Letztes Update vom 01.09.2013
Berichte über antifaschistische Aktionen in Dithmarschen

Fragen an die Parteien anlässlich der Kommunalwahlen

Das Antifaschistische Bündnis Dithmarschen hat den Parteien, die bei der Kommunalwahl im Mai 2013 für den dithmarscher Kreistag antraten, Fragen zu dem Themenkomplex Rechtsextremismus / Rassismus / Antisemitismus / Asyl gestellt. Die eingegangenen Antworten der Parteien sind hier zu finden:

Fragen und Antworten der Parteien

Fragen und Antworten als PDF-Datei

Chronik der Nazi-Aktivitäten 2012

Das Antifaschistische Bündnis Dithmarschen führt eine chronologische Übersicht über die Aktivitäten der Neonazis in Dithmarschen. Das Bündnis veröffentlicht nun die Chronik für das Jahr 2012 (PDF 46 kB) - ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Auch die Chroniken für die Jahre 2010/20112009 (PDF 23kB),  das Jahr 2008 (PDF 54 kB), für das  2. Halbjahr 2007 (PDF 47 kB), 1. Halbjahr 2007 (PDF 64 kB), 2006 (PDF 51 kB) und 2005 (PDF 16 kB) stehen zum Download zur Verfügung.

Film "Blut muss fliessen"

Das Antifaschistische Bündnis hat am 2. Februar 2013 den Film "Blut muss fliessen" in Heide gezeigt. Nach der Filmvorführung folgte eine Diskussion mit dem Regisseur und Produzenten Peter Ohlendorf.

Weitere Infos über den Film      Leseprobe aus dem Buch von Thomas Kuban

Pressetext       Flyer

Kundgebung gegen rechte Musik am 24. März 2012 in Pahlen

Bereits vor dem Konzert gab es einige verbale Angriffe u.a. Parolen, wie: “Scheiß-Zigeuner”, “verreckt ihr Juden” und “Sieg Heil” - Rufe. Diese, sowie das mehrfach Zeigen des Hitlergrußes und der Kühnengruß wurden von der Polizei zwar ebenfalls bemerkt, blieben jedoch ungeahndet. Zudem wurden wir einige Male mit Bierflaschen beworfen, so dass für einen Moment das Gefühl aufkam, die “Band der Vollidioten” würde heute ein Konzert geben.

Trotzdem kamen auch konstruktive Gespräche mit einigen Frei.Wild- Fans zustande, welche unsere Aufkleberaktion (Text auf dem Aufkleber z.B.: ich bin gegen Rechts) unterstützten. Des Weiteren konnten einige Frei.Wild-Fans dazu motiviert werden, sich mit den Inhalten der Musik kritisch auseinanderzusetzen und mögliche Gefahren in der Grauzone genauer zu betrachten.

Frei.Wild lud überraschend eine Delegation der Demonstrant_innen zu einem persönlichen Gespräch mit der Band und dem Pahlener Bürgermeister (den wir zuvor durch einen offenen Brief über den Hintergrund und die Problematik dieser Band informierten) ein.

Wir konnten uns nach langer Diskussion darauf einigen, dass das Frei.Geist-Bündnis und Frei.Wild ein gemeinsames Zeichen gegen Rechts setzen wollen. Es lässt sich also sagen, dass Kundgebung und Diskussion eine Menge gebracht haben.Selbstverständlich haben wir nach wie vor andere Ansichten als die Band. Insbesondere im Bereich der “Heimatliebe” war keine Annäherung zu erkennen. Aber diese Tatsache sollte akzeptiert werden. Denn jede_r darf für seine eigene Meinung einstehen! “Heimatliebe” ist in Maßen vertretbar, so lange niemand ausgegrenzt oder abgewertet wird!

