machen. An sich ist dies keine
Ungewöhnlichkeit; nutzten doch schon viele, auch bekanntere Bands, die
Eiderlandhalle des Pahlazzos als Spielstätte. Bei Frei.Wild verhalten
sich die Dinge aber anders:
Einige Mitglieder von Frei.Wild, vielen
Menschen als Nachfolgeband der „Deutschrockgruppe“ Böhse Onkelz
bekannt, teilen mit ihren eben genannten Vorbildern eine Gemeinsamkeit:
die Vergangenheit in der rechten Szene. Frei.Wild gingen aus der
Nazi-Band Kaiserjäger hervor.
weiter lesenNPD-Aufmarsch in Neumünster für den 1. Mai angekündigt
Wie diese Woche bekannt wurde, hat die NPD für den
1. Mai 2012, dem traditionellen internationalen Kampftag der
Arbeiter_innenbewegung, einen Aufmarsch in Neumünster angemeldet...
Es ist davon auszugehen, dass dies die zentrale Wahlkampfaktion der
bisher schwach aufgestellten neonazistischen Partei mit entsprechendem
Mobilisierungspotential zur bevorstehenden schleswig-holsteinischen
Landtagswahl am 6. Mai 2012 werden soll.
Unabhängig davon,
dass die Stadt Neumünster nach eigenen Angaben derzeit die geringen
Erfolgsaussichten eines Demoverbots prüft, rufen wir alle
Antifaschist_innen schon jetzt dazu auf, am 1. Mai alles daran zu
setzen, dass die schleswig-holsteinische Neonaziszene, wie schon bei
ihrem letzten kläglichen Gehversuch in Neumünster am 21. August 2010,
nicht einen Meter weit ihre menschenverachtende
Hetze
auf die Straße tragen kann, sondern endgültig dort
verschwindet, wo sie hingehört: In der historischen Versenkung.
Kein
Raum für Rassisten, Nationalisten, Antisemiten - den NPD-Wahlkampf
sabotieren! Naziaufmarsch am 1. Mai in NMS verhindern!
http://www.shz.de/nachrichten/top-thema/article//rechtsextreme-planen-mai-demo-in-neumuenster.html Nazi-Netzwerk reicht bis nach Schleswig-Holstein
Das Netzwerk der mutmaßlichen Terroristen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt
und Beate Zschäpe und deren Umfeld reicht bis nach Schleswig-Holstein.
Darauf deuten Recherchen des Schleswig-Holstein Magazins und der NDR 1
Welle Nord hin. Die rechtsextreme Szene im Land mit ihren ehemals
führenden Köpfen Peter Borchert, Christian Worch und Thomas "Steiner"
Wulff hatte demnach einen engen Draht zu den Kameradschaften in
Thüringen und anderen ostdeutschen Bundesländern.
Rechtsextremismus-Experten fordern deshalb intensivere Ermittlungen in
Schleswig-Holstein.
Kontakte in Thüringen und Worms
Die besagten Kontakte fanden hauptsächlich auf dem Fest der Völker in
Thüringen statt, wo zum Beispiel der mögliche Hintermann des
"Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU), Thomas G., und der
Lauenburger Neonazi Thomas Wulff aufgetreten sind. Bilder, die dem
Schleswig-Holstein Magazin vorliegen, belegen die Auftritte. Außerdem
gibt es Aufnahmen von Thomas Wulff zusammen mit Uwe Mundlos auf einer
Veranstaltung in Worms 1996.
Experte: "Neonazi-Bands sorgen für europaweiten Austausch"
Rechtsextreme Musik ist nach Ansicht von Kennern der
Neonazi-Szene ein wichtiges Bindeglied zwischen den verschiedenen
Gruppen und Akteuren. Die Musik werde auch genutzt, um neue Mitglieder
und Sympathisanten zu werben, sagte Stefan Heerdegen von der "Mobilen
Beratung gegen Rechtsextremismus" in Erfurt dem Schleswig-Holstein
Magazin. In diesem Zusammenhang spielen die rechtsextremen Vereinigungen
"Blood & Honour" und "Combat 18" eine Rolle. Sie waren bis 2003 in
Schleswig-Holstein präsent. "Blood & Honour" ist ein Netzwerk
neonazistischer Musikgruppen, "Combat 18" gilt als "bewaffneter Arm"
dieses Netzwerkes. "Die richtig harten Neonazi-Bands sind mehr oder
weniger in diesem Netzwerk organisiert. Das sorgt für Auftritte, für
Austausch europaweit und ist eben insofern ein ganz wichtig Verknüpfung
innerhalb der Neonazi-Szene.", so Extremismus-Experte Heerdegen.
Gruppe aus dem Norden Vorbild für Neonazi-Terrortrio?
2003 wurde in Schleswig-Holstein die Gruppe "Combat 18 Pinneberg"
durch die Sicherheitsbehörden zerschlagen, nachdem bei einer Razzia in
Pinneberg, Husum, Neumünster, Rendsburg und Kiel Waffen gefunden worden
waren. Mitglied der Gruppe war auch der Neonazi Peter Borchert aus
Neumünster. Im Schleswig-Holstein Magazin sagte der
Rechtsextremismus-Experte Volkmar Wölk, dass das Zwickauer Terrortrio
sich möglicherweise die Gruppe "Combat 18" als Vorbild genommen habe.
Peter Borchert sei damals der führende Kopf der Gruppe in Deutschland
gewesen. Dies müsse Anlass sein, auch in diese Richtung zu ermitteln, so
Wölk.
Die Behörden in Schleswig-Holstein wollen sich dazu gegenwärtig nicht
äußern. Sie verweisen auf die Bundesanwaltschaft. Die teilte mit, dass
der Fall von "Combat 18" in Schleswig-Holstein nicht im Fokus aktueller
Ermittlungen steht.
(Quelle: NDR vom 17.12.2011)Das vergiftete Klima
Der aktuelle Jahresreport „Deutsche Zustände“
untersucht gesellschaftliche Vorurteile gegenüber Minderheiten und
Randgruppen im Hinblick auf politische Einstellungen und soziale Lage.
In Berlin haben die Bielefelder Wissenschaftler jetzt die 10. Folge
ihrer Langzeitstudie vorgestellt.
Das
Forscherteam um Wilhelm Heitmeyer zieht ein Fazit: Die Spaltung der
Gesellschaft hat sich im Laufe von zehn Jahren verstärkt. Zahlreiche
Menschen haben Vorbehalte gegenüber sozial Schwachen und Minderheiten. (Quelle: Blick nach Rechts vom 13.12.2011)
Unruhe im Bismarck-Bund
Bei dem im schleswig-holsteinischen Aumühle (Sachsenwald) residierenden Verein hängt der Haussegen schief.
Der rechtslastige Bismarckbund zählt bundesweit rund 400
Mitglieder und soll sich dem Vernehmen nach in finanziellen
Schwierigkeiten befinden. Nach dem Tod eines Hauptgönners ist das Geld
knapp geworden. Offenbar ist nun Ärger darüber ausgebrochen, ob man sich
noch einen hauptamtlichen Geschäftsführer leisten kann. Dazu soll es
Ende März 2012 eine außerordentliche Mitgliederversammlung geben.
Auf der jetzigen Jahreszusammenkunft gingen die Wogen hoch, es wurde
lautstark gestritten. Beobachter sprechen sogar von tumultartigen
Szenen. Hausverbote sollen verhängt worden sein, und sogar die Polizei
musste anrücken. (Quelle: Blick nach Rechts vom 29.12.2011)
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Immobilien-Poker mit der NPD
In der Dithmarscher Gemeinde Hemme will die NPD angeblich ein
Gebäude kaufen. Vielen im Ort macht das Sorgen. Das Haus steht schon
seit Jahren zum Verkauf. Eine Zeit lang beherbergte es ein Bordell.
Jetzt kleben NPD-Plakate in den Fenstern.
