Letztes Update vom 05.02.2009
Infos zu den Nazi-Konzerten in der Neufelder "Börse"

Nazis endlich den Ton abgedreht

Von Oktober 2006 bis Mai 2007 veranstalteten dithmarscher Neonazis Konzerte und Feiern in der ehemaligen Gaststätte "Zur Börse" in Neufeld bei Brunsbüttel. Am 9. Dezember 2006 traten die Blood & Honour-Band "Oidoxie" aus Dortmund, "Das letzte Aufgebot" aus Schleswig-Holstein und eine weitere Band auf, am 6. Januar 2007 die Bands "ZOG Sux" aus Itzehoe sowie "Blue Eyed War" aus Anklam. Am 20. Januar 2007 spielten "Sachsonia" aus Dresden, "Das letzte Aufgebot" und "V-Punk" aus Kiel. Den Besitzer der Kneipe, Automatenaufsteller Walter Ruesch aus Süderheistedt, stören die neuen Mieter nicht.

de.indymedia.org - Nazikonzert in Neufeld

Die Nazis halten sich aber nicht nur am Wochenende in der "Börse" auf. Ein NDR-Team wurde am 7. Februar 2007 bei Dreharbeiten vor der Kneipe von zwei Nazis bedroht. Daraufhin nahm die Polizei beide fest und durchsuchte die Gaststätte.
 
Am 17. März haben die Nazis aber erneut ein Konzert in Neufeld veranstalten können, an dem etwa 150 Rechtsradikale teilgenommen haben sollen. Das Antifaschistische Bündnis hatte im März 2007 einen Offenen Brief an Herrn Janßen, den Bürgermeister der Gemeinde Neufeld, verfasst. Offenen Brief lesen

Am 31. März fand sogar ein Konzert der verbotenen Organisationen "Blood & Honour" und "Combat 18" in Neufeld statt. Die Polizei war zwar vor Ort, aber nur "in geringer Stärke und in Zivil", wie Polizeidirektor Uwe Kleinig der Dithmarscher Landeszeitung sagte. Warum die Polizei das Konzert der verbotenen terroristischen Organisation nicht unterbunden hat, erklärte er der Zeitung nicht.

Indymedia-Artikelüber das Nazikonzert vom 31.03.2007

Trotz der zeitlichen Nähe zum Geburtstag von Hitler und der Ermittlungen, die wegen des Konzertes am 31. März eingeleitet wurden, wurde ein erneutes Konzert am 21. April wiederum nicht verboten, allerdings wurden wenigstens die Autos der anreisenden Neonazis von der Polizei durchsucht.

Für die Polizei war es anscheinend überraschend, dass einige Nazis Waffen und indizierte CDs und Bücher sowie Kleidung mit verbotenen Zeichen mitführten. Vier Platzweise aufgrund von Waffenbesitz (3 Baseballschläger und 1 Butterflymesser) wurden ausgesprochen. Der Polizeidirektor Wolf-Rüdiger Beitsch sagte trotz der zahlreichen eingeleiteten Ermittlungsverfahren aber der Dithmarscher Landeszeitung, dass es an diesem Abend keine Rechtsverstöße gegeben habe. Merkwürdig ist, dass dieser eklatante Widerspruch den Redakteuren nicht auffiel.

Am 28. April 2007 fand in Marne eine Kundgebung unter dem Motto "Nazis den Ton abdrehen" statt.   Aufruf lesen    Presseerklärung

Wie die Dithmarscher Landeszeitung am 08.05.07 meldete, ist die Nutzungsgenehmigung der "Börse" als Gaststätte erloschen. Aufgrund baulicher Mängel habe der Kreis dem Vermieter am 5. Mai 2007 mit sofortiger Wirkung Veranstaltungen in dem Nazi-Treff untersagt.

Die Nazis verlegten trotz der Untersagung aller Veranstaltungen ein Konzert am 5. Mai 2007 kurzfristig von Hannover nach Neufeld. Die Polizei löste die Veranstaltung auf.

de.indymedia.org| Neufeld (SH): Nazis den Ton abgedreht

Die ehemalige Gaststätte "Zur Börse" wurde trotz des Verbotes öffentlicher Veranstaltungen weiterhin von den Neonazis genutzt: Sie hielten Schulungen in Neufeld ab.

Im Oktober 2008 hat die Gemeinde Neufeld die ehemalige Gaststätte für 110 000 Euro von Walter Ruesch gekauft. Die Gemeinde hat den Abriss des maroden Gebäudes beschlossen. Der Abriss erfolgte im Dezember 2008.


Nazis raus

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