Auf diesen Konsens konnten sich das Frei.Geist-Bündnis und die Band Frei.Wild einigen. Später auf dem Konzert hat die Band ein kurzes Statement vom Frei.Geist-Bündnis (Jusos, grüne Jugend, Linke und verschiedenen Antifa -Gruppen) vorgelesen.

Ob das Gespräch und das Vorlesen des Statements gegen Rechts als Versuch gesehen wird, eine weiße Weste zu erhalten, bleibt dahingestellt. Die kritische Auseinandersetzung mit Textinhalten, Bandmitgliedern und vor allem den Fans bleibt besonders in Anbetracht der dort gesammelten Erlebnisse und generell in der “unpolitischen” Grauzone eine Notwendigkeit!

Die Antifa Dithmarschen bedankt sich nochmal bei allen Unterstützer_innen unserer Aktion und allen, die sich an diesem Abend kooperativ gezeigt haben. Wir können ein positives Fazit nach der Kundgebung ziehen und hoffen, dass mehr Frei.Wild -Fans unsere Arbeit gegen Rechts unterstützen. Auch für die Region Dithmarschen war es ein wichtiger Tag, um mit ungefähr 50 Demonstrant_innen ein klares Zeichen gegen Rechts zu setzen!

Quelle: Antifa Dithmarschen

Neonazi geoutet: Alexander Kuhr

Der Wesselner Ringreiterverein "Hol di fast" feierte am 29. Mai 2010 sein 90-jähriges Jubiläum. Dem Festausschuss gehörte mit Alexander Kuhr ein aktiver Neonazi an.

Kuhr spielte in der Naziband Deathlist 5 und gab die Homepage seiner Band in einem Steckbrief auf der Homepage des SV Hemme an, wo er einige Jahre in der ersten Fussballmannschaft spielte.

Auf diesen Fotos ist Alexander Kuhr beim Naziaufmarsch am 11.09.2009 in Hamburg zu sehen:

Bild 1         Bild 2

Blumen für Gudendorf 2010

Am 8. Mai 2010 wurde den über 3000 sowjetischen Kriegsgefangenen gedacht, die in Gudendorf begraben liegen. Gudendorf ist eines der vielen Massengräber in Deutschland. Kurz nach dem Überfall Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion wurde hier ein Kriegsgefangenenlager errichtet. Ab April 1944 erhielt Gudendorf die Funktion eines Sterbelagers.

Gedenkstätte Gudendorf

Gedenken an die Progrome von 1938

Die Stiftung gegen Extremismus und Gewalt erinnerte am 9. November 2009 an die Heider Nazi-Opfer. Die sieben Stolpersteine wurden geputzt.

Stolpersteine in Dithmarschen

Justiz im Nationalsozialismus

Stiftung gegen Extremismus und Gewalt holt Wanderausstellung nach Dithmarschen

Willkürliche Todesstrafen, drakonische Urteile, Prozesse als Farce und ganze Personengruppen entrechtet: Leben in einem Unrechts-Staat.

Zumindest die in der sicheren Rechtsstaatlichkeit der Bundesrepublik aufgewachsenen Deutschen können sich wohl kaum vorstellen, was es bedeutet, vor Gericht die Bürgerrechte zu verlieren und der Justiz ausgeliefert zu sein.  Mit der Wanderausstellung „Justiz im Nationalsozialismus“ will die „Stiftung gegen Extremismus und Gewalt in Heide und Umgebung“ an dieses dunkle Kapitel zwischen 1933 und 1945 erinnern.
Der nationalsozialistische Staat vernichtete die noch in der Weimarer Verfassung verankerten Rechtsgrundsätze. Als Beispiele dafür mögen zwei Zitate damaliger Juristen dienen, die das Verschwinden persönlicher Freiheitsrechte auf eindeutige und erschreckende Weise dokumentieren. V „ . . . die Freiheitsrechte des Individuums gegenüber der Staatsgewalt mussten verschwinden; sie sind mit dem Prinzip des völkischen Reiches nicht vereinbar.“ (Professor Dr. Ernst Rudolf Huber, Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht an der Universität Kiel, 1936); V „Wer außerhalb der Volksgemeinschaft steht, steht auch nicht im Recht . . .“ (Professor Dr. Karl Larenz, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht und Rechtsphilosophie an der Universität Kiel, 1935).