Der Eigentümer - der sich selbst Geistheiler nennt - verweist auf den
Entwurf eines Kaufvertrags mit einem angeblichen NPD-Mitglied. Die NPD
plant laut Eigentümer dort ein Schulungszentrum. Der Vorsitzende des
NPD-Bezirksverbandes Westküste,
Ingo Stawitz, sagte, dass seine Partei
Interesse an dem Gebäude habe. Es gebe auch Sponsoren für die
Finanzierung.
Allerdings halten Kenner der Szene es für unwahrscheinlich, dass ein
Kauf der Immobilie in Hemme von Rechtsextremisten bevorsteht. Die NPD
selbst habe kein Geld. Dass es zahlungskräftige Sponsoren gebe,
bezweifeln die Experten.
Eger: "Rechtsextreme wollen Preis in die Höhe treiben"
Hinter der Ankündigung rechtsextremer Verbände und Parteien, ein
Haus oder Grundstück kaufen zu wollen, stecke oft nur die Absicht, eine
unverkäufliche Immobilie wieder marktfähig zu machen, sagte der Leiter
des Verfassungsschutzes Schleswig-Holstein, Horst Eger, der NDR1 Welle
Nord. Er weist darauf hin, dass Eigentümer heruntergekommener,
unverkäuflicher Gebäude immer mal wieder drohen, an Rechtsextremisten zu
verkaufen, um den Preis in die Höhe zu treiben.
Das Ziel in solchen Fällen ist offenbar, dass die Gemeinde aus Angst
vor unliebsamen Nachbaren, das Objekt zu einem überteuerten Preis selbst
kauft. In einem Kreisverband in Ostdeutschland hat die NPD – nach
Angaben des Verfassungsschutzes - auch schon sogenannte
‚Vermittlungsdienste‘ bei Immobiliengeschäften angeboten – gegen eine
Parteispende. (Quelle:
NDR vom 27.05.2011)
Bericht des Verfassungsschutzes für 2010
Der Verfassungsschutz in Schleswig-Holstein
bilanziert eine „Entpolitisierung“ in der rechtsextremen Szene – die
Kameradschaften haben sich verjüngt.
Die Zahl der registrierten Rechtsextremisten ist rückläufig. Das
besagt die Bilanz des Verfassungsschutzberichtes in Schleswig-Holstein.
Sie beläuft sich demnach auf 1340 Kräfte. Die NPD verfügt über 220
Mitglieder, die DVU über 200, strukturierte wie ideologische Neonazis
haben 280 und das subkulturell, unorganisierte rechte Lager 640
Mitstreiter. Zuletzt hat es eine Tendenz der „Entpolitisierung“ in der
rechten Szene gegeben.
Die Vermischung und Zusammenarbeit zwischen agitatorischer und
ideologischer NPD und Aktivisten aus etwa zehn so genannten
neonazistischen Aktionsgruppen ist im nördlichsten Bundesland bereits
seit einigen Jahren zu beobachten. Zunehmend werden in der rechten Szene
als Erlebnisangebote Wanderungen, Kanufahrten, Grillfeste und Zeltlager
offeriert.
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Razzien bei 34 Neonazis in Schleswig-Holstein
In Folge des Angriffs von etwa 40 Neonazis auf eine DGB-Kundgebung
am 1. Mai in Husum hat die Polizei am 17.5.11 die Wohnungen
von 34 Neonazis durchsucht. Ihnen wird Landfriedensbruch vorgeworfen.
Von den Durchsuchungen betroffen war laut Informationen der taz auch der
NPD-Landesvorsitzende Jens Lütke.
Es wird davon ausgegangen, dass die Aktion im voraus länger geplant
war. Dafür spricht, dass die schleswig-holsteinischen Neonazis am 1. Mai
nicht zu einer der anderen in Norddeutschland angesetzten
Nazi-Demonstrationen gefahren sind. Die Nazis selber bezeichnen den
Aufmarsch als "Spontanaktion mit [...] vielen freien wie
parteigebundenen Kameraden aus ganz Schleswig-Holstein".
Die
etwa 40 Nazis sind an jenem 1. Mai mit Transparenten durch Husum
marschiert und haben im Anschluss die sich gerade im Aufbau befindliche
Kundgebung des DGB angegriffen, dort Stände umgeworfen und mehrere
Personen attackiert. Auf dem Rückweg aus Husum wurde der Autokonvoi der
Neonazis von der Polizei gestoppt und deren Personalien aufgenommen.
Der Aufmarsch in Husum war eine von mehreren "spontanen" Nazi-Aktionen in den letzten Wochen in Schleswig-Holstein (
http://www.antifa-kiel.org/index.php/news/items/neues-altes-20-nazis-20-minuten-und-zweierreihen.178.html). Zuletzt hielten etwa 20 Nazis am 8. Mai eine Kundgebung in Laboe in der Nähe von Kiel ab.
Quelle:
Indymedia
Mai-Kundgebung: 50 Neonazis randalieren in Husum
Am 1. Mai hat gegen 9.30 Uhr
eine Horde von 40 bis 50 schwarz gekleideter und teils vermummter
Neonazis in Husum eine Gewerkschaftsveranstaltung angegriffen. Die
Rechtsextremen zerstörten einem SHZ-Bericht
zufolge Infostände von Gewerkschaften, warfen Stühle ins Hafenbecken
und verletzten einen Teilnehmer aus Flensburg.
“Einer der Vermummten ist
mit einem Stock auf ihn losgegangen. Das Opfer hatte eine Prellung am
Auge und einen Schock”, berichtet ein Zeuge gegenüber der Zeitung. Der
Verletzte konnte demnach nach kurzer Behandlung wieder aus dem
Krankenhaus entlassen werden. “Schon in den Nebenstraßen war das Gegröle
zu hören”, beschrieb ein Augenzeuge seine Eindrücke.
Erstaunlich
erscheint, dass der Polizei bereits um 8.33 Uhr auf der A7 “verdächtige
Fahrzeugbewegungen in Richtung Norden” aufgefallen waren, wie Sprecherin
Kristin Stielow mitteilt. Beamte begleiteten die elf Autos aus Hamburg
und Schleswig-Holstein, in denen “Personen des rechten Spektrums” mit
dem Fahrziel Husum saßen. Dort rollten sie in der Innenstadt
Transparente aus und stürmten die Mai-Kundgebung des Deutschen
Gewerkschaftsbundes. Offenbar alles unter der Beobachtung und Begleitung
der Polizei.
Weiter wird berichtet, kurz nach dem Angriff hätten sich
die Neonazis “fluchtartig über die B201″ entfernt. Im Bereich
Hollingstedt konnten demnach fast alle gestoppt werden. Polizisten
stellten die Identitäten der Randalierer fest und durchsuchten die
Autos. Dabei stellten sie Transparente, Pfefferspray und einen
Schlagstock sicher. Laut Polizeisprecherin gab es Anzeigen wegen
Körperverletzung, Sachbeschädigung und mehrerer Verstöße gegen das
Waffengesetz.
Quelle:
NPD-Blog vom 1.5.2011
Proteste gegen den geistigen Brandstifter Sarrazin
150
Demonstranten haben am 6. Januar vor dem Itzehoer Theater
gegen Thilo Sarrazin demonstriert. Ein großes
Polizeiaufgebot sicherte den Auftritt des rassistischen Buchautors. 25
fackeltragende NPD-Nazis waren zur Unterstützung von Sarrazin aufmarschiert.
SHZ-Artikel vom 7.1.2011Ein schaler Beigeschmack
Der
Unternehmer und NPD-Funktionär Sven Krüger aus Jamel arbeitet
für die öffentliche Hand in Schleswig-Holstein.
Das Schleswig-Holstein-Magazin des NDR-Regionalfernsehens
berichtete jetzt darüber, dass ausgerechnet die Abrissfirma des
berüchtigten NPD-Funktionärs Sven Krüger aus Jamel für Arbeiten an der
Fassade des Amtsgericht Kiels eingesetzt würde. Krügers Männer „fürs
Grobe“, wie immer in einheitlichen blauen Kapuzenpullovern und mit
Glatze, sind seit vergangenem Samstag als Subunternehmer für das Land
Schleswig-Holstein an der Arbeit – bezahlt mit Steuergeldern.
weiter lesenRote Karte für Nazikneipe „Titanic“
Der Elektronik-Dart-Sportverband
Norddeutschland e.V. hat jetzt beschlossen, die Gaststätte „Titanic“ in
Neumünster aus dem Spielbetrieb seines Dachverbandes auszuschließen.
Der Verband begründete diesen Schritt damit, dass man den
„Rechtsextremismus in keiner Weise für gut halten und unterstützen“
wolle. Mit dem Hinweis auf das Mitwirken der „Titanic“ im
Dartliga-Wettbewerb sind dem Verband mehrfach Spenden verweigert worden,
teilt der Vorstand mit. Die Kneipe „Titanic“ ist in den letzten Jahren
verstärkt Anlauf- und Treffpunkt für die rechte Szene geworden. Zuletzt
haben sich auch Rockerangehörige aus dem Umfeld der „Bandidos“ dort
versammelt, von denen es Kontakte ins rechtsgerichtete Spektrum gibt. (Quelle
http://www.bnr.de/content/rote-karte-fuer-ae-titanic-ae)
Aktionswochen gegen Antisemitismus
Über die Aktionswochen gegen Antisemitismus mit dem Schwerpunkt Israelfeindschaft“Man
wird ja wohl noch Israel kritisieren dürfen…?!”
- Artikel von Jan Riebe von der Amadeu Antonio Stiftung“Israel-Kritik”: Wenn NPD-Positionen nicht auffallen
Oft
werden bestimmte Äußerungen der NPD in der
Öffentlichkeit skandalisiert, um das “wahre Gesicht”
der Neonazis aufzuzeigen. Auch zu Israel hat sich die Partei
jüngst geäußert. Ein Aufschrei blieb aus, denn diese
Positionen sind derzeit kein Alleinstellungsmerkmal. Der Schriftsteller
de Winter meint, in der Debatte nach dem israelischen
Militäreinsatz gegen “Friedensaktivisten” gehe es
nicht um die Opfer – sondern ausschließlich um die
Täter.
Bei einem Terroranschlag auf einen Zug im Osten
Indiens sind mindestens 120 Menschen getötet worden. Bei einem
Granatenangriff auf zwei Moscheen in der ostpakistanischen Stadt Lahore
wurden mindestens 20 Menschen getötet. Ein Anschlag hat die
Großstadt Stawropol im Nordkaukasus erschüttert. Mehrere
Menschen kamen ums Leben. Die Behörden gehen von einem Terrorakt
aus. Alles kaum ein Thema in der europäischen Öffentlichkeit.
Stattdessen herrscht vor allem ein Thema vor: die bösen Israelis.
Warum ist das so? Leon de Winter, niederländischer Schriftsteller,
gehört zu den erfolgreichsten Autoren Europas. Er sagt im
Interview mit dem Schweizer Blatt “Tagesanzeiger“: Es gehe
nicht um die Opfer, “die sind alle gleichwertig. Es geht um die
Täter.”
Die Täter – das sind in der
europäischen Öffentlichkeit vor allem die Israelis, bzw.
deutlicher gesagt: Juden. Wer einmal einen Blick auf die Seite Openbook
geworfen hat (auch die Berliner Zeitung berichtete mittlerweile), der
sieht diese Befürchtung bestätigt: Hitler-Zitate werden
Dutzendfach abgeschossen, “Tod den Juden” und
“Scheiß Juden” sind vollkommen “normale”
Aussagen. Wie sicher sich die Antisemiten fühlen, zeigt die
Tatsache, dass sie ihre Hass-Propaganda zumeist mit Bild und Klarnamen
veröffentlichen. Daher prüfen andere Facebook-Nutzer zurzeit
die Möglichkeit von Massenanzeigen wegen Volksverhetzung.
Woher
kommt der Hass auf die Juden, der so gerne als
“Israel-Kritik” daherkommt? Warum weckt dieses Thema den
Volkszorn so sehr, dass es von NPD bis Linkspartei fast nur eine
Position gibt (mit Ausnahmen im konservativen und linken Lager). Wieso
werden die Kommentarspalten bei dem Thema Israel geradezu gesprengt
– oder werden sogar nach einigen Tagen geschlossen, weil die Flut
der Kommentare einfach nicht mehr zu bewältigen ist? De Winter,
Sohn orthodoxer Juden, die den Holocaust versteckt bei katholischen
Geistlichen überlebt haben, meint, in Europa habe es
“sicherlich damit zu tun, dass man einen Schlussstrich unter den
Zweiten Weltkrieg ziehen möchte. Viele Leute haben das
Gefühl, dass sie sich von der Vergangenheit lösen
können, wenn sie die Juden als Täter verurteilen.”
“Nützliche Idioten”
Und
auch linke Aktivisten tragen ihren Anteil zu dem Israel-Hass bei. De
Winter bezeichnet sie als “nützliche Idioten”, die
glaubten, dass die Palästinenser die grössten Opfer der Welt
seien, dass “es nichts Schlimmeres gebe, als deren
Schicksal”. Das sei “natürlich Blödsinn”.
Niemand verhungere in Gaza, betont er, “es verhungern Leute in
Darfur, im Kongo und andernorts auf der Welt. Doch darum geht es diesen
Leuten nicht. Fakten spielen keine Rolle.”
Dies hat sich
in den vergangenen Tagen eindrucksvoll gezeigt. Da kann sich Norman
Paech von der Linkspartei in die ARD stellen und als Augenzeuge
berichten, er habe nichts gesehen, da er geschlafen habe, doch
gleichzeitig bericht er, die Israelis seien mit äußerster
Brutalität vorgegangen. Dazu läuft im Hintergrund ein Video
der israelischen Armee, auf den Bildern sieht man, wie die
“Friedensaktivisten” einzelne Soldaten, die sich auf ein
Schiff abgeseilt haben, mit Knüppeln bearbeiten und über die
Reling werfen. Alles reine Selbstverteidigung, behauptet Paech, der
auch kein kritisches Wort zu seinen Genossen verlieren möchte.
Alle hätten sich verpflichtet, friedlich zu sein, so Paech.
Dummerweise
berichten Medien nun, mehrere türkische Aktivisten wollten zu
„Märtyrern“ werden. Sie sollen vor der Abfahrt des
Schiffskonvois zu Verwandten oder Freunden gesagt haben, sie wollten
als „Märtyrer“ sterben. Bei der Abfahrt des
«humanitären» Schiffes wurde, so sagt de Winter, an
Bord gesungen: «Tod den Juden.»
Überhaupt: Was
wollte die Türkei eigentlich mit der Aktion bezwecken?, fragt der
Schriftsteller. Ohne die Türkei wäre das Unterfangen nicht
möglich gewesen, betont er. “Vor zwei Wochen war die
Konferenz, bei der sich der türkische Ministerpräsident
Erdogan hervorragend mit dem iranischen Präsidenten Ahmedinejad
verstand. Da konnte man erkennen: Hier bildet sich eine neue Achse
zwischen Ankara und Teheran.” Die Türkei komme der Hamas zu
Hilfe, um Macht zu demonstrieren. De Winter stellt weiterhin fest:
“Die Türkei hatte früher nie auch nur das geringste
Interesse am Schicksal der Palästinenser gezeigt!”