„Die Ausstellung zeigt das Hinausdrängen des Rechts aus der Gesellschaft“, erklärt Klaus Steinschulte, Vorsitzender der Stiftung gegen Extremismus und Gewalt. Er freut sich, dass es der Stiftung gelungen ist, die Wanderausstellung erstmals nach Schleswig-Holstein zu holen.

Es handelt sich dabei zu etwa 80 Prozent um Materialien der Ausstellung „Justiz im Nationalsozialismus – über Verbrechen im Namen des Deutschen Volkes“ aus der Gedenkstätte Wolfenbüttel in Niedersachsen. Die restlichen 20 Prozent sind zu gleichen Teilen Tafeln mit Dokumenten aus Schleswig-Holstein sowie Dithmarschen.

Die Wanderausstellung „Justiz im Nationalsozialismus“ wird am Montag, 1. März, um 10 Uhr im Foyer des Amtsgerichts in Meldorf eröffnet. Von dort aus werden die Tafeln im etwa vierwöchigen Rhythmus in allen Landgerichten des Landes sowie im Oberlandesgericht Schleswig gezeigt.

Gemeinsam mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Stiftung, Berndt Steincke, hatte Steinschulte die Gerichte bereist und um Erlaubnis gebeten, die Wanderausstellung zeigen zu dürfen. Überall seien sie mit ihrem Anliegen offen empfangen worden, berichtete Klaus Steinschulte.

Auch der Direktor des Amtsgerichts Meldorf, Hans-Georg Berndt, sieht die Ausstellung in den Räumen seiner Behörde „gut aufgehoben“, da es um „Fehler der Justiz“ gehe.

Die Ausstellung ist für Schulklassen und die gesamte Öffentlichkeit gedacht.

(Quelle: Dithmarscher Landeszeitung vom 25.11.2009)

NPD-Stand in Heide verhindert

Die NPD hatte für den 15. August 2009 einen Infostand auf dem Marktplatz in Heide angemeldet, um ihre menschenverachtende Propaganda zu verbreiten, aber die NPD kam nicht. Stattdessen setzten viele Menschen auf dem Rondell ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und freuten sich darüber, dass der NPD-Stand verhindert werden konnte. Vielen Dank an alle, die dazu beigetragen haben!

Flugblatt über den NPD-Bezirksvorsitzenden Ingo Stawitz (PDF, 28 kB)
Material über die NPD

Stolpersteine auch in Burg 

Am 30. Juli hat 2009 Gunter Demnig in Burg Stolpersteine für Willi Max Beenke und Gerhard Kratzat verlegt.

Weitere Infos:

Stolpersteine in Dithmarschen
Fotobericht auf Indymedia

Blumen für Gudendorf 2009

Ungefähr 50 Menschen gedachten am 9. Mai 2009 der über 3000 sowjetischen Kriegsgefangenen, die in Gudendorf begraben liegen und mahnten vor Faschismus und Krieg. Gudendorf ist eines der vielen Massengräber in Deutschland. Kurz nach dem Überfall Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion wurde hier ein Kriegsgefangenenlager errichtet. Ab April 1944 erhielt Gudendorf die Funktion eines Sterbelagers.

Gedenkstätte Gudendorf

Plakat "Keine Toleranz für Neonazis in Dithmarschen"

Das Antifaschistische Bündnis Dithmarschen hat ein Plakat unter dem Titel "Keine Toleranz für Neonazis in Dithmarschen und anderswo" veröffentlicht.

Die Plakataktion wird von 23 Organisationen unterstützt. Neben Gewerkschaften, Frauenorganisationen, der Kirche, Unternehmen und der Stiftung gegen Gewalt und Extremismus auch von sieben dithmarscher Parteien. Hier fehlen nur CDU und FDP.

Außerdem wurde das Plakat von fast 200 Personen unterzeichnet, darunter der DGB-Regionsvorsitzende Karsten Wessels, die Kreisvorsitzenden von UWD, SPD und Grünen, die SPD-Abgeordneten Jörn Thießen und Detlef Buder, Propst Henning Kiene, die Heider Gleichstellungsbeauftragte Gabriela Petersen und Landrat Jörn Klimant.

Wer die Plakataktion noch unterstützen oder das Plakat haben möchte, kann uns dies per E-Mail (ggf. mit Funktion) an die Adresse mail(at)antifa-dithmarschen.tk mitteilen. Die Namen weiterer UnterzeichnerInnen werden auf dieser Homepage veröffentlicht.

Bisherige UnterzeichnerInnen
Plakat als PDF-Datei

Ausstellung gegen Rechts

„Nicht nur reden, sondern etwas tun gegen Rechts“, sagen Ylva Stelck, Rebecca Hadler und Greta Hadler aus Marne. Während der Eröffnungsveranstaltung der Wanderausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ im Kreishaus präsentierten die drei Gymnasiastinnen mit anderen Gleichaltrigen ein kurzes Theaterstück.

Schüler im Alter von 15 bis 18 Jahren machten in dem Stück deutlich, wie sie sich das Leben in Deutschland vorstellen, würden rechtsradikale Parteien die politische Oberhand in Deutschland gewinnen:

Das ausländische Mädchen Fatima wird in der Schule von Klassenkameraden und Lehrern gehänselt und gedemütigt und muss mit der Abschiebung rechnen. Pünktlichkeit, Strebsamkeit, Treue, Ehrlichkeit und Respekt sind in der Schule und zu Hause die höchsten Tugenden. Für Kinder gilt ab 21 Uhr eine Sperrstunde, zu der sie zu Hause sein müssen. Und jeder hat seinen festen Aufgabenbereich wie zum Beispiel die Frau als Mutter im Haushalt.

Entstanden ist das Theaterstück mit dem Namen „Bund Deutscher Erziehung für Geist und Körper“ im Rahmen eines Arbeitskreises des Kreisjugendringes unter Leitung von Katrin Kapell und dem Jugendschutzbeauftragten des Kreises, Gerd Manzke. Bedauert wurde, dass außer Dithmarschens und Heides Kreis- beziehungsweise Stadtprominenz, Vertretern der Bundeswehr und der Gewerkschaften kaum interessierte Besucher anwesend waren.

Dabei ist das Thema Rechtsextremismus brisanter denn je. Zumindest weist die von der Friedrich-Ebert-Stiftung speziell auf Schleswig-Holstein ausgerichtete und ausgearbeitete Wanderausstellung darauf hin, dass das kleine Bundesland zwischen Nord- und Ostsee „trauriger Spitzenreiter unter den westdeutschen Bundesländern“ ist: Es werden pro Kopf die meisten rechtsextremen Gewaltdelikte verübt.

„Alle 30 Minuten gibt es ein Propagandadelikt, wird ein Hakenkreuz an die Wand geschmiert oder eine Gewalttat verübt“, macht Frederic Werner von der Ebert-Stiftung deutlich. „Diesen Handlungen gilt es zu widersprechen“, sagt Werner und forderte Zivilcourage ein. Mithilfe von Farben, unkomplizierten Texten und verständlichen Schaubildern werden in der Ausstellung zahlreiche Themen behandelt. So werden zum Beispiel die Grundlagen demokratischer Wertevorstellungen und rechtsextreme Weltbilder gegenübergestellt, die Gefahren erläutert, die von rechten Parteien ausgehen oder Begriffe wie zum Beispiel Antisemitismus erklärt. (Quelle: DLZ)

Broschüre zur Ausstellung (PDF, 2.7 MB) 52 Seiten. Farbig. Erscheinungsdatum Oktober 2007

Stolpersteine in Meldorf

Am 8. August 2008 hat Gunter Demnig in Meldorf Stolpersteine zur Erinnerung an zwei Nazi-Opfer verlegt: Johann Wilhelm Jasper und Friedrich Jansen. Informationen über die Stolpersteine in Meldorf und Heide sind unter der Adresse http://www.stolpersteine-dithmarschen.tk/ zu finden.