Ideologische Verwerfungen ungeahnten Ausmaßes
Ob
es den hiesigen Aktivisten möglicherweise ebensowenig um die
Palästinenser geht und nicht viel mehr um Israel, bzw. die Juden,
ist eine interessante Frage. Schon kursieren Flugblätter, auf
denen zum Boykott diverser Unternehmen aufgerufen wird: Starbucks, Sky,
Nestle und Dutzende mehr. Wo der Bezug zu Israel herkommen soll,
erscheint völlig unklar. Ist offenbar auch unwichtig. Auch Fakten
zu der angeblichen Unrechtmäßigkeit des israelischen
Einsatzes werden einfach ignoriert von selbst ernannten
“Friedensaktivisten”, wie ich in eigenen Diskussionen
erleben durfte. Werden Fakten genannt, die nicht ins eigene Weltbild
passen, wird die Debatte einfach beendet.
Nur weil es
ausschließlich um die vermeintlichen Täter geht – und
nicht um die Hilfslieferungen an sich, wie Norman Paech in den
tagesthemen offen einräumte – wird bei den
“nützlichen Idioten” auch nicht thematisiert, für
wen man sich da eigentlich einsetzt, welche Mitschuld die Hamas
für die Situation trägt, welche Ziele diese islamistische
Organisation eigentlich verfolgt. Der Publizist Robert Kurz schrieb
dazu treffend, Israel habe umso weniger Freunde, je bedrohlicher seine
militärische Lage werde.
Nach dem
Zusammenbruch des Staatssozialismus und der „nationalen
Befreiungsbewegungen“, die ein Programm „nachholender
Entwicklung“ auf Basis des Weltmarkts formuliert hatten,
veränderte sich der Charakter des Stellvertreter-Konflikts
grundsätzlich. An die Stelle der säkularen
Entwicklungsregimes trat im Nahen Osten und darüber hinaus der
sogenannte Islamismus, der nur scheinbar als traditionelle
religiöse Bewegung firmiert. Tatsächlich handelt es sich um
eine postmoderne kulturalistische Krisenideologie eines Teils der
längst verwestlichten Eliten in den islamischen Ländern, die
das autoritäre Potential der Postmoderne repräsentieren und
den gänzlich unislamischen europäischen Antisemitismus
aufgesogen haben. Die am Weltmarkt gescheiterten Segmente des Kapitals
in dieser Region erklärten den Krieg gegen die Juden zum
exemplarischen Kampf gegen die westliche Vorherrschaft. Umgekehrt
machte der westliche Krisenimperialismus mit den USA an der Spitze den
Islamismus zum neuen Hauptfeind, nachdem er ihn zuvor im Kalten Krieg
gepäppelt und mit Waffen versorgt hatte.
Diese neue Konstellation führte zu ideologischen Verwerfungen
ungeahnten Ausmaßes. Der Neoliberalismus schien sich mit dem
kapitalistischen Weltordnungskrieg gegen die „zerfallenden
Staaten“ in den Krisenregionen und im Nahen Osten mit Israel zu
identifizieren. Neofaschistische Strömungen in aller Welt gehen
seither mit dem antisemitischen islamistischen
„Widerstandskampf“ konform, obwohl sie gleichzeitig
rassistische Stimmungen gegen Migranten aus den islamischen
Ländern schüren. Auch große Teile der globalen Linken
begannen umstandslos die Glorifizierung des alten
„Antiimperialismus“ auf die islamistischen Bewegungen und
Regimes zu übertragen. Das kann nur als ideologische Verwahrlosung
gekennzeichnet werden, denn der Islamismus steht gegen alles,
wofür die Linke jemals eingetreten ist; er verfolgt jedes
marxistische Denken mit gnadenloser Unterdrückung und Folter, er
stellt Homosexualität unter Todesstrafe und behandelt die Frauen
als Menschen zweiter Klasse. Auch dafür ist keine traditionelle
Religion verantwortlich, sondern eine kulturalistisch eingefärbte
Militanz des kapitalistischen Patriarchats in der Krise, die sich auf
andere Weise auch im Westen bemerkbar macht. Die unheilige Allianz des
„sozialistischen“ Caudillismus eines Chavez mit dem
Islamismus stellt nur die weltpolitische Ratifizierung dieses
ideologischen Verfalls dar, die keine emanzipatorische Perspektive hat.
Oft
werden bestimmte Äußerungen der NPD in der
Öffentlichkeit skandalisiert, um das “wahre Gesicht”
der Neonazis aufzuzeigen. Auch zu Israel hat sich die Partei
geäußert. Die NPD schrieb:
Mit
Empörung reagierte heute der NPD-Fraktionsvorsitzende Holger Apfel
auf die Nachricht vom Überfall der israelischen Streitkräfte
auf mehrere Schiffe, die in internationalen Gewässern mit
Hilfsgütern für den abgeriegelten Gaza-Streifen unterwegs
waren.
Holger Apfel (NPD) erklärte dazu:
“Man ist von Israel ja einiges gewohnt, aber der Angriff mit
mindestens 10 Toten stellt eine neue Qualität des israelischen
Staatsterrorismus dar.
Man muß sich
allerdings nicht wundern, daß Israel im Rambo-Manier Schiffe
kapert und dabei auch Menschen umbringt, denn der Zionistenstaat steht
bekanntlich international außerhalb jeder ernsthaften Kritik.
Seit der Gründung des Staates 1948 und der damit verbundenen
millionenfachen Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung
zieht sich eine Blutspur durch die gesamte Geschichte Israels.
Ich fordere den sofortigen Abbruch der diplomatischen Beziehungen
Deutschlands zu dem Schurkenstaat und die Verhängung von
politischen und wirtschaftlichen Sanktionen gegen Israel. Der
Überfall muß durch eine internationale
Untersuchungskommission genauestens aufgeklärt werden.
Selbstverständlich sind auch sofort alle Zahlungen der BRD und der
EU an das Netanjahu-Regime zu stoppen.
Der Aufschrei blieb aus.
Offenbar sind NPD-Positionen in Sachen Israel in Deutschland kein
Skandal. Kein Wunder, schon 2002 sagte beispielsweise Peter Sloterdijk,
die USA und Israel seien die “eigentlichen
Schurkenstaaten”. Obwohl man das ja angeblich gar nicht sagen
darf…
(Quelle:
NPD-Blog)
Chronik
der Nazi-Aktivitäten 2009
Das
Antifaschistische Bündnis
Dithmarschen führt eine chronologische Übersicht
über
die Aktivitäten der Neonazis in
Dithmarschen. Das Bündnis veröffentlicht nun die
Chronik für das
Jahr 2009 (PDF 23kB) - ohne
Anspruch auf Vollständigkeit.
Auch die Chroniken für das
Jahr 2008 (PDF 54 kB), für das
2. Halbjahr 2007 (PDF 47 kB),
1.
Halbjahr 2007 (PDF 64 kB),
2006
(PDF
51 kB) und
2005 (PDF 16 kB) stehen zum
Download zur
Verfügung.
Der Wahn der Normalität
„Der kaum verdeckte Nationalismus
solcher scheinbar unpolitischen Anlässe
von Integration verstärkt den Verdacht
ihres destruktiven Wesens.“
(Theodor W. Adorno 1972)
Wo
man auch hinguckt dieser Tage in Deutschland, überall zeigt sich
das gleiche Bild: An den Autos wehen die Fahnen in schwarz-rot-gelb,
aus vielen Fenstern ist die Deutschlandfahne gehängt, es gibt
Gummibärchen in den Farben der Nation und manche schmücken
gar ihr Gesicht mit dem nationalen Kitsch. Niemanden kann es entgangen
sein: Die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer hat
angefangen. Aller Orts zeigen sich die Fans der deutschen
Fußballmannschaft, oder sind es doch nur Fans der Nation?
Von Christoph Müller, Adrian Oeser und Maximilian Pichl
Diejenigen,
die dieses Abfeiern von Deutschland kritisieren wird sofort
Miesmacherei vorgeworfen. Der neue deutsche Patriotismus sei
unverkrampft (Horst Köhler) und hätte nichts mit
Nationalismus oder Rassismus zu tun. Aber gerade weil dieser
Patriotismus nett und unpolitisch daher kommt, muss er kritisiert
werden. Im Mittelpunkt steht nämlich auch weiterhin: die
inhaltslose Zugehörigkeit zu Deutschland als Nation und damit
einhergehend das Ausgrenzen anderer.