Fotobericht über die Verlegung in Meldorf: http://de.indymedia.org/2008/08/224193.shtml

Broschüre "Rechtsverdreht"

Gemeinsam mit dem Kreis Pinneberg hat der Kreis Dithmarschen eine kleine, handliche Broschüre mit dem Titel "Rechtsverdreht" konzipiert. Neben Hintergrund, Gefahren im Netz und einem Grußwort des FC St. Pauli gibt es Hinweise auf die Bedeutung der Kleidung in der Szene und Erläuterungen der Symbole.

Zudem ist in der 38-seitigen Broschüre eine CD mit acht Songs enthalten - ausgesucht über einen landesweiten Wettbewerb und als Gegenstück zu rechtsextremen Musikstücken.

Junge Texter und Komponisten, die für Demokratie und Widerstand musikalisch Flagge zeigen wollten, konnten sich daran beteiligen. 15 Stücke gingen bei den Jugendschutzbeauftragten der beiden Kreise ein. Viel mehr, als Jugendschutzbeauftragter Manzke erwartet hatte. "Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, dass die Menschen für die politischen Gefahren sensibilisiert werden, die aus einer rechtsextremistischen Ideologie erwachsen können", so Landrat Dr. Jörn Klimant. Denn vielen Jugendlichen sei gar nicht bewusst, dass sie von Rechtsextremen mit Musik geködert werden. Das Projekt "Rechtsverdreht" sei ein wichtiger Ansatzpunkt gegen rechtsextremistisches Gedankengut.

Neufeld sei nach wie vor ein Thema, so Manzke und spielte damit auf die ehemalige Gaststätte "Zur Börse" an, in der im vergangenen Jahr Rechtsrockkonzerte stattfanden. Bei der Vorstellung der Broschüre sagte Manzke, dass die Neonazis in Neufeld Schulungen abhalten.

"Ich hoffe, dass die Broschüren einen kleinen Beitrag zum Jugendschutz liefern", so Manzke. 10 000 Exemplare teilen sich die beiden Kreise.

Infos: Kreis Dithmarschen, Jugendschutzbeauftragter Gerd Manzke (0481/971494), Kreis Pinneberg, Katja Köhler (04101/212374).

Jugend gegen Rechts in Dithmarschen

Es war das erste Projekt des neu gegründeten Aktionsbündnisses „Jugend gegen Rechts" und gleich ein Erfolg. Trotz sommerlich heißer Temperaturen kamen zahlreiche Jugendliche am 2. Juni zum Filmabend mit anschließender Diskussion in das Haus der Jugend.

In „Kombat sechzehn" vom Mirko Borscht (2005) verliert ein Jugendlicher durch den Umzug von Frankfurt (Main) nach Frankfurt (Oder) sein sicheres Umfeld und gerät in den Sog von Neonazis, Gewalt und Gruppenzwang, der beinahe tödlich endet.

Dabei sind die „Nazis von heute" kaum zu erkennen, keine braunen Hemden, keine Parolen in der Öffentlichkeit, keine Aufmärsche. Erfahrungen, die auch die Jugendlichen in Brunsbüttel machen. „Man kennt hier eben die Neonazis", hieß es im Rahmen der Diskussion. Jeder habe schon mal einen gesehen, aber manchmal könnte man auch nicht sicher sein. „Hier ist es bis jetzt ziemlich lange ruhig geblieben", meinte einer der Zuschauer. Trotzdem schaffte es die NPD bei der aktuellen Wahl in Schleswig-Holstein in zwei Kreistage.