Ein positiver Bezug auf
eine Nation, egal welche, ist immer negativ. Ein nationales
Wir-Gefühl braucht immer auch ein Feindbild. Die Soziologie
spricht dabei von Inklusion und Exklusion, jede Bildung einer
nationalen In-Group, bildet auch eine Out-Group, der Zusammenhang von
Nationalismus und Rassismus ist unumstritten. Jeder positive Bezug auf
eine Nation, braucht aber auch eine historische Basis und deshalb ist
der deutsche Nationalismus speziell.
Dieser wird als Widerstand
gegen ein vermeintliches Verbot formuliert. Aussagen wie „Wir
sind wieder wer“ oder „Endlich können sich die
Deutschen zu ihrem Land bekennen“ deuten auf diese
Einzigartigkeit im deutschen Diskurs hin. Dabei ist der deutsche
Patriotismus, auch nach 1945, nichts Neues. Im Rückblick wird die
WM 1954 als eine Art „Erweckungsmoment“ für die
deutsche Nation angesehen. Mit dem Sieg gegen Ungarn im Finale der WM,
hätte Deutschland sich wieder in der Welt bewiesen. Einig sangen
damals die Fußballfans die erste Strophe der Nationalhymne:
„Den
Deutschen aber bricht das Lied aus der Brust, unwiderstehlich. Soweit
ihnen die Tränen der Freude nicht die Stimme im Hals ersticken,
singen sie alle, alle ohne Ausnahme, das Deutschlandlied. Niemand, auch
nicht ein einziger, ist dabei der von ‘Einigkeit und Recht und
Freiheit’ singt. Spontan, wie aus einem einzigen Munde kommend,
erklingt es „Deutschland, Deutschland über alles in der
Welt. (vgl. Ortmeyer, Benjamin; Argumente gegen das Deutschlandlied,
Frankfurt am Main)
Ist Nationalismus normal?
Mit der
Wiedervereinigung der beiden geteilten deutschen Staaten 1990 kehrte
Deutschland zu einem „Normalzustand“ zurück. Auch
damals ging der deutsche Nationalismus mit Rassismus und Ausgrenzung
einher. Die rassistischen Pogrome gegen AsylbewerberInnen in
Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda wurden nicht nur von Neonazis
begangen, sondern zudem von tausenden schaulustigen Deutschen
beklatscht. Die Politik reagierte, inmitten der rassistisch
aufgeladenen Stimmung, mit der faktischen Abschaffung des Grundrechts
auf Asyl.
Heutzutage versucht der deutsche Patriotismus
ahistorisch und unpolitisch zu sein. Tanzend und grölend wird beim
kollektiven Public Viewing „die eigene Mannschaft“
angefeuert und darauf gehofft, dass am Ende in allen Zeitungen steht:
„Wir sind Weltmeister“. In diesem Jahr konnte sich der
deutsche Nationalismus bereits ein paar Wochen vor der Fußball-WM
seine Bahn brechen. Die Hannoveranerin Lena Meyer-Landruth gewann nach
über 20 Jahren für Deutschland beim Eurovision Song Contest.
Bei ihrer Dankesrede am Abend des Grand Prix schrie Lena „This is
absolutely awesome“ und zog sich die Deutschland-Fahne über
den Kopf. In diesem Moment schien der Mensch Lena Meyer-Landruth mit
der Nation Deutschland zu verschmelzen, sie hat jetzt alle Massen auf
ihrer Seite und wird bei ihrer Rückkehr in Hannover von tausenden
Deutschland- und Lena-Fans begrüßt. Sie begrüßt
die Menschen mit: „Ich liebe Deutschland“ und meint zu den
Fans „Ihr seid doch alle verrückt“. Womit sie nicht
ganz unrecht hat.
Lena steht für Unbeschwertheit und einen
„unverkrampften Umgang“ mit der eigenen Nation. Sie
repräsentiert das neue und junge Deutschland, welches in der Welt
selbstbewusst und cool daherkommen will. Der positive Bezug auf Lena
kann als neues Phänomen deutscher Nationalitätseuphorie
gesehen werden. Lena, als Hehrzeigeprodukt der Kulturindustrie verneint
durch ihre „Natürlichkeit“ von vorneherein jede
Kritik: sie ist wie sie ist, wie Deutschland ist. Dabei soll nicht die
Künstlerin Lena von unserer Seite aus kritisiert werden, sondern
die nationale Instrumentalisierung ihrer Person.
Auch bei der
Fußball-WM schlägt dieser Nationalismus erneut durch. Die
These, dass die Deutschtümelei zur Fußball-Männer-WM
nichts mit Nationalismus und schon gar nichts mit Rassismus und
Antisemitismus zu tun habe, widerlegt auch die Empirie.
Nationalistischer eingestellt
Der
Bielefelder Soziologe Wilhelm Heitmeyer untersucht seit acht Jahren die
Entwicklung menschenfeindlicher Einstellungen in Deutschland. Anhand
von repräsentativen Umfragen vor und nach der Fußball-WM
2006 fand er heraus, dass die Deutschen nach der
Fußball-Weltmeisterschaft „nationalistischer
eingestellt“ waren als vorher. Und weiter: ,,Die Vermutung, dass
es sich dabei um eine neue, offene und tolerantere Form der
Identifikation mit dem eigenen Land handelt, lässt sich allerdings
nicht bestätigen.“ Den Zusammenhang zwischen Nationalismus
und Rassismus habe der „Party-Patriotismus“ nicht
aufgebrochen.
Heitmeyers Ergebnisse sind bemerkenswert und
zeigen eindeutig, dass die Kritik an der Deutschtümelei nichts mit
plumper „Miesmacherei“ zu tun haben, sondern extrem wichtig
sind.
Dabei sind die Möglichkeiten der quantitativen
Sozialforschung, wie sie Heitmeyer betreibt, begrenzt, wenn es darum
geht Phänomene, wie Rassismus und Antisemitismus nachzuweisen.
Denn in den Umfragen kann man nur jene Einstellungen quantifizieren,
die beim Befragten bewusst an der Oberfläche sind. Rassismus und
Antisemitismus zeichnen sich aber dadurch aus, dass sie oftmals
unbewusst und Affekt-gehemmt sind. Das heißt, dass sie latent
vorhanden sind und erst durch einen Reiz an die Oberfläche
gespült werden.
Schlechte Gewinner…
Wer sehen
will, wie affekt-gehemmter Antisemitismus und Rassismus an die
Oberfläche dringt, sollte die neuen Feste der Nation im Social
Network, auf Facebook, Twitter oder youtube verfolgen.
Wie schon
beim bereits erwähnten Eurovision Song Contest: Lena Meyer-Landrut
liegt mit 60 Punkten Vorsprung bereits weit vorne. Dann die Wertung aus
Israel – null Punkte für Lena. Die Reaktionen im Social
Network lassen nicht auf sich warten. „Israel, scheiß
Juden“, „Da hat Lena wohl zu viel Gas gegeben“ und
„Die Juden sind immer so nachtragend“ sollen nur
exemplarisch genannt sein, für hunderte Twitter-Nachrichten im
antisemitischem Ausbruch.
Ähnliches war zu beobachten,
nachdem bekannt wurde, dass der Mittelfeldspieler Michael Ballack nach
einem Foul von Kevin-Prince-Boateng für die Fußball-WM 2010
ausfallen würde. Boateng ist Schwarz, weshalb das Foul an Ballack
offensichtlich als Reiz fungierte und die gerade noch
„unpolitische und unverkrampfte Vorfreude auf die
Fußball-WM“ ihre rassistische Fratze zeigte. Innerhalb von
Sekunden gründeten sich auf Facebook Gruppen, wie
„Kevin-Prince Boateng – gib deinen deutschen Pass
ab!“ und „82.000.000 gegen Boateng!!!“. Darin
forderten die Mitglieder, man solle Boateng und am Besten gleich seine
ganze Familie abschieben, ihn verbrennen oder ihn „unten herum
alles abschneiden“.
Denkt man den unbewussten, erst durch
einen Reiz an die Oberfläche dringenden, Nationalismus, Rassismus
und Antisemitismus zu Heitmeyers quantitativen Ergebnisse hinzu, wird
das destruktive Potenzial der Deutschtümelei bei Musik-Contests
und Sportereignissen deutlicher.
Christoph Müller studiert
Sozialwissenschaften an der Leibniz-Universität in Hannover.
Maximilian Pichl studiert Rechtswissenschaften an der Goethe-Uni
Frankfurt am Main. Adrian Oeser studiert Politikwissenschaft und
Pädagogik an der Goethe-Uni Frankfurt am Main.
(Quelle:
NPD-Blog)
Kapitalismuskritik von (Neo-)Nazis zum 1.Mai
Am
1.Mai wollen (Neo-)Nazis wieder in diversen Städten
aufmarschieren. Thematisch bildet dabei ihr "Antikapitalismus" bzw.
"Nationaler Sozialismus" den inhaltlichen Schwerpunkt. Doch
Kapitalismuskritik von (Neo-)Nazis versteht weder den Kapitalismus,
noch will sie ihn abschaffen. Sie liegen wie immer "Völkisch
daneben"
Warum setzen wir uns überhaupt damit auseinander?
Rechter
Antikapitalismus ist kein neues Phänomen. Aus ihrem rassistischen
und antisemitischen Weltbild und dem positiven Bezug auf Volk, Staat
und Arbeit – völkisches Weltbild - folgte schon nach dem
Ende des Ersten Weltkriegs eine einfache und falsche Erklärung der
schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse und sozialen Probleme des
armen deutschen Volkes: „Die sind Schuld!“ Neu ist aber,
dass sich Neonazis mit Globalisierung befassen und ihr Auftreten und
ihre Slogans denen der G8-Gegner_innen angepasst haben. Bei
Antiglobalisierungsprotesten, Montagsdemos und Protesten gegen die
Krise haben Neonazis von der NPD bis zu den „Freien
Kameradschaften“ Anschluss gesucht.
Von den Medien, der
„Rechtsextremismus“-forschung und Teilen der Linken wurde
das Interesse von Neonazis am Antikapitalismus überrascht
aufgenommen. Das sei doch ein linkes Thema – wie kann es sein,
dass linke Themen von Rechten aufgegriffen werden? Für
„Extremismustheoretiker“ war dieses Phänomen ein
weiterer Beweis dafür, dass sich die beiden „Extreme“
aneinander annäherten und womöglich im Kapitalismus einen
gemeinsamen Feind gefunden hätten. In der
globalisierungskritischen Linken gab es hingegen die Vermutung, dass es
sich um einen Trick handeln müsse, um „echte“
Globalisierungsgegner_innen auf die rechte Seite zu locken. So wurde
gewarnt, hinter vordergründig antikapitalistischen Parolen
würden sich Neonazis „verstecken“. Beide Reaktionen
bestreiten, dass es Gemeinsamkeiten mit der eigenen Position geben
könne. Einige der rechten Argumente und Thesen haben aber
tatsächlich einige Anknüpfungspunkte mit populären und
linken Erklärungsweisen des Kapitalismus und seinen Erscheinungen.
Während
wir mit (Neo-)Nazis nicht diskutieren wollen, finden wir es wichtig,
uns mit diesen Denkweisen innerhalb der Gesellschaft und auch in der
Linken auseinanderzusetzen.
weiter lesen unter
http://de.indymedia.org/2010/04/279360.shtmlHaftbefehl gegen früheren NPD-Landeschef
Polizei und Staatsanwaltschaft haben
in Schleswig-Holstein einen Schlag gegen die Rockerkriminalität
gelandet. Sie nahmen in Neumünster zwei Mitglieder der „Bandidos“ sowie
einen Angehörigen eines Unterstützerclubs fest.
Das Gericht in Kiel hat in allen drei Fällen Haftbefehl
erlassen. Nach Informationen des Norddeutschen Rundfunks (NDR) soll auch
der ehemalige NPD-Landesvorsitzende Peter Borchert unter den
Inhaftierten sein. Den Männern wird vorgeworfen, im Januar in einem
Schnellrestaurant an einer Messerattacke auf Mitglieder des befreundeten
„Hells Angels“- Clubs „Red Devils“ beteiligt gewesen zu sein. Dabei
wurde ein 45-Jähriger lebensgefährlich und ein 50-Jähriger schwer
verletzt. Nach NDR-Angaben wird Borchert von den Ermittlungsbehörden als
Hauptverdächtiger angesehen. (Quelle:
Blick nach Rechts vom 27.04.2010)
Weitere Infos unter
http://www.bnr.de/content/unheilvolle-verbindungenNPD-Aufmarsch in Lübeck kommt nur 400 Meter weit
Nach
nur 400 Metern war Schluss mit dem sogenannten
„Trauermarsch“ der Rechtsextremisten am 27. März 2010
in Lübeck: Sitzblockaden von Neonazigegnern an drei zentralen
Stellen der geplanten Demonstrationsroute sorgten dafür, dass nur
wenige Lübecker vom Aufmarsch der Rechten etwas mitbekamen. Nach
knapp 60 Minuten war der braune Spuk vorüber, den rund 250
Neonazis zuvor vollmundig als „Marsch auf Lübeck”
angekündigt hatten.
Von Stefan Schölermann NDR Info
Auf
der anderen Seite der Trave machten rund 1300 Teilnehmer einer
Gegendemonstration deutlich, wie die große Mehrheit der
Lübecker über diese seit fünf Jahren immer wieder in der
Hansestadt inszenierten „Trauermärsche“ der Rechten
denkt: „Sie geben vor zu gedenken – aber sie können
weder denken, noch gedenken, denn dazu sind diese Neonazis viel zu
verblendet“, rief Lübecks Oberbürgermeister Bernd Saxe
vom Lautsprecherwagen vor dem Hauptbahnhof, wo sich die
Gegendemonstranten versammelt hatten.
Die evangelische
Bischöfin Maria Jepsen aus Hamburg sagte, die
„menschenverachtende Ideologie der Nationalsozialisten”
dürfe sich weder in Lübeck, noch anderswo in Deutschland
breitmachen. Ihr katholischer Amtskollege, Erzbischof Werner Thissen,
warnte vor den „Götzen der Friedlosigkeit“ in der
Nazi-Ideologie. Und der Landesvorsitzende der
Schleswig-Holstein–SPD, Ralf Stegner, bezeichnete den
„Trauermarsch“ als „Deckmantel für eine
menschenverachtende Ideologie”.
In Lübeck hatte zuvor
ein breites Bündnis aus Kirchen, Gewerkschaften, Parteien zum
Protest gegen die „Trauermärsche“ der
Rechtsextremisten aufgerufen. Seit fünf Jahren wird die Hansestadt
alljährlich zum Jahrestag der Bombardierung der Stadt durch
alliierte Kampfflieger im zweiten Weltkrieg von Neonaziaufmärschen
heimgesucht. Die Rechtsextremisten sprechen geschichtsklitternd von
„Bombenholocaust“ und versuchen damit die Geschichte in
ihrem Sinne umzudeuten.
Vielen Lübeckern war der zivile
Protest auf dem Bahnhofsvorplatz offenkundig nicht genug. Etwa 500
junge Leute, viele von ihnen aus dem linksautonomen Spektrum,
versperrten mit Sitzblockaden zentrale Punkte der rechten Route.