Es sind eben nicht immer Springerstiefel, Glatze und Lonsdale-Jacke, die den Rechtsextremen ausmachen. Es ist das, was im Kopf passiert, der unterschwellige Fremdenhass, der sich auch in dem Film in die Köpfe der Jugendlichen eingeschlichen hat.

„Wir haben diesen Film ausgewählt, weil er relativ realistisch ist", erklärte Katharina Schunck, eine der Organisatorinnen. Der Meinung waren auch die meisten der Zuschauer, trotz des einen oder anderen Klischees, den der Film bediente.

Kalt gelassen hat der Film jedenfalls keinen der jungen Zuschauer, viele waren erschrocken über das rasante Abrutschen des Hauptdarstellers in die rechte Szene. „Es war uns wichtig, das der gezeigte Film die Möglichkeit zur Diskussion bietet", betonte Katharina Schunck. Das ist den Organisatoren gelungen. Die anwesenden tauschten sich rege aus und machten so die erste Aktion des neuen Bündnisses gegen Rechts zu einem Erfolg.

Dem Aktionsbündnis „Jugend gegen Rechts" gehören an: Schülervertretung des Gymnasiums Brunsbüttel, Julis Dithmarschen, Jusos Brunsbüttel, Mehrgenerationenhaus/Haus der Jugend und die evangelische Kirchengemeinde Brunsbüttel. (Quelle: DLZ vom 05.06.08)

Fragen an die Parteien anlässlich der Kommunalwahl 2008

Das Antifaschistische Bündnis Dithmarschen hat den sechs Parteien, die bei der Kommunalwahl für den dithmarscher Kreistag antraten, drei Fragen zum Thema Rechtsextremismus gestellt. Fünf Parteien haben unsere Fragen beantwortet. Die CDU reagierte trotz zweimaliger Nachfrage nicht. Die Ergebnisse der Befragung haben wir in einer Pressemitteilung kommentiert.

Antworten der Parteien als PDF-Datei

Blumen für Gudendorf 2008

Etwa 70 Menschen gedachten am 10. Mai 2008 der über 3000 sowjetischen Kriegsgefangenen, die in Gudendorf begraben liegen und mahnten vor Krieg und Faschismus. Gudendorf ist eines der vielen Massengräber in Deutschland. Kurz nach dem Überfall Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion wurde hier ein Kriegsgefangenenlager errichtet. Ab April 1944 erhielt Gudendorf die Funktion eines Sterbelagers.

Ausstellung "Zug der Erinnerung" in Heide ?

Die „Stiftung gegen Extremismus“ und Gewalt in Heide und Umgebung“ erreichte 2007 mit ihren Wanderausstellungen über das Schicksal der europäischen Juden viele junge Menschen. In diesem Jahr wollen die beiden Mitgründer Klaus Steinschulte und Berndt Steincke den „Zug der Erinnerungen“ nach Heide holen.

In fünf historischen Waggons informiert eine Ausstellung über das Schicksal von mehr als 12 000 Kindern, die während des Zweiten Weltkriegs in die osteuropäischen Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt worden waren.

Seit vergangenem November fährt der „Zug der Erinnerung“ bundesweit die Strecken der Deportationszüge der damaligen Reichsbahn ab. Er steuert dabei die Heimatstädte von Kindern an, die zwischen 1940 und 1945 in Vernichtungslager verschleppt wurden, verbleibt dort jeweils für mehrere Tage. Endstation ist im Mai der schlimmste aller Orte der NS-Gewalt, Auschwitz, wo auch viele Jugendliche auf qualvolle Weise umgekommen sind. Schätzungen zufolge deportierten die Nazis mit der logistischen Unterstützung der Reichsbahn rund 1,5 Millionen Kinder aus ganz Europa zu den Gaskammern.