Offenkundig hatten manche von ihnen auch noch andere Aktionen geplant:
Am Hauptbahnhof , wo die Neonazis sich zu nächst versammelt
hatten, waren sämtliche Befestigungssc hrauben der stählernen
Fahrradständer aus der Verankerung gelöst worden –
offenkundig um im Bedarfsfall Barrikaden bauen zu können. Doch
dazu kam es nicht. Die mit rund 2000 Beamten massiv im Stadtbild
vertretene Polizei sorgte dafür, dass Neonazis und ihre
Gegner sich nicht zu nahe kommen konnten.
Die
Sicherheitskräfte ließen die Straßenblockierer
gewähren, bis die Rechtsextremisten die Heimreise angetreten
hatten. Dann wurden die Blockaden aufgelöst. Dabei kam es auch zu
Auseinandersetzungen mit der Polizei: Steine wurden auf die Beamten
geworfen, Müllcontainer umgestürzt auch die Fensterscheibe
einer Sparkasse ging zu Bruch. 22 Randalierer wurden in Gewahrsam
genommen, acht von ihnen müssen mit einer Strafanzeige unter
anderem wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und
Landfriedensbruchs rechnen. Andere Protestierer hatten sich
friedlichere und phantasievollere Aktionsformen ausgedacht: Besonders
begehrt war ein T- Shirt mit dem Aufdruck : Neonazis
– gib es da ´nicht was von Ratiopharm?“
Niederlage für Neonazis
Für
die Rechtsextremisten war der Tag eine schwere Niederlage – trotz
bundesweiter Mobilisierung kamen mit 250 Neonazis rund ein Drittel
weniger braune Demonstranten nach Lübeck als im Vorjahr. Eine
besonders herbe Niederlage vor allem für NPD-Spitzenkader Thomas
Wulff, den die Rechtsextremisten als Zugpferd für diesen „
Trauermarsch“ eingespannt hatten, dessen Zugkraft aber
offenkundig zu wünschen ließ. Lediglich „
ameraden“ aus Schleswig-Holstein, Hamburg und einige aus
Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und von jenseits der dänischen
Grenze waren seinem Ruf nach Lübeck befolgt. Vielleicht lag es
daran, dass Wulf diesmal auf seine berüchtigte“
Thälmann“-Mütze verzichtete und „unbehutet“
ins Mikrofon brüllte. Trotzdem hatte er sie „am Mann“
– er trug das von ihm verehrte Utensil in seiner Aktentasche bei
sich.
Erhalten hatte Wulff die fälschlich oft als
„Thälmann-Mütze“ bezeichnete Kopfbedeckung vor 26
Jahren „von Berliner Kameraden“, wie er sagt.
Tatsächlich handelt es sich um die Mütze eines
„Reichsbahners“. Seitdem hat es kaum einen
öffentlichen Wulff-Auftritt ohne Mütze gegeben. Offenbar
verdankt Wulff seinen Bekanntheitsgrad diesem Detail und nicht seiner
sonstigen Aktivität. Selbst Polizeibeamte – in der Regel mit
den einschlägigen Protagonisten der rechten Szene vertraut,
fragten beim Anblick des barhäuptigen Wulff: „Wer ist das
denn?“ Wiedererkennungswert geht anders.
Magere Offensive
Die beiden DVU-Landesverbände
Schleswig-Holstein und Niedersachsen haben am ersten März-Wochenende in Husum ihre
angekündigte „Öffentlichkeitsoffensive“ gestartet.
Gedacht war die Kundgebung „zur Unterstützung des sich in
Gründung befindlichen DVU-Kreisverband Nordfriesland“, wie der
niedersächsische Landesvorsitzende Hans-Gerd Wiechmann mitteilte. Die
Resonanz war dürftig. Wie die Husumer Polizei berichtete, nahmen
„seitens des rechten Spektrums acht Personen teil, darunter ein
Nordfriese“. Demgegenüber wurden 90 Gegendemonstranten gezählt, die
dafür sorgten, dass von den beiden Rednern, Wiechmann und Christian
Worch, kaum ein Wort zu verstehen war. Die nächste DVU-Kundgebung ist
für den 17. April geplant; der Ort ist noch nicht bekannt.
(
Quelle: www.bnr.de)
Chronik für 2009 über rechte Gewalt und Antisemitismus
Gewalt
von Rechts und Antisemitismus sind nach wie vor präsent in unserer
Gesellschaft. Anhand der beiden Chroniken, welche Anton Maegerle
für das Jahr 2009 zusammengestellt hat, möchte die
Arbeitsstelle
Rechtsextremismus und Gewalt (Arug) diese dokumentieren, ohne dabei Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.
Chronik RECHTER GEWALT 2009 /
Chronik Antisemitismus in Deutschland 2009DVU im hohen Norden gräbt NPD-Potenzial ab
Die
DVU stellt sich in Schleswig-Holstein auf neue Beine. Die Aktivitäten
der Partei waren bis vor kurzem nicht zuletzt durch eine Überalterung
seiner Mitglieder nahezu zum Erliegen gekommen. Selbst die seit einem
halben Jahr wirkende Landesvorsitzende Ingeborg Lobocki (Kiel) sprach
in diesem Zusammenhang von einer fast zehnjährigen Inaktivität. Sie
hatte ihre politische Heimat zuvor viele Jahre bei den Republikanern
und bekleidete auch dort Funktionärsämter. Der Verfassungsschutz sprach
zuletzt von rund 200 Mitgliedern bei der schleswig-holsteinischen DVU.
Jetzt gibt es wieder ein Lebenszeichen der Partei im nördlichsten
Bundesland. In Preetz hat es ein landesweites Treffen gegeben, bei dem
sich verstärkt jüngere Aktivisten zeigten. Im Kreis Stormarn hat man
kürzlich einen neuen Kreisverband unter der Leitung von Rene Döhring
gegründet, im Kreis Nordfriesland soll dies Anfang 2010 erfolgen.
Ferner soll es wieder Schulungsveranstaltungen sowie im Frühjahr
öffentliche Kundgebungen geben – eine klare Konkurrenzansage zur NPD.
Einer der neuen „Antreiber“ bei der DVU ist beispielsweise der
NPD-Überläufer Kevin Stein aus Husum. Der Landesverband
Schleswig-Holstein arbeitet organisatorisch eng mit dem
niedersächsischen Landesverband zusammen, dem Hans-Gerd Wiechmann
(Betzendorf bei Lüneburg) vorsitzt. Letzterer hat in seiner politischen
Vita auch bereits die Republikaner und die NPD durchlaufen.
(
www.bnr.de)
Schlammschlacht zwischen Nazis in Nordfriesland
Der Ton zwischen den rechtsextremen
Parteien NPD und DVU ist seit dem Bruch des „Deutschlandpaktes“ recht
barsch. Die einst fast schon verbrüderten Parteien nutzen seit Monaten
jede Gelegenheit, um sich gegenseitig zu schaden. Besonders Übertritte
von einer zu anderen Partei werden geradezu zelebriert. Die DVU
veröffentlichte zu einem solchen Anlass ein interessantes Interview mit
einem Ex-NPD-Funktionär.
Kevin Stein war demnach „bis vor
kurzem“ Kreisvorsitzender der NPD Nordfriesland und ist nun zur DVU
übergetreten. Seine Ex-Partei habe nun eine Schlammschlacht gegen Stein
angezettelt. Dieser lobte im Gespräch mit seiner neuen Partei artig,
dass es bei dieser „eine sachliche Diskussionsbereitschaft und faire
Berichterstattung“ geben, dies sei in der NPD „schon eher Mangelware“
gewesen. Die Schlammschlacht gegen seine Person erklärt Stein damit,
dass es „immer wieder Personen gibt, die es nicht ertragen können, dass
man Sie [sic!] mit der Wahrheit konfrontiert und ihnen, na ja sagen wir
mal, intellektuell überlegen ist.“
Stein zufolge hatten Funktionäre der
NPD „Dreck am Stecken“ und daher Angst davor, „das man eben diese
Umstände zur Aussprache bringt“. Stein bezeichnete Aussagen, wonach er
Geld unterschlagen hätte, als Lügen. „Die Nerven des neuen
NPD-Kreisvorsitzenden Herrn Günther Lönne und seines Stellvertreters
Herrn Kaehne scheinen blank zu liegen“, so Stein weiter. Diese hätten
„Angst davor, dass mit der Zeit immer mehr NPD-Mitglieder zur DVU
wechseln, und um das zu verhindern wird mir nicht nur mit körperlicher
Gewalt gedroht, sondern es werden auch andere Mitglieder unter Druck
gesetzt.“
Angeblich Geld vom Verfassungsschutz
Im Folgenden erklärt Stein, warum er
die NPD verlassen hat: „Ich bin aus der NPD nicht nur wegen deren Bruch
des Deutschlandpaktes und deren nicht vorhandener klaren Distanzierung
von gewalttätigen subkulturellen Rechten ausgetreten, sondern weil mir
der jetzige und vorige stellvertretende NPD-Kreisvorsitzende Arne
Kaehne gegenüber geäußert hat, das er Geld bekommt, von einem anonymen
Spender. Auf meine Nachfrage hin, ob dieser “Spender” für den
Verfassungsschutz arbeitet, antwortete Herr Kaehne dass es möglich sei.
Außerdem fand bei Herrn Kaehne angeblich vor etlichen Monaten eine
Hausdurchsuchung statt, wo wohl Waffen im Spiel gewesen sein sollen.
Und der neue Kreisvorsitzende hatte früher mal angeblich etwas mit
rumänischen Nutten am laufen, das erzählte mir Arne Kaehne jedenfalls
vor einiger Zeit persönlich.“ Außerdem hätten „zwei weitere Mitglieder
des NPD-KV Nordfriesland vor einigen Wochen Straftaten in der Husumer
Neustadt begangen“, so Kern.
Kern erklärte zudem, er habe bereits
Strafanzeige gegen die NPD-Nordfriesland gestellt, er werde gegen
„Verleumdungen und Beleidigungen juristisch vorgehen“. Stein behauptet
zudem, nach seinem Austritt aus der NPD und dem Eintritt in die DVU
seien beim ihm „Zuhause die Fensterscheiben eingeschlagen“ worden. „Ich
dachte erst, das waren die Linksradikalen. Aber momentan glaub ich
immer mehr, dass diese Tat aus ganz anderen Kreisen kam. Jeder kann
sich ja jetzt denken aus welchen. Bedroht wurde ich persönlich auch.
Herr Kaehne rief mich mehrmals an und drohte mir: Ich solle aufpassen
was ich mache. Auch aus anderen Kreisverbänden wurde mir klargemacht,
ich solle mich nicht mehr auf Demonstrationen sehen lassen, da ich eine
falsche Schlange sei und zum “Judenverein DVU” gewechselt bin.“
Lesetipp: redok über absurde Vorgänge bei der NPD in Nordfriesland
Der Bezeichnung „Judenverein“ wollte
ein anderer norddeutscher DVU-Funktionär offenbar entgegenwirken, da in
diesen Kreisen eine solche Titulierung eine Beleidigung sein soll. Der
Bremerhavener DVU-Abgeordnete Rudolf Bargmann möchte Juden und
Ausländer mit einer „Rückreiseprämie“ in ihre Heimat zurückschicken,
berichtete die
Nordsee-Zeitung.
„Ich hätte nichts dagegen, auch Juden, die es wünschen, eine Prämie zu
zahlen, um ihnen ein Leben im so genannten gelobten Land zu
ermöglichen.“ Auf Nachfrage der NORDSEE-ZEITUNG bestätigte Bargmann die
Richtigkeit des Zitats. (Quelle:
NPD-Blog)
Razzia gegen Neonazis: Sechs Maschinenpistolen beschlagnahmt
Am
06. Oktober sowie am 13. Oktober 2009 hat das Landeskriminalamt
Schleswig-Holstein mit insgesamt 100 eingesetzten Beamten gemeinsam mit
Spezialkräften, Spürhunden und technischer Unterstützung zehn Objekte
im Bereich Flensburg, Nortorf, Niebüll und Tönning durchsucht. In den
Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und
Baden-Württemberg wurde parallel jeweils ein Objekt durch die dort
zuständigen Stellen durchsucht. Die Staatsschutz-Abteilung des
Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein ermittelt nach eigenen Angaben
seit November 2008 gegen acht Hauptbeschuldigte im Alter zwischen 22
und 68 Jahren, die in der Mehrzahl bereits wiederholt polizeilich in
Erscheinung getreten sind. Ihnen werden illegaler Handel mit
Schusswaffen, unerlaubter Waffenbesitz und das Verändern von
Schusswaffen vorgeworfen.
Waffen für Neonazis, Kriminelle und Rocker
Die Polizei geht davon aus, dass die
Beschuldigten in erheblichem Maße ihren Lebensunterhalt durch die
Begehung dieser und weiterer Straftaten bestritten haben. Die
Schusswaffen sind nach den bisherigen Ermittlungen nicht in größeren
Chargen sondern in Einzelverkäufen weitergegeben worden, und zwar an
Personen aus dem rechten Milieu, dem allgemeinkriminellen Milieu, der
Türsteher- und der Rockerszene. Schwerpunkte der Täteraktivitäten
liegen in Schleswig-Holstein in den Bereichen Flensburg, Nortorf und
Westküste. Einer der aus Flensburg stammenden Haupttäter ist über die
Landesgrenzen hinaus als Mitglied der rechten Szene bekannt und in
diesem Zusammenhang bereits wiederholt polizeilich aufgefallen. Weitere
Beschuldigte stehen der rechten Szene nahe.
Die Ermittler stellten eine Vielzahl von Waffen, Munition und weiteren Tatmitteln sicher:
6 Maschinenpistolen, davon zwei mit Schalldämpfer, 7 Pistolen, davon
eine mit Schalldämpfer, 5 Revolver, 1 sogen. Pumpgun, 12 Langwaffen
(Jagdgewehre), Waffenteile, diverse Schreckschusswaffen und verbotene
Messer, Bolzenschussgeräte sowie etwa 2000 Schuss Munition
verschiedenen Kalibers
Daneben konnten größere Mengen an
Schmuck sowie Tatwerkzeugen sichergestellt werden, deren Zuordnung
aktuell andauert. Hier vermuten die Ermittler eine Herkunft aus
Einbruchstaten und sonstigen Diebstählen. Die Ermittlungen werden durch
das Landeskriminalamt weitergeführt, Schwerpunkte bilden hier
insbesondere die Herkunft der Waffen und die Verkäufe.
Mischszenen: “Besonders gelagerte Einzelfälle”:
Bei Verbindungen zwischen Rockern und Rechtsextremen
handelt es sich nach Ansicht der Bundesregierung um “vereinzelt
festzustellenden Berührungspunkte” bzw. “besonders gelagerte
Einzelfälle”, aus denen sich ein bundesweiter Trend einer ideologisch
basierten Verbindung zwischen den beiden Gruppierungen nicht ableiten
lässt.
Dem Bundesamt für Verfassungsschutz liegen nur in
zwei (Einzel-)Fällen Informationen über Verbindungen von Mitgliedern
der rechtsextremistischen NPD zu Angehörigen von Rockergruppierungen
vor. Hinsichtlich der DVU liegen keine entsprechenden Erkenntnisse vor.
Unterdessen wurde bekannt, dass auch in
Mecklenburg-Vorpommern offenbar eine Verbindung zwischen Neonazis und
Rockermilieu besteht. In Südniedersachsen waren zudem bei Razzien im
Neonazi- und Rotlichtmilieu ebenfalls zahlreiche Waffen sichergestellt
worden. (Quelle:
NPD-Blog)