Der „Zug der Erinnerung“ ist ein Projekt von mehreren deutschen Bürgerinitiativen, die mit der Wanderausstellung ein Zeichen gegen Rassenhass und Rechtsextremismus setzen wollen. Mit Hilfe der Stiftung Gedenkstätte Neuengamme und der Hamburger Kulturbehörde hoffen die früheren Stadtverordneten Steinschulte und Steincke das rollende, von einer Dampflok gezogene Museum in die Kreisstadt zu bekommen.

Massiv im Kreuzfeuer der Kritik steht in diesem Zusammenhang die Bahn AG. Sie stellt den örtlichen Veranstaltern von Beginn an finanzielle Auflagen, verlangt an jeder Station vierstellige Trassengebühren. Und so kalkuliert auch die örtliche „Stiftung gegen Extremismus und Gewalt“, falls der Zug denn tatsächlich im Heider Bahnhof einfährt, mit erheblichen Ausgaben. „Wir rechnen mit rund 800 Euro täglich“, betonte Vorsitzender Klaus Steinschulte während der jüngsten Stifter-Versammlung. Ohne Sponsoren sei das Vorhaben nicht zu verwirklichen. (Quelle: DLZ)

http://www.zug-der-erinnerung.eu/

Aktionen gegen Nazis in Heide und Neufeld

Neonazis planten offenbar am 7. Juli 2007 wieder ein Konzert in Neufeld zu veranstalten. Da die Nutzung der Börse als Gaststätte vom Kreis untersagt worden ist, haben AntifaschistInnen am 5. Juli 2007 das Kreishaus besucht, um den Landrat zum Vorgehen des Kreises gegen das geplante Nazi-Konzert befragen.

de.indymedia.org Aktion gegen geplantes Konzert

Das geplante Konzert in Neufeld wurde abgesagt. AntifaschistInnen besuchten Neufeld am 7. Juli und führten dort eine Mahnwache durch.

de.indymedia.org Aktion gegen Nazis in Neufeld

Am 5. Mai 2007 hatte die Polizei mit einem Großeinsatz ein von etwa 170 Nazis besuchtes Konzert in der ehemaligen Gaststätte Zur Börse in Neufeld bei Brunsbüttel aufgelöst. Von Dezember 2006 bis zum April 2007 hatten sechs Konzerte der Nazis in Neufeld stattgefunden. Die Behörden unternahmen aber nichts dagegen, selbst ein Konzert der verbotenen Organisation Blood & Honour am 31. März 2007 war nicht unterbunden worden, obwohl die Polizei Kenntnis davon hatte. Nachdem beim Konzert am 21. April 2007 Waffen, indizierte CDs und Bücher sowie Kleidung mit verbotenen Zeichen gefunden und beschlagnahmt worden waren und eine Woche nachdem mehr als 200 Menschen in Marne bei einer Kundgebung forderten, den Nazis den Ton abzudrehen, hat die Polizei endlich gehandelt und dem Nazi-Treff in Neufeld vorläufig ein Ende gesetzt.

Der Kreis hatte schon vor dem Polizeieinsatz am 5. Mai aufgrund baulicher Mängel mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres Veranstaltungen in der Börse verboten. Wie Blick nach Rechts meldete, ist der wegen Verbreitens volksverhetzender Schriften und Körperverletzung verurteilte Neonazi Tim Schatowitz aus Burg Mieter der Börse. Schatowitz betreibt laut Verfassungsschutzbericht seit etwa zehn Jahren in Burg einen rechtsextremistischen Verlag und Buchvertrieb, derzeit unter dem Namen Faktum Verlag.

de.indymedia.org Neufeld (SH): Nazis den Ton abgedreht
Weitere Infos zu den Nazi-Konzerten in der "Börse" in Neufeld

Blumen für Gudendorf 2007

Etwa 80 Menschen gedachten am 5. Mai 2007 der über 3000 Angehörigen der Roten Armee, die in Gudendorf begraben liegen und mahnten vor Krieg und Faschismus. Aufruf lesen

Erfolgreiche 1. Mai-Demo in Heide

An der 1. Mai-Demo und der Maikundgebung des DGB in Heide nahmen 2007 etwa 170 Menschen teil. Die Forderungen nach Schließung des Nazi-Treffs in Neufeld und Beendigung der Nazi-Konzerte wurden mit einem Redebeitrag des Antifaschistischen Bündnisses bei der Maikundgebung bekräftigt.

Redebeitrag des Antifaschistischen Bündnisses lesen

Kundgebung gegen Nazi-Konzerte in Marne

Mehr als 200 Menschen nahmen laut NDR am 28. April 2007 in Marne an der Kundgebung gegen die Neufelder Nazi-Konzerte unter dem Motto "Es reicht: Nazis den Ton abdrehen!" teil.

YouTube - NDR-Bericht über Demo in Marne
Presseerklärung der OrganisatorInnen zur Kundgebung lesen
de.indymedia.org Nazi-Kundgebung am 28.04. in Marne

Aberkennung von Ehrenbürgerschaft beantragt

Der "Arbeitskreis Widerstand und Verfolgung im nationalsozialistischen Dithmarschen" hat bei der Stadt Heide im Februar 2007 die Aberkennung der Ehrenbürgerschaft für den ehemaligen Bürgermeister Hermann Hadenfeldt beantragt. Bei den Recherchen für die Verlegung des Stolpersteines für Lilly Wolff habe der Arbeitskreis festgestellt, dass Hadenfeldt nicht nur Antidemokrat, sondern auch Antisemit gewesen sei. Zur Homepage des Arbeitskreises http://www.stolpersteine-heide.tk/

Gedenken an Elisabeth und Gustav Bruhn

Am 14. Februar 1944 wurden Elisabeth und Gustav Bruhn im Konzentrationslager (KZ) Neuengamme hingerichtet. Das Ehepaar lebte bis 1928 in Heide. Beide leisteten in der Bästlein-Jacob-Abshagen-Gruppe Widerstand gegen die Nazis. Während in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin an Gustav Bruhn erinnert wird, scheinen die Bruhns in Heide fast vergessen.

Infoveranstaltung in Meldorf

Das Antifaschistische Bündnis führte am 23. Januar 2007 im Meldorfer Jugendzentrum eine Informations- und Diskussionsveranstaltung unter dem Titel "Neonazis: Wir erobern die Städte vom Land aus" durch. Die gut besuchte Veranstaltung fand unter Polizeischutz statt. Einige Nazis, die die Veranstaltung stören wollten, wurden von der Polizei festgesetzt.

Polnische ZwangsarbeiterInnen zu Besuch

Vom 3. bis zum 9. November 2006 waren Katarzyna Frankowska, Leon  Jaworski, Jan Olewczynski, Antoni  Korybski und Irena  Frolowicz, fünf ehemalige ZwangsarbeiterInnen aus Polen, zu Besuch in Dithmarschen. Ziel des Besuches war, den ehemaligen ZwangsarbeiterInnen zu ermöglichen, ihre ehemaligen "Arbeitsstellen" noch einmal aufzusuchen, mit deutschen ZeitzeugInnen zusammenzutreffen und insbesondere jungen Menschen über ihr Leben zu berichten.

Drei Stolpersteine verlegt 

Am 10. Oktober 2006 hat der Kölner Künstler Gunter Demnig Stolpersteine für die Nazi-Opfer Erich Böhlig, Emil Schmekel und Lilly Wolff in Heide verlegt. Infos über die Aktion Stolpersteine in Heide unter http://www.stolpersteine-heide.tk/


www.antifa-dithmarschen.tk